{"id":2213,"date":"2025-05-27T15:12:38","date_gmt":"2025-05-27T13:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/?p=2213"},"modified":"2025-05-27T15:12:50","modified_gmt":"2025-05-27T13:12:50","slug":"die-fragile-balance-zwischen-pressefreiheit-und-religionsfreiheit-wie-stigmatisierende-sprache-gewalt-saet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/die-fragile-balance-zwischen-pressefreiheit-und-religionsfreiheit-wie-stigmatisierende-sprache-gewalt-saet\/","title":{"rendered":"Die fragile Balance zwischen Pressefreiheit und Religionsfreiheit: Wie stigmatisierende Sprache Gewalt s\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>World Press Freedom Day<\/p>\n<p><strong>Ver\u00f6ffentlicht anl\u00e4sslich des Welttags der Pressefreiheit, 3. Mai 2025<br \/>\n<\/strong><em>Autor: \u00a0Peter Zoehrer*, Executive Director, FOREF Europe<\/em><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Am Welttag der Pressefreiheit ehrten wir den Journalismus als H\u00fcter der Demokratie \u2013 eine Kraft, die Macht zur Rechenschaft zieht und den Stimmlosen Geh\u00f6r verschafft. Artikel 19 der Allgemeinen Erkl\u00e4rung der Menschenrechte (AEMR) verankert die Meinungsfreiheit als Fundament freier Gesellschaften. Doch diese Freiheit ist keine Einbahnstra\u00dfe. Wenn Medien religi\u00f6se Minderheiten durch stigmatisierende Sprache diffamieren, formen sie nicht nur Narrative \u2013 sie entfesseln Realit\u00e4ten, die Diskriminierung, Hass und Gewalt befeuern.<\/strong><\/p>\n<p>Das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit, gesch\u00fctzt durch\u00a0<strong>Artikel 18 der AEMR<\/strong>, ist kein Gegensatz zur Pressefreiheit, sondern ihr untrennbarer Partner. Wird eines dieser Rechte untergraben, geraten beide ins Wanken. In einer \u00c4ra, in der Desinformation und Vorurteile durch digitale Kan\u00e4le rasend schnell verbreitet werden, tr\u00e4gt die Presse eine moralische und gesellschaftliche Verantwortung von ungeheurer Tragweite.<\/p>\n<h4>Die Macht der Worte: Stigmatisierung als Wurzel von Gewalt<\/h4>\n<p>In Demokratien weltweit werden friedliche Glaubensgemeinschaften durch eine Medienkultur bedroht, die alte Vorurteile in modernem Gewand recycelt. Begriffe wie\u00a0<strong>\u201eSekte\u201c<\/strong>\u00a0oder\u00a0<strong>\u201eKult\u201c<\/strong>\u00a0\u2013 ohne rechtliche oder wissenschaftliche Grundlage \u2013 dienen dazu, ganze Glaubenssysteme zu entmenschlichen. Diese Worte sind keine neutralen Beschreibungen, sondern Waffen: Sie sch\u00fcren Angst, rechtfertigen Feindseligkeit und \u00f6ffnen die T\u00fcr zu sozialer Ausgrenzung, Gewalt und rechtlicher Vernichtung.<\/p>\n<h4>\u00d6sterreich: Wenn der \u00f6ffentliche Rundfunk entgleist<\/h4>\n<p>Ein k\u00fcrzlicher Vorfall in \u00d6sterreich zeigt, wie selbst \u00f6ffentlich-rechtliche Medien die Grenze zwischen Journalismus und Verleumdung \u00fcberschreiten k\u00f6nnen. In einem\u00a0<strong>2-min\u00fctigen Beitrag des ORF Mittagsjournals<\/strong>\u00a0<strong>wurde die Vereinigungskirche \u2013 eine in \u00d6sterreich gesetzlich anerkannte Glaubensgemeinschaft ohne dokumentierte Verfehlungen \u2013 zw\u00f6lfmal als \u201eSekte\u201c und einige Male als \u201cKult\u201d gebrandmarkt.<\/strong>\u00a0Ihre Mitglieder engagieren sich f\u00fcr Frieden, Bildung und interreligi\u00f6sen Dialog, doch der ORF reduzierte sie auf ein diffamierendes Stereotyp.<\/p>\n<p>Der Sender rechtfertigte seine Sprache mit einem japanischen Gerichtsurteil, das eine verwandte Gruppe wegen zivilrechtlicher Verst\u00f6\u00dfe aufl\u00f6ste. Entscheidend wurde jedoch verschwiegen: Die Vereinigungskirche genie\u00dft in \u00d6sterreich rechtlichen Schutz, lokale Vorw\u00fcrfe von Fehlverhalten fehlen, und das japanische Urteil wurde von Menschenrechtsorganisationen wie dem\u00a0<strong>IRF Roundtable<\/strong>,\u00a0<strong>Human Rights Without Frontiers<\/strong>\u00a0und\u00a0<strong>Rednern des IRF Summit 2025<\/strong>\u00a0als Versto\u00df gegen internationale Standards der Religionsfreiheit verurteilt.<\/p>\n<p>Das \u00f6sterreichische Anerkennungsgesetz von 1998 garantiert anerkannten Religionsgemeinschaften Gleichbehandlung. Indem der ORF diesen Schutz ignorierte und stigmatisierende Sprache wiederholte, s\u00e4te er Vorurteile. Ein Sprecher der Kirche forderte vergeblich eine Richtigstellung. Solche Berichterstattung desinformiert nicht nur \u2013 sie sch\u00fcrt Hass.\u00a0<strong>In Deutschland griffen k\u00fcrzlich Neonazi-Extremisten Hare-Krishna-Anh\u00e4nger an, eine Gewalt, die durch jahrzehntelange mediale D\u00e4monisierung von Minderheitsreligionen als \u201egef\u00e4hrliche Sekten\u201c gen\u00e4hrt wurde.<\/strong><\/p>\n<h4>Ein europ\u00e4isches Muster<\/h4>\n<p>\u00d6sterreich ist kein Einzelfall. In\u00a0<strong>Deutschland<\/strong>\u00a0werden Gruppen wie Scientology oder Hare Krishna ohne gerichtliche Grundlage als \u201eantidemokratisch\u201c diffamiert, was zu \u00dcberwachung, Arbeitsplatzverlust und sozialer \u00c4chtung f\u00fchrt. In\u00a0<strong>Frankreich<\/strong>\u00a0f\u00fchrte der diskreditierte Parlamentsbericht von 1995 dazu, dass\u00a0<strong>172 Gruppen<\/strong>\u00a0\u2013 von Christian Scientists bis Antoinisten \u2013 ohne Beweise als Bedrohung eingestuft wurden. Die staatliche\u00a0<strong>Anti-Sekten-Taskforce MIVILUDES<\/strong>\u00a0ver\u00f6ffentlicht Warnungen, die Medien ungepr\u00fcft \u00fcbernehmen, und pr\u00e4gt so \u00f6ffentliche Meinung und Politik.<\/p>\n<p>Diese Begriffe haben keine rechtliche Pr\u00e4zision, doch ihre Wirkung ist verheerend. Trotz wiederholter Urteile des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte, die die Rechte von Minderheitsreligionen bekr\u00e4ftigen, bleiben stigmatisierende Etiketten tief im \u00f6ffentlichen Diskurs verankert.<\/p>\n<h3>Globale Konsequenzen: Medien als Brandbeschleuniger<\/h3>\n<p>Die Folgen verzerrter Mediennarrative sind weltweit sp\u00fcrbar \u2013 und oft t\u00f6dlich.<\/p>\n<h4>China: Mediengesteuerter kultureller Genozid<\/h4>\n<p>In China betreibt die Staatspropaganda eine systematische D\u00e4monisierung religi\u00f6ser Minderheiten, die als Bedrohung f\u00fcr die Ideologie der Kommunistischen Partei gelten.\u00a0<strong>Falun-Gong-Praktizierende<\/strong>\u00a0werden seit dem Verbot 1999 als \u201eb\u00f6ser Kult\u201c verunglimpft, eine Bezeichnung, die Masseninhaftierung, Folter und Organraub rechtfertigt. Das China Tribunal, ein unabh\u00e4ngiges Gremium, dokumentierte, dass Falun-Gong-Anh\u00e4nger und andere Minderheiten wie\u00a0<strong>Uiguren<\/strong>\u00a0gezielt Opfer eines staatlich organisierten Organhandels sind.<\/p>\n<p>Seit 2017 wurden \u00fcber eine\u00a0<strong>Million Uiguren in Xinjiang<\/strong>\u00a0in sogenannten \u201eUmerziehungslagern\u201c interniert, wo sie Zwangsarbeit, kultureller Ausl\u00f6schung und politischer Indoktrination ausgesetzt sind. Staatsmedien stellen dies als \u201eBerufsausbildung\u201c dar, w\u00e4hrend Berichte \u00fcber Folter, Zwangssterilisation und den Abriss von Moscheen ignoriert werden.\u00a0<strong>Tibeter<\/strong>\u00a0erleiden ein \u00e4hnliches Schicksal: Kl\u00f6ster werden zerst\u00f6rt, die tibetische Sprache unterdr\u00fcckt, und der Dalai Lama wird als \u201eSeparatist\u201c diffamiert. Diese Narrative, verbreitet durch\u00a0<strong>staatlich kontrollierte Medien, legitimieren einen kulturellen Genozid.<\/strong><\/p>\n<h4>Russland: Staatsmedien als Werkzeug der Repression<\/h4>\n<p><strong>In Russland wurden die Zeugen Jehovas 2017 als \u201eextremistische Organisation\u201c verboten<\/strong>, ein Schritt, der durch jahrelange staatlich orchestrierte Medienkampagnen vorbereitet wurde. Staatsmedien wie\u00a0<strong>Rossija 24 und RT<\/strong>\u00a0portr\u00e4tierten die Gruppe als Gefahr f\u00fcr die nationale Sicherheit, obwohl keine Beweise f\u00fcr kriminelles Verhalten vorliegen. Nach dem Verbot wurden \u00fcber 180.000 Mitglieder in den Untergrund gezwungen, Hunderte inhaftiert, und viele berichten von Folter und Hausdurchsuchungen. Die Staatsmedien spielten eine zentrale Rolle, indem sie die \u00d6ffentlichkeit auf die Verfolgung einschworen und Dissens unterdr\u00fcckten.\u00a0<strong>Dieser Fall zeigt, wie Medien als Werkzeug staatlicher Repression eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n<h4>Nigeria: Die verschwiegene Trag\u00f6die der Christen<\/h4>\n<p><strong>In Nigeria bleibt die Verfolgung von Christen eine der am wenigsten beachteten Menschenrechtskrisen.<\/strong>\u00a0Zwischen 2020 und 2024 wurden laut Open Doors \u00fcber\u00a0<strong>14.000 Christen<\/strong>\u00a0von extremistischen Gruppen wie Boko Haram, ISWAP und radikalisierten Fulani-Milizen get\u00f6tet.\u00a0<strong>Allein 2023 wurden \u00fcber 5.000 Christen ermordet<\/strong>, Tausende Kirchen zerst\u00f6rt, und Hunderttausende vertrieben. Dennoch bleibt die globale Medienberichterstattung l\u00fcckenhaft, und das religi\u00f6se Motiv wird oft verschwiegen. Dieses Schweigen f\u00f6rdert Straffreiheit und signalisiert Verfolgern, dass die Welt wegsehen wird. In Regionen mit schwachem staatlichen Schutz erm\u00f6glicht das Versagen der Medien, die Wahrheit zu berichten, ungest\u00f6rtes Leid.\u00a0<strong>Das Schweigen ist Mitschuld.\u00a0<\/strong>Wenn Medien \u00fcber die Verfolgung von Christen in Nigeria schweigen, versagen sie nicht nur journalistisch \u2013 sie machen sich mitschuldig. \u00dcber 14.000 Tote in vier Jahren, Tausende zerst\u00f6rte Kirchen \u2013 und kaum Berichterstattung. Demokratie stirbt im Dunkeln. Wen Journalisten \u201ccrimes against humanity\u201d verschweigen, brechen sie die ethische Pflicht zur Wahrhaftigkeit. Schweigen sch\u00fctzt nicht die Opfer, sondern ermutigt die T\u00e4ter.<\/p>\n<h4 dir=\"ltr\" data-pm-slice=\"1 1 []\">Japan: Mediale Hexenjagd mit globalen Folgen<\/h4>\n<p dir=\"ltr\">In Japan haben mediale Diffamierungskampagnen beispiellose Ausma\u00dfe erreicht. Nach dem Attentat auf\u00a0<strong>Ex-Ministerpr\u00e4sident Shinzo Abe\u00a0<\/strong>2022 wurde die Vereinigungskirche in \u00fcber<strong>\u00a04.000 Artikeln<\/strong>\u00a0als \u201eKult\u201c gebrandmarkt, obwohl kein Zusammenhang mit dem Verbrechen bestand. Der Attent\u00e4ter T. Yamagamy handelte aus pers\u00f6nlichen Motiven, doch die Medien nutzten die Trag\u00f6die, um eine Hexenjagd zu entfesseln. Unter diesem Druck leitete die Regierung rechtliche Schritte ein, die am 25. M\u00e4rz 2025 zur Aufl\u00f6sung der Kirche durch das Bezirksgericht Tokio f\u00fchrten. Die Berufung l\u00e4uft, doch der gesellschaftliche Schaden ist immens: Kinder werden gemobbt, Unternehmen k\u00fcndigen Vertr\u00e4ge,\u00a0<strong>Banken verweigern Dienstleistungen. Sollte die Berufung scheitern, droht die Beschlagnahmung allen Verm\u00f6gens und die Schlie\u00dfung von Kirchen \u2013 eine beispiellose Vernichtung einer legalen Glaubensgemeinschaft ohne strafrechtliche Grundlage.<\/strong><\/p>\n<p dir=\"ltr\">Dieser Vorgang ist ein Alarmsignal f\u00fcr Demokratien weltweit. Japan, die drittgr\u00f6\u00dfte Wirtschaftsmacht und eine vermeintlich stabile Demokratie, tritt fundamentale Prinzipien wie Religionsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit mit F\u00fc\u00dfen. Diktatorische und autokratische Regime reiben sich die H\u00e4nde, wenn sie sehen, wie eine demokratische Nation solche Pr\u00e4zedenzf\u00e4lle schafft. Der \u201eCopycat-Effekt\u201c ist vorprogrammiert: Autorit\u00e4re Staaten k\u00f6nnten Japans Vorgehen als Blaupause nutzen, um religi\u00f6se Minderheiten unter dem Deckmantel medialer und politischer Unpopularit\u00e4t zu unterdr\u00fccken. Internationale Stimmen, darunter\u00a0<strong>Ex-US-Botschafter Sam Brownback, Ex-Sprecher Newt Gingrich und USCIRF-Co-Vorsitzende Katrina Lantos-Swet<\/strong>t, verurteilen dies als direkten Angriff auf die Demokratie. Auch\u00a0<strong>europ\u00e4ische Experten,, wie Dr. Massimo Introvigne, Willy Fautre oder Dr \u00a0Aaron Rhodes<\/strong>\u00a0<strong>warnen: Japan \u00f6ffnet eine B\u00fcchse der Pandora, die globale Auswirkungen haben k\u00f6nnte.<\/strong><\/p>\n<div class=\"post thumbnail-seealso post-3776 type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-united-nations tag-austria tag-ccp tag-china tag-forb tag-foref-europe tag-freedom-of-religion-or-belief tag-freedom-of-speech tag-hrwf tag-human-rights tag-jehovas-witnesses tag-osterreich tag-pakistan tag-persecution-of-christians tag-press-accountability tag-press-freedom tag-religious-discrimination tag-religious-freedom tag-reporters-without-borders tag-rfs tag-rog tag-russia tag-sects tag-unification-church tag-uyghurs thb-post-share-style3\"><span class=\"thb-seealso-text\">See Also<\/span><\/div>\n<div class=\"post thumbnail-seealso post-3776 type-post status-publish format-standard has-post-thumbnail hentry category-united-nations tag-austria tag-ccp tag-china tag-forb tag-foref-europe tag-freedom-of-religion-or-belief tag-freedom-of-speech tag-hrwf tag-human-rights tag-jehovas-witnesses tag-osterreich tag-pakistan tag-persecution-of-christians tag-press-accountability tag-press-freedom tag-religious-discrimination tag-religious-freedom tag-reporters-without-borders tag-rfs tag-rog tag-russia tag-sects tag-unification-church tag-uyghurs thb-post-share-style3\">\n<div class=\"thumbnail-seealso-inner\">\n<aside class=\"post-category \"><a href=\"https:\/\/foref-europe.org\/blog\/category\/united-nations\/\" rel=\"category tag\">United Nations<\/a><\/aside>\n<div class=\"post-title\">\n<h6><a title=\"MEDIA\u2019S POWER: Uplifting or Undermining Religious Freedom\" href=\"https:\/\/foref-europe.org\/blog\/2025\/05\/07\/medias-power-uplifting-or-undermining-religious-freedom\/\">MEDIA\u2019S POWER: Uplifting or Undermining Religious Freedom<\/a><\/h6>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Digitale Echokammern und wachsender Widerstand<\/h4>\n<p>In unserer vernetzten Welt verbreiten sich Desinformation und Stigmatisierung mit Lichtgeschwindigkeit. In\u00a0<strong>Bangladesch<\/strong>\u00a0l\u00f6ste 2021 ein falscher Social-Media-Post \u00fcber eine Koransch\u00e4ndung w\u00e4hrend Durga Puja t\u00f6dliche Unruhen aus. Die Grenze zwischen Ger\u00fccht und Journalismus l\u00f6st sich auf.<\/p>\n<p><strong>Doch es w\u00e4chst Widerstand!<\/strong>\u00a0Plattformen wie\u00a0<strong>Bitter Winter<\/strong>,\u00a0<strong>FOREF Europe<\/strong>,\u00a0<strong>CESNUR<\/strong>\u00a0und\u00a0<strong>HRWF<\/strong>\u00a0sowie unabh\u00e4ngige Wissenschaftler dokumentieren Missbrauch und verteidigen das Gewissen.<\/p>\n<h3>Ein Aufruf zur Verantwortung<\/h3>\n<p><strong>Um Pressefreiheit und Religionsfreiheit zu sch\u00fctzen, sind dringende Ma\u00dfnahmen erforderlich:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Stigmatisierende Sprache ausmerzen<\/strong>: Begriffe wie\u00a0<strong>\u201eKult\u201c<\/strong>\u00a0oder\u00a0<strong>\u201eSekte\u201c<\/strong>\u00a0d\u00fcrfen nur mit objektiven, rechtlichen Beweisen verwendet werden. So wie rassistische Beleidigungen wie das\u00a0<strong>\u201eN-Wort\u201c<\/strong>\u00a0oder antisemitische Schimpfw\u00f6rter wie \u201eJude\u201c als abwertende Bezeichnung aus dem verantwortungsvollen Diskurs weitgehend verbannt wurden, m\u00fcssen religi\u00f6se Diffamierungen zur\u00fcckgewiesen werden. Die erfolgreiche \u00dcberwindung solcher Sprache zeigt, dass gesellschaftlicher Wandel m\u00f6glich ist: In vielen L\u00e4ndern wurden rassistische oder antisemitische Begriffe durch gezielte Bildung, gesetzliche Ma\u00dfnahmen und mediale Selbstkontrolle aus dem \u00f6ffentlichen Sprachgebrauch gedr\u00e4ngt. Ebenso m\u00fcssen Begriffe wie \u201eSekte\u201c durch neutrale Alternativen wie\u00a0<strong>\u201eGlaubensgemeinschaft\u201c<\/strong>\u00a0oder\u00a0<strong>\u201eneue religi\u00f6se Bewegung\u201c<\/strong>\u00a0ersetzt werden.<\/li>\n<li><strong>Journalistenschulungen<\/strong>: Medienvertreter brauchen Schulungen in Religionsfreiheit, religi\u00f6ser Bildung und kultureller Sensibilit\u00e4t, um Stereotypen zu vermeiden.<\/li>\n<li><strong>Medienverantwortung st\u00e4rken<\/strong>: Ombudspersonen, unabh\u00e4ngige Presser\u00e4te und \u00f6ffentliche Reaktionen auf diffamierende Inhalte m\u00fcssen etabliert werden.<\/li>\n<li><strong>Unabh\u00e4ngigen Journalismus f\u00f6rdern<\/strong>: Unterst\u00fctzung f\u00fcr Organisationen, die Pressefreiheit und die Rechte religi\u00f6ser Minderheiten verteidigen, ist essenziell.<\/li>\n<li><strong>Anti-Sekten-Narrative ablehnen<\/strong>: Regierungen und internationale Gremien m\u00fcssen Narrative vermeiden, die gegen Menschenrechtsnormen versto\u00dfen.<\/li>\n<\/ol>\n<blockquote><p>Wie\u00a0<strong>UN-Sonderberichterstatterin Nazila Ghanea<\/strong>\u00a02023 warnte, geht \u201edirekte Gewalt gegen marginalisierte religi\u00f6se Gemeinschaften oft Hand in Hand mit gesetzlich vorgeschriebener Diskriminierung\u201c \u2013 vieles davon durch voreingenommene Medien befeuert.<\/p><\/blockquote>\n<h4>Fazit: Ein Test f\u00fcr die Seele des Journalismus<\/h4>\n<p><strong>Der Welttag der Pressefreiheit ist mehr als eine Feier \u2013 er ist ein moralischer Pr\u00fcfstein.<\/strong>\u00a0Wird die Presse an der Seite der Unterdr\u00fcckten stehen oder dem Mob folgen? Wird sie Artikel 18 und 19 der AEMR verteidigen oder sie f\u00fcr Sensationalismus opfern?<\/p>\n<p><strong>In diesem zerbrechlichen globalen Moment ist Integrit\u00e4t der Ma\u00dfstab. Wir fordern einen Journalismus, der Wahrheit \u00fcber Tribalismus, Kontext \u00fcber Karikatur stellt. Die Presse hat die Macht, Br\u00fccken zu bauen oder Abgr\u00fcnde zu schaffen. Es liegt an ihr, zu entscheiden, welches Erbe sie hinterlassen will. Die Welt schaut zu \u2013 und die Geschichte wird urteilen.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>World Press Freedom Day Ver\u00f6ffentlicht anl\u00e4sslich des Welttags der Pressefreiheit, 3. Mai 2025 Autor: \u00a0Peter Zoehrer*, Executive Director, FOREF Europe Am Welttag der Pressefreiheit ehrten wir den Journalismus als H\u00fcter der Demokratie \u2013 eine Kraft, die Macht zur Rechenschaft zieht und den Stimmlosen Geh\u00f6r verschafft&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2214,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[42],"tags":[],"class_list":["post-2213","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-presseraum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2213","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2213"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2213\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2216,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2213\/revisions\/2216"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2214"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2213"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2213"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2213"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}