{"id":2455,"date":"2026-08-26T16:48:59","date_gmt":"2026-08-26T14:48:59","guid":{"rendered":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/?p=2455"},"modified":"2026-08-26T16:50:29","modified_gmt":"2026-08-26T14:50:29","slug":"verfolgte-fordern-gehoer-beim-europaeischen-forum-fuer-religionsfreiheit-und-menschenrechte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/verfolgte-fordern-gehoer-beim-europaeischen-forum-fuer-religionsfreiheit-und-menschenrechte\/","title":{"rendered":"Verfolgte fordern Geh\u00f6r beim Europ\u00e4ischen Forum f\u00fcr Religionsfreiheit und Menschenrechte"},"content":{"rendered":"<p>Pressemitteilung von FOREF Deutschland:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.openpr.de\/news\/1321574\/Verfolgte-fordern-Gehoer-beim-Europaeischen-Forum-fuer-Religionsfreiheit-und-Menschenrechte.html\">Verfolgte fordern Geh\u00f6r beim Europ\u00e4ischen Forum f\u00fcr Religionsfreiheit und Menschenrechte<\/a><\/p>\n<figure class=\"mt-3\">\n<div class=\"position-relative opr-pm-img\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.open-pr.de\/pressemitteilung\/7\/5\/8\/758b8ea3.762x0.webp\" alt=\"\" data-toggle=\"lightbox\" data-src=\"https:\/\/cdn.open-pr.de\/pressemitteilung\/7\/5\/8\/758b8ea3.1200x800.webp\" data-caption=\"\" data-size=\"fullscreen\" \/><\/div>\n<\/figure>\n<div class=\"opr-content opr-pm mt-3\" lang=\"de\">\n<p>(openPR)\u00a0<strong>Frankfurt am Main, 22. August 2026.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Anl\u00e4sslich des von den Vereinten Nationen 2019 ins Leben gerufenen Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aufgrund von Religion oder Weltanschauung (Resolution A\/RES\/73\/296) veranstaltete FOREF (Forum for Religious Freedom Europe) mit HWPL Deutschland e.V. als Kooperationspartner am 22. August das Europ\u00e4ische Forum f\u00fcr Religionsfreiheit und Menschenrechte in Frankfurt am Main. \u00dcber 200 G\u00e4ste aus dreizehn Religionen und Weltanschauungen nahmen vor Ort und online teil. Mit dem Untertitel \u201eVoices be Heard&#8221; stellte die Veranstaltung Betroffene, Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertreter religi\u00f6ser und weltanschaulicher Gemeinschaften in den Mittelpunkt, die \u00fcber eigene Erfahrungen mit Gewalt, Diskriminierung und Ausgrenzung berichteten.<\/strong><\/p>\n<p>Die UN-Resolution erkennt die Bedeutung der Unterst\u00fctzung von Opfern religi\u00f6s oder weltanschaulich motivierter Gewalt an und erinnert daran, dass Staaten die prim\u00e4re Verantwortung tragen, die Rechte religi\u00f6ser und weltanschaulicher Gemeinschaften zu sch\u00fctzen. Der Einladung waren sehr unterschiedliche, gesellschaftlich in Deutschland und der Welt stigmatisierte Gruppen gefolgt, deren Hintergr\u00fcnde, Erfahrungen und jeweiliges Leid sich nicht miteinander vergleichen lassen. Das war auch nicht Sinn der Veranstaltung, die nach dem Motto \u201eWe listen but we don\u2019t judge.\u201c durchgef\u00fchrt wurde. FOREF hat mit der Veranstaltung diesen Gemeinschaften eine Plattform gegeben; komplettiert wurde der Nachmittag mit juristischer und fachlicher Einordnung durch international bekannte Fachleute.<\/p>\n<p><strong>\u201eDas Richtige beginnt immer im Zuh\u00f6ren&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>In seiner Er\u00f6ffnungsrede betonte Michael Langhans, Executive Director von FOREF Deutschland, dass Religionsfreiheit ohne Meinungs- und Pressefreiheit nicht gesch\u00fctzt werden k\u00f6nne. Gewalt zeige sich nicht nur k\u00f6rperlich, sondern auch in Schweigen, medialer Vorverurteilung \u2013 etwa durch pauschalisierende \u201eSekten&#8221;-Narrative \u2013 und institutioneller Unt\u00e4tigkeit. Langhans rief dazu auf, den vielf\u00e4ltigen Stimmen tats\u00e4chlich Geh\u00f6r zu verschaffen, von Uiguren \u00fcber Jesiden bis zu religi\u00f6s Verfolgten wie Scientology oder Shincheonji, und den Dialog \u00fcber den Gedenktag hinaus lebendig zu halten. In seinem sp\u00e4teren Expertenvortrag \u201eVoices be heard&#8221; schilderte er aus zehn Jahren juristischer Praxis im Bereich neuer religi\u00f6ser Bewegungen, wie schwer es Gemeinschaften und Einzelpersonen oft falle, in Medien und Verfahren geh\u00f6rt zu werden, sobald der Begriff \u201eSekte&#8221; falle. Er pl\u00e4dierte f\u00fcr rechtsstaatliche Grundprinzipien wie die Unschuldsvermutung und f\u00fcr mehr Zuh\u00f6ren auf allen Seiten \u2013 bei Justiz, Presse und Gesellschaft gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Michael Langhans (privat)<\/p>\n<p><strong>\u201eReligionsfreiheit ist ein Grundrecht jedes Menschen&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>In den Gru\u00dfbotschaften w\u00fcrdigten mehrere internationale G\u00e4ste die Bedeutung der Veranstaltung. Merlin Ivancea, B\u00fcrgermeister der rum\u00e4nischen Gemeinde Slobozia Bradului im Kreis Vrancea und selbst Roma, bekannte sich zu Religions- und Gewissensfreiheit als Grundrecht jedes Menschen und erinnerte an die historische Verfolgung seiner Ethnie in Europa. Jascha Noltenius, Menschenrechtsbeauftragter der Baha&#8217;i in Deutschland, berichtete von der seit der Islamischen Revolution systematischen Verfolgung der Baha&#8217;i im Iran \u2013 von UN-Sonderberichterstattern als Verfolgung \u201evon der Wiege bis zur Bahre&#8221; bezeichnet \u2013, nannte die F\u00e4lle der jungen Baha&#8217;i Peyvand und Borna Naimi, denen die Todesstrafe drohe, sowie anhaltende strukturelle Benachteiligungen von Baha&#8217;i in \u00c4gypten, und forderte gezielte Diplomatie, \u00f6ffentlichen Druck und abgestimmtes Handeln der EU. Tenzin Drakba, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Tibet-Initiative Deutschland, machte auf die Selbstverbrennung des tibetischen Aktivisten Lhakar Rangzen im Juli 2026 sowie auf Zwangsassimilation, verbotene religi\u00f6se Bildung und staatliche Kontrolle \u00fcber die Nachfolge des Dalai Lama in Tibet aufmerksam. Reverend Usman Fornah aus Sierra Leone mahnte den Geist des Dialoges an. Der Dialog sei ein sehr wichtiges Instrument, das Differenzen beilegt und gebaute Br\u00fccken st\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Reiner Braun erinnerte in einer Videobotschaft an die v\u00f6lkerrechtliche Verankerung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit in Artikel 18 der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte und rief zu neu belebten, besser koordinierten Anstrengungen f\u00fcr ihren weltweiten Schutz auf.<\/p>\n<p><strong>\u201eF\u00fcr mich tr\u00e4gt dieser Gedenktag ein Gesicht&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ahmadiyya Muslim Jamaat.<\/strong>\u00a0Der Jurist Wahaj Bin Sajid vom Rat der Religionen Frankfurt sprach f\u00fcr die Ahmadiyya Muslim Jamaat, eine muslimische Reformgemeinschaft mit rund 60.000 Mitgliedern in Deutschland und mehreren zehn Millionen Anh\u00e4ngern weltweit. Er erinnerte an seinen Cousin Nasir Mahmood Khan, der 2010 bei einem Terroranschlag auf zwei Ahmadi-Moscheen in Lahore, Pakistan, ums Leben kam, als er versuchte, eine Handgranate von Mitgl\u00e4ubigen fernzuhalten. Bei den Anschl\u00e4gen wurden 94 Menschen get\u00f6tet und \u00fcber 120 verletzt. Bin Sajid schilderte die seit 1974 bestehende verfassungsrechtliche und seit 1984 strafrechtliche Diskriminierung von Ahmadis in Pakistan und wies auf die hohe Ablehnungsquote von Asylantr\u00e4gen von Ahmadis durch das BAMF in erster Instanz hin, die in der Mehrzahl der F\u00e4lle sp\u00e4ter gerichtlich revidiert werde. Zugleich betonte er das gesellschaftliche Engagement der Ahmadiyya-Gemeinde in Deutschland \u2013 unter anderem in der Flutkatastrophe im Ahrtal \u2013 und warnte vor zunehmendem antimuslimischem Rassismus, der auch junge, gut integrierte Muslime in Deutschland betreffe.<\/p>\n<p><strong>Jesidische Gemeinschaft Th\u00fcringen.<\/strong>\u00a0Murad Murad, Vorsitzender der Jesidischen Gemeinschaft Th\u00fcringen e.V. und selbst aus Sinjar im Irak stammend, sprach als \u00dcberlebender des am 3. August 2014 durch die Terrororganisation \u201eIslamischer Staat&#8221; ver\u00fcbten V\u00f6lkermords an den Jesiden. Er schilderte, wie tausende Menschen ermordet und Frauen sowie Kinder verschleppt, versklavt und verkauft wurden, w\u00e4hrend die kurdische Peschmerga sich zuvor kampflos zur\u00fcckgezogen hatte. Nach seinen Angaben werden bis heute mehr als 2.500 Jesidinnen und Jesiden vermisst, zahlreiche Massengr\u00e4ber seien noch nicht exhumiert, und viele Vertriebene lebten seit zw\u00f6lf Jahren unter prek\u00e4ren Bedingungen in Lagern. Murad beklagte, dass der Wiederaufbau in Sinjar \u2013 anders als in anderen Regionen des Irak \u2013 ausbleibe, und berichtete von anhaltenden religi\u00f6s motivierten Anfeindungen gegen Jesiden. Die Jesidische Gemeinschaft Th\u00fcringen e.V. engagiere sich seit drei Jahren mit Projekten vor Ort, etwa zur Trinkwasserversorgung und einem Bildungszentrum f\u00fcr Kinder, und schlug den Aufbau eines Zentrums f\u00fcr Religionsfreiheit und Menschenrechte in Sinjar vor, f\u00fcr das er um Unterst\u00fctzung warb.<\/p>\n<p><strong>World Uyghur Congress.<\/strong>\u00a0Haiyuer Kuerban, Leiter des Berliner B\u00fcros des World Uyghur Congress, schilderte seinen eigenen Weg zum Glauben in seiner Kindheit in China sowie die seither erlebte staatliche Repression gegen die Religionsaus\u00fcbung der uigurischen Bev\u00f6lkerung \u2013 von Verh\u00f6ren und Zugangsverboten zu Moscheen in den 1990er-Jahren bis zur heutigen systematischen Internierung in Ostturkestan\/Xinjiang. Er berichtete von der Zerst\u00f6rung tausender Moscheen und Friedh\u00f6fe sowie von Berichten, wonach Angeh\u00f6rige religi\u00f6ser Riten wie Begr\u00e4bnisgebete unterlassen und teils zum Verzehr von Schweinefleisch oder Alkoholkonsum gezwungen w\u00fcrden. Kuerban schilderte zudem, dass sein internationales Engagement f\u00fcr die uigurische Gemeinschaft nach eigener Aussage Repressalien gegen seine Familie in China zur Folge habe. Er appellierte an die anwesenden Vertreter anderer Glaubensgemeinschaften sowie an Politik und Menschenrechtsorganisationen, nicht wegzusehen und den Uiguren eine Stimme zu geben.<\/p>\n<p><strong>Songshan Shaolin Temple.<\/strong>\u00a0Gro\u00dfmeister Shifu Shi Miao Sheng, M\u00f6nch der 36. Generation und Vertreter der \u00fcber 1.500 Jahre alten Shaolin-Tradition, sprach \u00fcber die j\u00fcngste Krise um den fr\u00fcheren Abt Shi Yong Xin, dem Veruntreuung und Ordensverst\u00f6\u00dfe vorgeworfen wurden. Er pl\u00e4dierte daf\u00fcr, individuelles Fehlverhalten transparent aufzuarbeiten, ohne die gesamte spirituelle Tradition und ihre Gl\u00e4ubigen unter Generalverdacht zu stellen, und rief Politik und Zivilgesellschaft zu Schutz vor Kollektivstrafen, aktiver Gew\u00e4hrleistung der Religionsfreiheit und interreligi\u00f6sem Dialog auf. Die Veranstaltung wurde durch eine Vorf\u00fchrung traditioneller Shaolin-Kampfkunst begleitet.<\/p>\n<p>Am Ende des Panels trug Sara Mohamed, Mitgr\u00fcnderin von Nile Youth, einer Youth Community f\u00fcr sudanesische junge Menschen in Deutschland, das Gedicht \u201eJust a Human\u201c vor, in dem sie ihre pers\u00f6nliche Lebensgeschichte und ihren Kampf beschreibt, sich als junge schwarze Muslima in der westlichen Welt zu behaupten.<\/p>\n<p><strong>\u201eSpott, Verfolgung, Gewalt \u2013 ein schleichender Weg in die Trag\u00f6die&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Dr. M\u00e1rk Nemes<\/strong>, Religionswissenschaftler und international anerkannter Experte, stellte das sogenannte \u201eRome Model&#8221; vor, das die OSCE 2011 zur Beschreibung des schleichenden \u00dcbergangs von gesellschaftlicher Ausgrenzung zu Verfolgung entwickelt hat: von gesellschaftlicher H\u00e4me und Misstrauen \u00fcber staatliche Diskriminierung bis hin zu breiter, teils staatlich geduldeter Verfolgung. Er verwies auf eine Reihe aktueller Fallbeispiele weltweit \u2013 von der Situation der Ahmadiyya in Pakistan und der Rohingya in Myanmar \u00fcber Baha&#8217;i in Iran und Jemen bis zu religi\u00f6s Verfolgten in Russland und China, wo unter anderem Zeugen Jehovas, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Scientology und die Vereinigungsbewegung\/Family Federation als illegal eingestuft w\u00fcrden. Als weitere Beispiele nannte er eine Polizeidurchsuchung bei der Gruppierung AROPL in Crewe, Gro\u00dfbritannien, eine Durchsuchung bei der Glaubensgemeinschaft Twelve Tribes in den USA im Februar 2026 sowie einen t\u00e4tlichen Angriff auf Mitglieder der Christian Gospel Mission in Taiwan. Auch die Situation von Shincheonji in S\u00fcdkorea, wo Kirchenleiter Man-Hee Lee sich zum Zeitpunkt seines Vortrags in Untersuchungshaft befand sowie den t\u00f6dlichen Angriff auf einen K\u00f6nigreichssaal der Zeugen Jehovas in Hamburg vor drei Jahren f\u00fchrte er als Beispiele an. Nemes appellierte an Medien und \u00d6ffentlichkeit, in der Berichterstattung \u00fcber Religionsgemeinschaften mit gr\u00f6\u00dferer Sorgfalt zu differenzieren, um diesen \u201eschleichenden Prozess&#8221; nicht zu beschleunigen.<\/p>\n<p>Ein weiterer\u00a0<strong>Vertreter des Zentrum f\u00fcr die Angelegenheiten der Jesiden, Herr Quato Haskan<\/strong>, meinte in einem zweisprachig mit \u00dcbersetzer gehaltenen Zwischenvortrag erg\u00e4nzend, dass Hassrede, Hetze und Vorw\u00fcrfe des Unglaubens eine reale Gefahr f\u00fcr das Leben des jesidischen Volkes auch noch heute darstellen in der Region Kurdistan und im Irak insgesamt.<\/p>\n<p><strong>\u201eWir bitten heute nicht um Privilegien. Wir fordern gleiche Rechte.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Go &amp; Change.<\/strong>\u00a0Magdalena Kloibhofer sprach f\u00fcr die Lebensgemeinschaft Go &amp; Change, die seit rund zehn Jahren in einem ehemaligen Kloster in Unterfranken besteht. Neben ihr sa\u00df Dr. Till Eckert, ein befreundeter Mediziner. Sie berichteten von wiederholten medialen Diffamierungskampagnen, beh\u00f6rdlichen Ma\u00dfnahmen des Jugendamts sowie mehreren Durchsuchungen. Eckert schilderte aus seiner Sicht die Haftbedingungen des Mitgr\u00fcnders \u201eKai&#8221;, der seiner Darstellung nach wegen einer drogeninduzierten Psychose in einem seiner Ansicht nach einseitigen Verfahren verurteilt wurde und dessen gesundheitliche und rechtliche Situation er &#8211; als Arzt &#8211; in der Untersuchungs- und der Vollzugshaft als medizinisch und menschenrechtlich bedenklich bezeichnete. Sie warben f\u00fcr einen respektvollen Austausch mit anderen Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaften.<\/p>\n<p><strong>Familienf\u00f6deration f\u00fcr Weltfrieden und Vereinigung<\/strong>. Claus Dubisz schilderte f\u00fcr die fr\u00fcher auch als Vereinigungskirche oder Moon-Sekte bekannte christliche Kirche, wie sich die j\u00fcngste Aufl\u00f6sungsanordnung in Japan auch auf junge Menschen auswirkt. Die zynischen Aussagen f\u00fchrender Personen, dass man ja nicht den Glauben als solchen verbieten w\u00fcrde, m\u00fcssen angesichts des Einzugs von Kirchen und Geldern nicht mehr kommentiert werden. Einige Jugendliche seien so in den Suizid getrieben worden. Die Mitgr\u00fcnderin Hak ja-han Moon sei zwar aktuell nur in einem Hospital untergebracht, die U-Haft der 83-j\u00e4hrigen mit schweren gesundheitlichen Einschr\u00e4nkungen sei aber noch nicht aufgehoben. Zudem hatte Deutschland 11 Jahre lang den Gr\u00fcndern der Kirche die Einreise in den gesamten Schengenraum untersagt, was erst 2006 durch das Bundesverfassungsgericht korrigiert worden sei. Damals habe dieses explizit darauf hingewiesen, dass Beh\u00f6rden nicht beurteilen d\u00fcrften, welche Bedeutung ein Besuch f\u00fcr eine Kirche habe. Denn Kernfragen der F\u00f6rderung und Aus\u00fcbung des Glaubens seien staatlicher Bewertung entzogen. Konkrete Gefahren durch den Besuch der Religionsstifter seien ebenfalls nicht ersichtlich.<\/p>\n<p><strong>Scientology.<\/strong>\u00a0Michaela Gross, Pr\u00e4sidentin der Church of Scientology Frankfurt, schilderte aus ihrer Sicht die Diskriminierung von Scientology-Mitgliedern in Deutschland. Sie berichtete von famili\u00e4rer Ausgrenzung nach Bekanntwerden ihrer Religionszugeh\u00f6rigkeit, von sogenannten \u201eSektenfiltern&#8221; bei Beh\u00f6rden, Unternehmen und Schulen, mit denen Betroffene nach ihrer Darstellung erkl\u00e4ren m\u00fcssten, keine Scientologen zu sein, um Auftr\u00e4ge, Arbeitspl\u00e4tze oder \u00f6ffentliche F\u00f6rderungen zu erhalten, sowie von einer nach ihrer Wahrnehmung \u00fcberwiegend einseitig negativen Medienberichterstattung. Als Beispiel nannte sie einen Fall aus M\u00fcnchen, in dem einer Scientologin eine kommunale F\u00f6rderung f\u00fcr ein E-Bike zun\u00e4chst verweigert worden sei, weil sie die Unterzeichnung eines solchen \u201eSektenfilters&#8221; abgelehnt habe; ein Gericht habe ihr nach vier Jahren rechtsg\u00fcltig recht gegeben.<\/p>\n<p><strong>Shincheonji \/ ZCMG Frankfurt.<\/strong>\u00a0Samuel Frese, Abteilungsleiter f\u00fcr \u00fcberkonfessionellen Austausch bei der Shincheonji Kirche Jesu, stellte die 1984 in S\u00fcdkorea gegr\u00fcndete Glaubensgemeinschaft sowie die von ihrem Gr\u00fcnder Man-Hee Lee 2013 gegr\u00fcndete Friedensorganisation HWPL vor, die \u00fcber einen Beraterstatus beim UN-Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) verf\u00fcgt. Frese berichtete von Ausgrenzung, Stigmatisierung und Benachteiligung, die Mitglieder der Kirche nach eigenen Angaben in Familie, Beruf und sozialem Umfeld erfahren. Er ordnete das Verfahren gegen Lee w\u00e4hrend der Corona-Pandemie 2020 differenziert ein: Der 2020 in Untersuchungshaft genommene Kirchenleiter sei vom pandemiebezogenen Vorwurf sp\u00e4ter rechtskr\u00e4ftig freigesprochen worden, andere Verurteilungen seien bestehen geblieben. Im aktuellen, 2026 er\u00f6ffneten Verfahren wird Lee ein Versto\u00df gegen das s\u00fcdkoreanische Parteiengesetz vorgeworfen; er befindet sich nach Angaben von Frese seit rund 60 Tagen in Untersuchungshaft. Frese verwies auf eine Pressekonferenz von Menschenrechtsexperten \u2013 darunter Vertreter von HRWF, CAP und CESNUR unter Beteiligung auch der heute anwesenden Experten Nemes und Langhans \u2013 am 7. August 2026 in S\u00fcdkorea, die die lange Untersuchungshaft angesichts des hohen Alters des 95-j\u00e4hrigen Beschuldigten als unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig kritisiert hatten, und betonte, dass die Unschuldsvermutung auch in diesem Verfahren gelten m\u00fcsse. Er appellierte f\u00fcr eine Pr\u00fcfung milderer Ma\u00dfnahmen wie Kaution oder Hausarrest, f\u00fcr eine aufmerksame Begleitung des Verfahrens durch internationale Beobachter, f\u00fcr die Richtigstellung nach seiner Auffassung falscher Behauptungen \u00fcber die Kirche sowie allgemein f\u00fcr Religionsfreiheit f\u00fcr alle Menschen.<\/p>\n<p><strong>\u201eWir k\u00f6nnen unterschiedlich sein \u2013 und trotzdem frei und sicher leben&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Insgesamt wurden bei der Veranstaltung nach Angaben der Organisatoren rund 250.000 Menschen in Deutschland und weltweit \u00fcber 32 Millionen Menschen durch Vertreter ihrer jeweiligen Religionen und Weltanschauungen repr\u00e4sentiert. Zum Abschluss unterzeichneten die teilnehmenden Leiterinnen und Leiter eine gemeinsame Erkl\u00e4rung, in der sie sich zu gegenseitigem Respekt zwischen Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie zur Wahrung von Religions-, Meinungs- und Pressefreiheit bekennen. Zentraler Gedanke der Erkl\u00e4rung: &#8220;Religions- und Weltanschauungsfreiheit bedeutet nicht, dass wir alle dasselbe glauben oder denken. Sie bedeutet, dass wir unterschiedlich sein k\u00f6nnen \u2013 und trotzdem frei und sicher leben k\u00f6nnen.&#8221;<\/p>\n<p>Der Nachmittag endete mit einer Aktion von Kooperationspartner HWPL, bei der Tauben freigelassen wurden \u2013 ein Zeichen des stillen Protests daf\u00fcr, dass HWPL-Chairman und Shincheonji-Kirchenleiter Man-Hee Lee, der sich weiterhin in Untersuchungshaft befindet, freigelassen werden soll.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"mt-5\"><strong>Verantwortlich f\u00fcr diese Pressemeldung:<\/strong><\/div>\n<div class=\" mt-4 bg-light p-4\">\n<h2 id=\"kontakt\">FOREF Europe, vertr. d. FOREF Deutschland, Michael Langhans<\/h2>\n<div class=\"row lh-lg mt-3 opr-text\">\n<div class=\"col-12 col-lg-4\">\n<ul class=\"fa-ul ms-xl-0 lh-base\">\n<li>\n<address>Franziskanerstr. 8<br \/>\n45139\u00a0Essen<br \/>\nDeutschland<\/address>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/div>\n<div class=\"col-12 col-lg-4\">\n<ul class=\"fa-ul lh-base\">\n<li class=\"lh-sm mb-3\"><i class=\"fa-regular fa-user\"><\/i>Ass. jur.\u00a0Michael\u00a0Langhans<br \/>\n<small class=\"text-muted\">Executive Director<\/small><\/li>\n<li class=\"mb-3\"><a class=\"text-reset\" href=\"tel:01577\/6572750\"><i class=\"fa-regular fa-phone\"><\/i>01577\/6572750<\/a><\/li>\n<li class=\"mb-3\">____________________________________________________________<\/li>\n<\/ul>\n<p>Lesen Sie auch:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.foref.info\/nachlese-european-forum-for-religious-freedom-and-human-rights\/\">https:\/\/www.foref.info\/nachlese-european-forum-for-religious-freedom-and-human-rights\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Pressemitteilung von FOREF Deutschland: Verfolgte fordern Geh\u00f6r beim Europ\u00e4ischen Forum f\u00fcr Religionsfreiheit und Menschenrechte (openPR)\u00a0Frankfurt am Main, 22. 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