{"id":1397,"date":"2019-12-09T21:40:38","date_gmt":"2019-12-09T20:40:38","guid":{"rendered":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/?p=1397"},"modified":"2019-12-10T11:01:38","modified_gmt":"2019-12-10T10:01:38","slug":"2-warum-gibt-es-das-bose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/2-warum-gibt-es-das-bose\/","title":{"rendered":"2. Warum gibt es das B\u00f6se"},"content":{"rendered":"<h5>Der Fall des Menschen<\/h5>\n<p>Da Gott ein Wesen von unendlicher Liebe, G\u00fcte und Macht ist, muss man sich fragen: Warum gibt es das B\u00f6se? Offenbar lebt der Mensch mit zwei miteinander in Konflikt stehenden Verlangen: Einerseits m\u00f6chte er andere Menschen unterst\u00fctzen und f\u00fcr sie sorgen; andererseits ist er in der Lage, ohne R\u00fccksicht auf andere so zu handeln, wie er es f\u00fcr den eigenen Nutzen als am besten erachtet. Woher kommt dieser Konflikt? Ist Gott ein Fehler unterlaufen, nachdem Er ein wunderbares und \u00f6kologisch ausgewogenes Lebenssystem geschaffen hatte? Hat Er Sein allerh\u00f6chstes Gesch\u00f6pf mit einem inneren Widerspruch ausgestattet, vergleichbar mit einer Tasse, die ein Loch hat? Nat\u00fcrlich nicht.<\/p>\n<p>Es gibt keine historischen Aufzeichnungen \u00fcber die Ereignisse, durch die das B\u00f6se in die Welt gekommen ist. Jedoch schenkt uns die Bibel im Buch Genesis in Form der Erz\u00e4hlung \u00fcber die ersten menschlichen Vorfahren, Adam und Eva, die wichtige Erkenntnis, dass diese beiden die erste S\u00fcnde begangen haben. Die Geschichte enth\u00e4lt viele Symbole und darum fehlt es ihr an Klarheit dar\u00fcber, was Adam und Eva genau getan haben. Sicherlich hatte die S\u00fcnde der ersten Vorfahren der Menschen furchtbare Konsequenzen, da alle ihre Nachkommen davon betroffen sind. Texte aus verschiedenen Schriften beinhalten unterschiedliche Variationen \u00fcber das Thema \u201eFall\u201c. Das G\u00f6ttliche Prinzip pr\u00e4sentiert eine profunde Erkl\u00e4rung \u00fcber die eigentliche Ursache des B\u00f6sen, die in allen gro\u00dfen Religionen in Symbole eingebettet ist. Die Geschichte in der Genesis, auf die sich die Erkl\u00e4rung des G\u00f6ttlichen Prinzips konzentriert, ist vielleicht die bekannteste und aufschlussreichste von allen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Was geschah im Garten Eden?<\/h5>\n<p>Wie in der Geschichte vom Fall des Menschen berichtet wird, standen in der Mitte des Gartens zwei B\u00e4ume: der Baum des Lebens und der Baum der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se, an dem eine verbotene Frucht hing. In diesem Garten lebten Adam und Eva sowie eine Schlange, die mit ihnen sprach und sie betrog.<\/p>\n<p>Gott hatte den beiden Menschen das Gebot gegeben, nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se zu essen; denn sobald sie davon essen w\u00fcrden, m\u00fcssten sie sterben. Die Schlange verf\u00fchrte Eva dazu, die Frucht entgegen Gottes Gebot zu essen. Eva teilte wiederum die Frucht mit Adam. An diesem Punkt f\u00fchlten der Mann und die Frau Angst und Schuld. Sie verh\u00fcllten ihre sexuellen K\u00f6rperteile und versteckten sich vor Gott. Gott versperrte daraufhin den Weg zum Baum des Lebens und schickte sie aus dem Paradies fort.<\/p>\n<p>Soll diese Geschichte w\u00f6rtlich oder symbolisch verstanden werden? Um die Geschehnisse in der Genesis richtig zu interpretieren, setzt das G\u00f6ttliche Prinzip auf folgende Kriterien: erstens auf den gesunden Menschenverstand, der auf unserem allgemeinen Geschichtswissen und auf menschlichen Erfahrungen gr\u00fcndet; zweitens auf die Bibel als Ganzes; und drittens auf das Prinzip der Sch\u00f6pfung (wie im ersten Teil vorgestellt).<\/p>\n<p>Auf der Grundlage dieser Kriterien wird klar, dass diese Erz\u00e4hlung viel Symbolik enth\u00e4lt. Wenn die Symbole korrekt interpretiert werden, entdecken wir, dass diese Geschichte ein tats\u00e4chliches Ereignis im Leben unserer ersten Vorfahren beschreibt.<\/p>\n<p>Die Frucht, von der die ersten menschlichen Vorfahren a\u00dfen, kann keine tats\u00e4chliche Frucht gewesen sein. Jesus erkl\u00e4rte: \u201eNicht das, was durch den Mund in den Menschen hineinkommt, macht ihn unrein, sondern was aus dem Mund des Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.\u201c (Mt 15,11) Au\u00dferdem war der Tod, der aus dem Essen der Frucht resultierte, kein physischer Tod (Adam und Eva lebten nach dem Fall weiter), sondern ein geistiger Tod, der die Trennung der Menschen von Gott bedeutete.<\/p>\n<p>Eine Interpretation ist, dass es nicht auf die Frucht ankomme, sondern dass allein Adams und Evas Akt des Ungehorsams die Wurzel allen historischen \u00dcbels und der S\u00fcnden der Menschheit sei. Aber diese Interpretation erkl\u00e4rt nicht, warum Adam und Eva Gott nicht gehorchten \u2013 taten sie es etwa nur wegen etwas Obst? Wir k\u00f6nnen nicht glauben, dass Gott in sie ein Verlangen gelegt hat, nur wegen einer Obstfrucht gegen Ihn zu rebellieren oder sich selbst zu zerst\u00f6ren. Darum muss die Frucht, die Adam und Eva gegessen haben, eine Umschreibung f\u00fcr etwas sein, das sehr viel wichtiger f\u00fcr das Gl\u00fcck des Menschen ist als ein schmackhafter Apfel oder eine Birne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Sex und die urspr\u00fcngliche S\u00fcnde<\/h5>\n<p>Nachdem Adam und Eva die Frucht gegessen hatten, bedeckten sie voller Scham ihre sexuellen K\u00f6rperteile. Warum haben sie das getan? Die Bibel (Hiob 31,33) sagt dazu: \u201eWenn ich nach Menschenart meine Frevel verhehlte, meine Schuld verbarg in meiner Brust \u2026\u201c Die Tatsache, dass Adam seine \u00dcbertretungen verbarg und Adam und Eva nach dem Fall ihre sexuellen K\u00f6rperteile bedeckten, l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass die S\u00fcnde von Adam und Eva einen sexuellen Akt beinhaltete. Wenn sie mit ihrem Mund ges\u00fcndigt h\u00e4tten, dann h\u00e4tten sie ihren Mund voller Scham bedeckt. Im Neuen Testament finden wir einen klaren Hinweis, dass die Engel sexuelle \u00dcbertretungen begangen haben und so gefallen sind (Jud 6,7).<\/p>\n<p>Welche Bedeutung mag dann die Frucht des Baumes der Erkenntnis von Gut und B\u00f6se haben? Eine Frucht ist der Teil des Baumes, der die Samen f\u00fcr die Vermehrung tr\u00e4gt. Wenn die S\u00fcnde der ersten menschlichen Vorfahren von sexueller Natur war und von der Versuchung Evas durch die Schlange (ein Symbol f\u00fcr den Erzengel Luzifer), sie solle von der \u201eFrucht essen\u201c, herr\u00fchrte und wenn Eva dann dieses wiederholte, indem sie Adam die Frucht anbot, dann muss die Frucht die Liebe Evas symbolisieren.<\/p>\n<p>Bedeutet das nun, dass Sex b\u00f6se ist? Keineswegs. Wie im ersten Teil erkl\u00e4rt wurde, war es Gottes Plan, dass Adam und Eva den zweiten Segen (Vermehrung) erf\u00fcllen sollten. Aber Gottes Gebot, \u201enicht von der Frucht zu essen\u201c, bedeutete, dass sie so lange nicht in eine eheliche Beziehung miteinander treten sollten, bis sie als Mann und Frau daf\u00fcr wirklich reif waren. Dann und nur dann w\u00e4ren sie f\u00e4hig gewesen, einander zu lieben und die Liebe wahrer Eltern an ihre Nachkommen weiterzugeben, was den Beginn eines Kreislaufs des Guten, der Sch\u00f6nheit und des Friedens in Gang gesetzt h\u00e4tte, der f\u00fcr immer bestehen bleiben sollte.<\/p>\n<p>Wegen einer verfr\u00fchten sexuellen Beziehung zwischen Adam und Eva entstand eine egoistische Liebe, ausgerichtet auf ihre physischen K\u00f6rper, die den Platz der selbstlosen, auf ihr geistiges Selbst und Gottes Wort ausgerichteten Liebe einnahm. Somit \u201efielen\u201c sie. Als ein Resultat konnten Adam und Eva keine s\u00fcndenlosen Kinder zur Welt bringen und aufziehen. Stattdessen brachten sie Kinder zur Welt, die jene selbsts\u00fcchtigen Charaktereigenschaften erbten, die sie durch ihre Beziehung zum Engel Luzifer bekommen hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Das Motiv f\u00fcr den Fall<\/h5>\n<p>Mit welchem Motiv und durch welchen Prozess fielen Adam, Eva und der Erzengel im Paradies? Gott erschuf Luzifer nicht als b\u00f6ses Wesen. Gott erschafft nichts B\u00f6ses. Luzifer und die anderen Engel waren als gute Wesen geschaffen worden. Anders als die Menschen sollten sie nur in der geistigen Welt leben, nicht in der physischen Welt. Darum haben Engel einen geistigen K\u00f6rper, aber keinen physischen K\u00f6rper. Gott hat sie in eine Dienerposition gegen\u00fcber dem Menschen gestellt, der in beiden Welten lebt und darum ein h\u00f6heres Potential und mehr Verantwortung hat als die Engel.<\/p>\n<p>Der Erzengel Luzifer hatte im Garten Eden die Aufgabe, sich um Adam und Eva zu k\u00fcmmern und sie zu leiten. Sp\u00e4ter, als sie \u00e4lter und reifer wurden, erkannte Luzifer, dass sie mehr Liebe von Gott erhielten als er, und er sp\u00fcrte in sich ein starkes Verlangen nach mehr Liebe. Da Adam und Eva Gottes Kinder waren, sollten sie Gottes reichste und tiefste Liebe erhalten. Luzifers Situation war \u00e4hnlich der eines Kindes, das seine privilegierte Position an ein neugeborenes Baby verliert. Bis das neue Baby ankam, war das \u00e4ltere Geschwisterchen der einzige Empf\u00e4nger der Liebe seiner Eltern. Jetzt, ganz pl\u00f6tzlich, richten seine Eltern ihre Aufmerksamkeit auf das Neugeborene.<\/p>\n<p>Gott liebte Luzifer nicht weniger als vor der Erschaffung von Adam und Eva. Aber weil er die F\u00e4higkeit besa\u00df zu vergleichen, f\u00fchlte Luzifer einen Mangel an Liebe. Er versuchte, ihn dadurch auszugleichen, dass er sich Eva n\u00e4herte. Luzifer sah, dass Eva sehr sch\u00f6n war, und seine Liebe zu ihr erwachte. Eva aber war noch nicht erwachsen und daher empf\u00e4nglich f\u00fcr die Versuchung durch Luzifer. Sie f\u00fchlte sich zu dem Engel wegen seiner Weisheit und der Aufmerksamkeit, die er ihr schenkte, hingezogen. Je mehr Eva erwiderte, desto mehr wurde der Engel stimuliert.<\/p>\n<p>Obwohl Luzifer wusste, dass das, was er vorhatte, nur seinen eigenen Interessen diente und gegen den Willen Gottes war, f\u00fchrte ihn sein Verlangen nach mehr Liebe dazu, die Beziehung zu Eva zu vertiefen. Ein Teufelskreis begann. Schlie\u00dflich brachte es ihn dazu, Gott und das himmlische Gesetz v\u00f6llig zu missachten, indem er eine sexuelle Beziehung mit Eva einging. Obwohl sich Eva \u00e4ngstlich und verwirrt f\u00fchlte, willigte sie in diese sexuelle Beziehung ein. Das war nur m\u00f6glich, weil Eva vor dem Fall mit Hilfe ihrer geistigen Sinne mit der geistigen Welt genauso nat\u00fcrlich kommunizieren konnte wie mit der physischen Welt. Es war ein vollkommen reales Erlebnis. In ihrer Vereinigung mit Luzifer erhielt Eva seine egoistischen und schuldbeladenen geistigen Elemente.<\/p>\n<p>Als Eva fiel, f\u00fchlte sie Angst, Schuld und Scham \u00fcber das, was sie getan hatte, und ging zu dem f\u00fcr sie vorgesehenen Gatten, Adam, der noch rein war. Adam h\u00e4tte Eva retten und sie zu Gott zur\u00fcckbringen k\u00f6nnen. Aber Eva beichtete ihm nicht, was sie getan hatte. Eva, die sich durch ihre Vereinigung mit Luzifer dessen selbsts\u00fcchtige Natur angeeignet hatte, versuchte stattdessen Adam und veranlasste ihn, mit ihr eine sexuelle Beziehung gegen Gottes Gebot einzugehen. Obwohl Adam beunruhigt und verwirrt war, willigte er in die sexuelle Beziehung mit Eva ein.<\/p>\n<p>Adam und Eva hatten also aus einer falschen Motivation heraus eine sexuelle Beziehung, als sie noch nicht reif daf\u00fcr waren. Dadurch erhielt Adam von Eva denselben egoistischen, gottlosen Charakter, den Luzifer an Eva weitergegeben hatte. Luzifer sank tief und wurde zu Satan, zu jenem Wesen, das st\u00e4ndig gegen Gott rebelliert und alles Gute und G\u00f6ttliche zu zerst\u00f6ren sucht. Daraus kann man schlie\u00dfen, dass der Fall ein unerlaubter Akt der Liebe zwischen dem Erzengel und Eva, gefolgt von einem verfr\u00fchten Akt der Liebe zwischen Eva und Adam war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die Auswirkungen des Falles<\/h5>\n<p>Wegen Evas Beziehung mit Luzifer, die gegen das Prinzip verstie\u00df, und wegen ihrer verfr\u00fchten Beziehung mit Adam etablierten die erste Mutter und der erste Vater der Menschheit eine Erblinie, die nicht in der selbstlosen Liebe Gottes gr\u00fcndete, sondern in der korrupten, egoistischen Liebe Satans. Aus diesem Grund sagte Jesus: \u201eIhr habt den Teufel zum Vater.\u201c (Joh 8,44) Adam und Eva hatten sich eine Neigung zum Egoismus angeeignet, die sie an ihre Kinder weitergaben wie eine Erbkrankheit. Die Konsequenzen waren tragisch: Abel konnte Gottes Segen nicht mit seinem \u00e4lteren Bruder teilen und Kains Eifersucht f\u00fchrte zum ersten Mord in der Geschichte der Menschheit. Das war der Beginn eines Kreislaufes von Hass und Gewalt, der sich bis heute fortsetzt.<\/p>\n<p>Der Fall des Menschen f\u00fchrte zu einer Verzerrung und Zerst\u00f6rung der wahren Liebe. Wahre Liebe sollte das Zentrum des menschlichen Lebens und die Essenz des Himmelreiches auf Erden sein. Stattdessen ist egoistische Liebe zum Lebensstil der Menschen geworden und hat ein Reich der H\u00f6lle auf Erden geschaffen.<\/p>\n<p>Sexuelle Beziehungen sollten der sch\u00f6nste und heiligste Ausdruck der Liebe zwischen Mann und Frau sein. Diese Liebe sollte ewigen Bestand haben. Viele Leute setzen Liebe mit Sex gleich, und reduzieren beides zu einer rein physischen Angelegenheit. Nach Gottes urspr\u00fcnglichem Plan ist Sexualit\u00e4t als die Erf\u00fcllung der Liebe in der Ehe gedacht. Heute ist die Liebe so verzerrt, dass viele Menschen sexuelle Aktivit\u00e4ten als Zeitvertreib betrachten. Wegen des Missbrauchs der Sexualit\u00e4t haben Angeh\u00f6rige verschiedener Religionen den Z\u00f6libat praktiziert als eine M\u00f6glichkeit, Gott n\u00e4herzukommen.<\/p>\n<p>Die Degradierung der Sexualit\u00e4t war schon immer ein tragisches Ph\u00e4nomen. Aber das Problem war wahrscheinlich noch nie so akut wie in unserer modernen Zeit. Eltern, Lehrer und religi\u00f6se F\u00fchrer m\u00f6gen immer noch danach streben, jungen Menschen den Wert sexueller Reinheit zu vermitteln. Sie m\u00fcssen jedoch mit dem enormen Einfluss fertig werden, den die kommerzielle Unterhaltungsindustrie aus\u00fcbt, die oft mit sexuellen Themen und Bildern Profite einf\u00e4hrt. Ehebruch, sexuelle Freiz\u00fcgigkeit und Prostitution \u2013 und die damit oft verbundenen Krankheiten und Formen der Ausbeutung \u2013 f\u00fchren zu unermesslichem Leid und menschlicher Entfremdung. Sexueller Missbrauch kann nicht durch gesetzliche Verbote verhindert werden. Er ist das Resultat der urspr\u00fcnglichen S\u00fcnde und kann erst dann von der Wurzel her behandelt werden, wenn der S\u00fcndenfall selbst vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rt und aufgedeckt worden ist.<\/p>\n<p>Infolge des Falls litt Gott unendlich. Nach all Seinen Bem\u00fchungen, f\u00fcr Seine Kinder eine sch\u00f6ne und vollkommene Welt zu schaffen, verlor Er alles in dem Moment, als Ihn Seine Kinder verlie\u00dfen. Er konnte nicht l\u00e4nger darauf hoffen, dass Adam und Eva bald vollkommen sein und Seine Liebe erwidern w\u00fcrden. Stattdessen musste Er zusehen, wie Seine wertvollen Kinder mit korrupten Herzen lebten \u2013 wie Waisen ohne ein Zuhause, in Unwissenheit \u00fcber ihre Herkunft und ihren eigentlichen Lebenszweck. Die Menschheit versank tief in einer Welt von Gewalt und Unterdr\u00fcckung. Diese wundersch\u00f6ne Erde, die Gott aus Liebe als Heim f\u00fcr Seine S\u00f6hne und T\u00f6chter geschaffen hatte, wurde beschmutzt und vergiftet. Am tragischsten ist jedoch, dass Gott nicht in den Fall eingreifen konnte. Andernfalls h\u00e4tte Er die Freiheit und Verantwortung des Menschen sowie den absoluten Standard des Prinzips des Ideals der wahren Liebe\u00a0 zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Die gefallene Natur<\/h5>\n<p>Seit dem Fall wurden alle Menschen \u2013 zus\u00e4tzlich zu ihrer urspr\u00fcnglich guten Natur \u2013 auch mit einer egoistischen, gefallenen Natur geboren.<\/p>\n<p>Der erste Aspekt dieser gefallenen Natur ist unsere Neigung, die Dinge von unserer eigenen egoistischen Perspektive statt vom Standpunkt Gottes aus zu beurteilen. Das \u00e4hnelt dem Fehler von Luzifer, Adam von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Viele Propheten und gerechte Menschen in der Geschichte sind verfolgt und sogar get\u00f6tet worden, weil ihre Zeitgenossen sie nicht von Gottes Gesichtspunkt aus betrachteten.<\/p>\n<p>Zweitens handeln gefallene Menschen oft so, dass ihr Tun nicht mit der Verantwortlichkeit ihrer Position in Einklang steht. Als Luzifer f\u00fchlte, dass Gott ihm weniger Liebe schenkte, verlie\u00df er seine Position als Diener und strebte eine unerlaubte Beziehung mit Eva an. Wenn ein Mann mit seiner Ehe unzufrieden ist, kommt es vor, dass er eine Aff\u00e4re mit der Frau eines anderen Mannes anstrebt.<\/p>\n<p>Drittens wird der gefallene Mensch nicht z\u00f6gern, andere anzugreifen oder deren Position zu untergraben, um f\u00fcr sich dadurch mehr Macht und eine h\u00f6here Position zu gewinnen. F\u00fcr das Erreichen seiner Ziele sind ihm alle Mittel recht. Nachdem Luzifer es abgelehnt hatte, Adam und Eva zu dienen, stellte er die Hierarchie auf den Kopf und benutzte Adam und Eva f\u00fcr seine ganz pers\u00f6nlichen Interessen. Das ist die Wurzel f\u00fcr Gewalt und Mord.<\/p>\n<p>Und letztendlich versuchen Menschen auf Grund ihrer gefallenen Natur andere zur S\u00fcnde zu verf\u00fchren, um sich selbst zu rechtfertigen. Gefallene Menschen wiegen sich f\u00e4lschlicherweise in Sicherheit, wenn sie beobachten, wie andere genauso wie sie handeln, und sie machen jeden l\u00e4cherlich, der einen h\u00f6heren Standard der Rechtschaffenheit anstrebt.<\/p>\n<p>Jede religi\u00f6se Lehre unterweist die Menschen, ihre gefallene Natur durch die Grunds\u00e4tze von Demut, Selbstverleugnung und selbstlosem Handeln zu \u00fcberwinden. Die Philosophie tut das auch, indem sie die Menschen lehrt, ihre Emotionen zu kontrollieren und f\u00fcr einen h\u00f6heren Zweck zu arbeiten, wie dies die Vernunft vorschreibt. Aber der Kampf des Menschen um die \u00dcberwindung der gefallenen Natur wird so lange nicht aufh\u00f6ren, bis das Problem der urspr\u00fcnglichen S\u00fcnde gel\u00f6st ist und die Menschen zu einer reinen, auf Gott ausgerichteten Erblinie wiederhergestellt sind. Darum hat die Welt seit langem den Messias erwartet, einen neuen Adam, der zusammen mit einer neuen Eva die Position von Wahren Eltern und eine Familie mit vollkommener Liebe errichten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fall des Menschen Da Gott ein Wesen von unendlicher Liebe, G\u00fcte und Macht ist, muss man sich fragen: Warum gibt es das B\u00f6se? 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