{"id":1392,"date":"2019-12-09T22:29:11","date_gmt":"2019-12-09T21:29:11","guid":{"rendered":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/?p=1392"},"modified":"2019-12-10T11:01:28","modified_gmt":"2019-12-10T10:01:28","slug":"1-der-zweck-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/vereinigungskirche.at\/uca\/1-der-zweck-des-lebens\/","title":{"rendered":"1. Der Zweck des Lebens"},"content":{"rendered":"<h5><strong>Der Mensch und das Universum: Ein Spiegelbild Gottes<\/strong><\/h5>\n<p>Harmonie, Pr\u00e4zision und Ordnung sind in der Natur und im gesamten Kosmos klar ersichtlich. Seit Millionen von Jahren haben sich die Zyklen des Lebens in der Natur und im Universum mit bemerkenswerter Stetigkeit wiederholt. Es kann nicht sein, dass dieses fantastische Universum das Resultat eines Zufalls ist. Alles, was existiert, sogar die kleinsten Partikel und Zellen, haben eine Bedeutung und einen Zweck. Zum Beispiel hat jeder Teil des menschlichen K\u00f6rpers eine bestimmte spezifische Funktion und steht in Beziehung zu anderen K\u00f6rperteilen, um den h\u00f6heren Zweck \u2013 das Leben zu erhalten \u2013 zu erf\u00fcllen. Es muss einen Ursprung des universalen Zwecks und Plans geben, eine erste Ursache, die allem einen Zweck gibt und die Harmonie des Universums aufrecht erh\u00e4lt. Wir nennen diese erste Ursache Gott.<\/p>\n<p>Die Geschichte hindurch hat die Menschheit versucht, diese erste Ursache zu verstehen. Religionen entstanden und gaben Anleitungen, wie man sich mit dieser Quelle verbinden kann. Drei der gro\u00dfen Weltreligionen \u2013 Judentum, Christentum und Islam \u2013 lehren, dass Gott (Jahwe, Allah) unser Sch\u00f6pfer ist und dass Er ein Wesen der Liebe ist. Besch\u00e4ftigen wir uns kurz damit.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir etwas \u00fcber unseren Sch\u00f6pfer in Erfahrung bringen, wenn Gott doch unsichtbar und immateriell und daher direkten wissenschaftlichen Forschungen unzug\u00e4nglich ist? Gem\u00e4\u00df den Heiligen Schriften vieler Religionen kann das Wesen Gottes verstanden werden, indem wir die von Ihm geschaffene Welt, die uns umgibt, untersuchen. In der Bibel hei\u00dft es: \u201eSeit der Erschaffung der Welt kann Sein unsichtbares Wesen, Seine ewige Kraft und Gottheit, erkannt werden an den Werken Seiner Sch\u00f6pfung.\u201c (R\u00f6m 1,20) Konfuzius sagte in seiner poetischen Weise: \u201eDie Macht der geistigen Kr\u00e4fte im Universum \u2013 wie aktiv sie doch \u00fcberall ist! Unsichtbar f\u00fcr die Augen und ungreifbar f\u00fcr die Sinne, wohnt sie doch in allen Dingen.\u201c (Doktrin des Mittelwertes 16)<\/p>\n<p>Wie die Gem\u00e4lde eines K\u00fcnstlers etwas \u00fcber seine Pers\u00f6nlichkeit aussagen und wie das \u00e4u\u00dfere Erscheinungsbild einer Person etwas \u00fcber ihren Charakter offenbart, so spiegelt sich auch das Wesen Gottes in den Dingen wider, die Er geschaffen hat. Das l\u00e4sst sich aus der Beziehung zwischen Ursache und Wirkung ableiten. K\u00f6nnte eine chaotische Ursache ein harmonisches Universum hervorbringen? K\u00f6nnte ein herzloser Gott eine Welt schaffen, die voller Liebe und Sch\u00f6nheit ist? Das w\u00fcrde aller Logik widersprechen. Deshalb k\u00f6nnen wir etwas \u00fcber die Ursache, Gott, erfahren, indem wir die Wirkung, Seine Sch\u00f6pfung, studieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Die Elternschaft Gottes<\/strong><\/h5>\n<p>Welche universalen Eigenschaften finden sich in der geschaffenen Welt? Eine gemeinsame Eigenschaft ist, dass alle Wesen die Aspekte von m\u00e4nnlich und weiblich oder \u2013 wie in der Welt der Mineralien \u2013 von positiv und negativ besitzen. Diese Paar-Eigenschaften werden Polare Wesensz\u00fcge genannt. M\u00e4nner und Frauen, m\u00e4nnliche und weibliche Tiere, Staubgef\u00e4\u00dfe und Stempel in der Pflanzenwelt, sie alle sind Beispiele f\u00fcr das Paarsystem. Auf der Ebene der Mineralien entdecken wir Polarit\u00e4ten wie Protonen und Elektronen, Kationen und Anionen, positive und negative Ladungen. Die Welt ist in einer solchen Weise geschaffen, dass alles durch die wechselseitige Beziehung des Gebens und Empfangens zwischen m\u00e4nnlich und weiblich und positiv und negativ existiert und sich vermehrt.<\/p>\n<p>Was sagt uns das \u00fcber Gott? Wenn diese Polaren Wesensz\u00fcge im ganzen Universum existieren, dann ist Gott, der die Ursache ist, nicht der Ursprung der Maskulinit\u00e4t, sondern auch der Femininit\u00e4t. Woher sollte denn der feminine Aspekt alles Lebens stammen, wenn nicht ebenfalls vom Sch\u00f6pfer des Universums? Mann und Frau sind also in gleicher Weise essentielle Ausdrucksformen Gottes. Die h\u00f6chste menschliche Ausdrucksform des Herzens und der Pers\u00f6nlichkeit Gottes besteht in Mann und Frau. Einige Religionen nennen Gott unseren Himmlischen Vater. Aber da Gott auch der Ursprung des Femininen ist, muss Er auch m\u00fctterliche Charakterz\u00fcge haben. Gott ist urspr\u00fcngliche Eltern (Vater und Mutter) der Menschheit und wir Menschen sind Seine Kinder.<\/p>\n<p>In Gott befinden sich Maskulinit\u00e4t und Femininit\u00e4t in vollkommener Harmonie. Auch in der Sch\u00f6pfung treffen wir maskulin und feminin und positiv und negativ in Harmonie miteinander an, verwirklicht durch Myriaden von Beziehungen des Gebens und Empfangens. Zum Beispiel erh\u00e4lt der menschliche K\u00f6rper durch den Vorgang des Gebens und Empfangens zwischen Arterien und Venen und das Aus- und Einatmen seine Existenz aufrecht. Pflanzen und Tiere erhalten die Funktionen ihrer Existenz durch das Geben und Empfangen zwischen ihren verschiedenen Organen und Systemen aufrecht. Materielle Dinge entstehen und bewahren ihre Existenz durch physikalisch-chemische Reaktionen auf der Grundlage des Vorgangs des Gebens und Empfangens zwischen Partikeln, Atomen und Molek\u00fclen. Und wir erkennen, dass sogar das Sonnensystem durch die Wechselbeziehung des Gebens und Empfangens zwischen der Sonne und den um sie kreisenden Planeten existiert.<\/p>\n<p>Es gibt eine zweite Polarit\u00e4t, die allen geschaffenen Wesen gemeinsam ist: Alles hat eine \u00e4u\u00dfere Form und einen inneren Charakter, der den Zweck und den Wert der Form bestimmt. Wir erkennen, dass auf jeder Ebene der Existenz Vernunft und Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit das Verhalten der Energie bestimmen. Teilchen, Atome und Molek\u00fcle bestehen aus Energie, werden aber von den unsichtbaren Gesetzen der Natur geleitet. Pflanzen bestehen aus Zellen, werden aber von ihrem inneren Wesen, dem \u201epflanzlichen Gem\u00fct\u201c geleitet, das die physiologischen Funktionen der Pflanze bestimmt. Man hat auch erkannt, dass Pflanzen eine gewisse Sensibilit\u00e4t f\u00fcr ihre Umgebung aufweisen und auf Musik und menschliche Emotionen reagieren. Tiere haben einen K\u00f6rper und werden von ihren Instinkten geleitet.<\/p>\n<p>Der Mensch hat auch einen K\u00f6rper, der aus Zellen besteht, aber zus\u00e4tzlich besitzt er einen einzigartigen menschlichen Geist, der es ihm erm\u00f6glicht, auf seine besondere Weise zu denken und zu f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Da alles, was Gott erschuf, eine \u00e4u\u00dfere Form und einen inneren Charakter hat, muss auch Er selbst einen inneren und \u00e4u\u00dferen Aspekt haben. Den \u00e4u\u00dferen Aspekt Gottes nennen wir die Universale Ursprungsenergie, die die Ursache jeglicher physikalischen Energie darstellt (z. B. Sonnen- und elektrische Energie, Erdanziehungskraft, Magnetismus etc.) und demzufolge die Ursache aller Materie ist. Gottes Universale Ursprungsenergie schafft, entwickelt und erh\u00e4lt den Kosmos.<\/p>\n<p>Der innere Aspekt Gottes hat mit Pers\u00f6nlichkeit zu tun \u2013 Motivation, Zweck und Identit\u00e4t. Um dies zu verstehen, m\u00fcssen wir die Menschen betrachten, die nicht nur die komplexesten und am h\u00f6chsten entwickelten Gesch\u00f6pfe sind, sondern auch die gr\u00f6\u00dfte Eigenwahrnehmung besitzen.<\/p>\n<p>Die Hauptattribute des menschlichen Gem\u00fcts sind Gef\u00fchl, Intellekt und Wille. Wir sind mit der F\u00e4higkeit ausgestattet, selbstlos zu lieben, und mit dem Impuls, nach Wahrheit und dem Guten zu streben. Wir sch\u00e4tzen die Sch\u00f6nheit der Natur. Wir sind gl\u00fccklich \u00fcber die Geburt eines Babys. Wir erfreuen uns an Musik und Tanz und lieben es, unsere eigene Kreativit\u00e4t zum Ausdruck zu bringen. Wir streben nach Wissen und Weisheit. Unser Gewissen dr\u00e4ngt uns, Gutes zu tun und B\u00f6ses zur\u00fcckzuweisen. Jeder tr\u00e4umt von einer Welt des Friedens und der Harmonie.<\/p>\n<p>Woher kommen diese gemeinsamen Qualit\u00e4ten und Bestrebungen? Wir k\u00f6nnen nicht behaupten, dass sie von uns selbst stammen; es muss eine bereits vorhandene Quelle geben: unseren Sch\u00f6pfer. Gott ist die Quelle der Werte, die wir alle sch\u00e4tzen: Liebe, Wahrheit, Sch\u00f6nheit und das Gute. Die Kraft Gottes ist immer von Vernunft und Prinzip geleitet, wird jedoch vor allem von Seinem Impuls zu lieben ausgedr\u00fcckt. Das Herz ist der Kern des Wesens Gottes. Aus dem Herzen kommt der Impuls zu lieben und nach einem Objekt zu suchen, das man lieben und um das man sich k\u00fcmmern kann. Gott f\u00fchlt Freude, wenn Er ein Objekt, das Er geschaffen hat, lieben kann. Die Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung ist ein Ausdruck Seiner unendlichen Liebe zu uns. Gott liebt jeden Einzelnen von uns und Er freut sich, wenn wir Seine Liebe erwidern und vermehren, indem wir andere lieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5><strong>Das Leiden Gottes<\/strong><\/h5>\n<p>Freude entsteht nicht durch einen einzelnen Menschen allein, sondern durch die Beziehung zu einem substantiellen Objekt, das unser eigenes Wesen widerspiegelt. Eine K\u00fcnstlerin f\u00fchlt Freude, wenn sie f\u00e4hig ist, sich in ihrem Kunstwerk auszudr\u00fccken. Ein Architekt empfindet Freude, wenn er die Vollendung seines Bauwerkes sieht. Das ist deshalb so, weil das Geschaffene den unsichtbaren Charakter seines Sch\u00f6pfers widerspiegelt. Wir sehen uns selbst reflektiert in dem, was wir schaffen. Das ist auch ein Wesenszug Gottes.<\/p>\n<p>Gott f\u00fchlt Freude, wenn Er sich in Seiner Sch\u00f6pfung reflektiert sieht. Deshalb m\u00f6chte Gott Seine Liebe und Sein Ideal in einem substantiellen Objekt ausgedr\u00fcckt sehen. Gott hat die Macht zu lieben, aber Er braucht jemanden, dem er Seine Liebe schenken kann, sonst kann Sein Herz nicht erf\u00fcllt sein. Wir, als Gottes Kinder, sind Seine h\u00f6chste Sch\u00f6pfung, geboren mit der F\u00e4higkeit, Seine Liebe zu empfangen und Ihm zur\u00fcckzugeben.<\/p>\n<p>Religi\u00f6se Schriften betrachten den Menschen als ein besonderes Gesch\u00f6pf Gottes. Zum Beispiel erkl\u00e4rt die Bibel, dass der Mensch zum Bilde Gottes geschaffen wurde. Im Koran sagt Allah: \u201eIch habe von meinem Geist dem Menschen eingehaucht.\u201c (Koran 15:29). Und eine konfuzianische Textstelle best\u00e4tigt: \u201eDer edle Mensch widerspiegelt in seiner Pers\u00f6nlichkeit den Glanz der Tugenden des Himmels.\u201c (I Ching 35, Der Fortschritt)<\/p>\n<p>Die h\u00f6chste Freude ist die, die Eltern durch ihre Kinder empfinden. Alle inneren und \u00e4u\u00dferen Wesensz\u00fcge der Eltern sind in den Kindern reflektiert. Des Weiteren hat ein Kind das Potential, die Qualit\u00e4ten der Eltern auf neue Ebenen zu bringen. Alle Eltern sind stolz, wenn sie ihre Kinder zu erfolgreichen Pers\u00f6nlichkeiten heranwachsen sehen. In der Tat w\u00fcnschen sie sich, dass ihre Kinder noch gr\u00f6\u00dfer und gl\u00fccklicher werden als sie selbst. Dies genau ist auch das Herz Gottes uns gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit waren die Menschen jedoch nie dazu f\u00e4hig, Gottes Liebe vollst\u00e4ndig zu erwidern. Wir sind dazu bestimmt, Objekt der Liebe Gottes zu sein, aber in der Realit\u00e4t sind wir von Gott, unseren Eltern, getrennt. Wir sind keine wahre Reflexion unseres Sch\u00f6pfers. Stattdessen verk\u00f6rpern wir egoistische Liebe, die mit Gottes selbstloser, aufopferungsvoller Liebe unvereinbar ist. Gottes unendliche Liebe bleibt unerwidert. Er f\u00fchlt sich allein in Seiner eigenen Sch\u00f6pfung. Gott als unsere Eltern leidet mehr als wir, wenn Er den bedauernswerten Zustand der Menschen sieht.<\/p>\n<p>Traditionell wurde Gott oft als ein Wesen mit Autorit\u00e4t, Allmacht und Barmherzigkeit beschrieben, aber Sein leidendes Herz wurde nie ganz verstanden. Wir waren wie Kinder, die mit Ehrfurcht zu ihren Eltern aufschauen, aber die Sorgen ihrer Eltern nicht erkennen. Wenn wir geistig heranreifen, k\u00f6nnen wir das leidende Herz Gottes begreifen. Durch Gebet und Reflektion hat jeder von uns das Potential, das Herz Gottes, Seine Einsamkeit und Seinen Kummer wegen des Verlustes Seiner Kinder zu entdecken und Seine Sehnsucht nach Vereinigung mit jedem Einzelnen von uns zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p>Die menschliche Geschichte bis zum heutigen Tag ist die Geschichte von Gottes Bem\u00fchungen, uns zu helfen, uns zu ver\u00e4ndern und unsere Beziehung zu Ihm wiederherzustellen. Gott ist kein grausamer Richter, der herzlos zuschaut, wie wir leiden, und der auf den rechten Augenblick wartet, um jeden von uns wegen unserer Fehler und Schw\u00e4chen zu richten. Er ist vielmehr Eltern mit einem gebrochenen Herzen, der versucht, uns aufzuzeigen, wie wir uns aus unserem Elend befreien k\u00f6nnen. Leider haben wir uns fast immer geweigert, Ihm zuzuh\u00f6ren, und wenn wir zuh\u00f6rten, haben wir Ihn oft nicht richtig verstanden.<\/p>\n<p>Heute sind wir herausgefordert, die Hindernisse der Vergangenheit zu \u00fcberwinden und unser Potential zu entfalten, damit sowohl Gott als auch wir selbst gl\u00fccklich werden k\u00f6nnen. Deshalb m\u00fcssen wir das Ideal verstehen, das Gott f\u00fcr Mann und Frau vorgesehen hat. Durch das Erf\u00fcllen unseres wahren Zwecks werden wir ewige Freude erfahren und Gott Freude bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5><strong>Der Zweck des Lebens: Die Vollendung der Liebe<\/strong><\/h5>\n<p>Gem\u00e4\u00df der Bibel gab Gott den ersten Menschen drei Segen: \u201eSeid fruchtbar und vermehrt euch, bev\u00f6lkert die Erde, unterwerft sie euch. (Gen 1,28)<\/p>\n<p>Der erste Segen \u201eSeid fruchtbar\u201c bedeutet, dass wir unseren Charakter vervollkommnen oder zur Reife f\u00fchren sollen. Ein Baum ist fruchtbar, wenn er w\u00e4chst und gedeiht und dann Fr\u00fcchte tr\u00e4gt. In \u00e4hnlicher Weise ist ein Mensch \u201efruchtbar\u201c, der geistig, intellektuell und emotional reif ist und Fr\u00fcchte der Liebe, der Weisheit und des Guten tr\u00e4gt. Ein solcher Mensch verk\u00f6rpert Gottes Wesen und Herz. Eine v\u00f6llig reife Person hat eine solch tiefe Beziehung zu Gott, dass sie f\u00e4hig ist, die Freude oder den Kummer Gottes zu f\u00fchlen und mit Ihm frei zu kommunizieren. Ein solcher Mensch lebt und handelt auf nat\u00fcrliche Weise im Einklang mit dem Willen Gottes.<\/p>\n<p>In seinem urspr\u00fcnglichen Ideal wollte Gott, dass jeder die Vervollkommnung der Liebe erlangt und f\u00e4hig ist, jeden Menschen und die Sch\u00f6pfung wahr und bedingungslos zu lieben.<\/p>\n<p>Jesus sagte: \u201eLiebt eure Feinde und betet f\u00fcr die, die euch verfolgen. \u2026\u00a0 Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.\u201c (Mt 5,44 und 48)<\/p>\n<p>Jesus verk\u00f6rperte Gottes wahre Liebe: \u201eWer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.\u201c (Joh 14,9) Wahre Liebe bedeutet ein opferbereites Leben zum Wohl anderer. In einer idealen Beziehung wird Opferbereitschaft belohnt, da die Person, die wahre Liebe erh\u00e4lt, sie auf nat\u00fcrliche Weise erwidert. Wahre Liebe wirkt wie ein Magnet; sie zieht andere an und erweckt in ihnen auch wahre Liebe. Die gro\u00dfen Heiligen und Weisen der Welt wie auch unz\u00e4hlige namenlose rechtschaffene M\u00e4nner und Frauen wurden von einer viel gr\u00f6\u00dferen Kraft als ihrer eigenen geleitet: von der Kraft der Liebe Gottes, die sie dazu bewegte, sich selbst zur\u00fcckzustellen und f\u00fcr das Wohl anderer zu leben.<\/p>\n<p>Unser angeborenes Sehnen nach Vollkommenheit dr\u00fcckt sich auch darin aus, dass jeder Mensch den Wunsch hat, der Gr\u00f6\u00dfte, der Beste und der Kl\u00fcgste zu sein. Jeder m\u00f6chte einen idealen Ehepartner heiraten und die wunderbarsten Kinder der Welt haben.<\/p>\n<p>Gleichzeitig erkennen wir unsere eigene Unvollkommenheit, wenn wir die Kluft erleben, die zwischen unseren W\u00fcnschen und unserer Wirklichkeit existiert. So werden sich viele von uns mit dem Konflikt identifizieren, den der Apostel Paulus beschreibt: \u201eDenn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das B\u00f6se, das ich nicht will.\u201c (R\u00f6m 7,19) Wir f\u00fchlen uns hin- und hergerissen zwischen dem, was uns unser Gewissen sagt, und dem, wozu uns unsere egoistische selbstbezogene Natur dr\u00e4ngt. Wir empfinden Schuld oder Scham, wenn wir Dinge tun, die in Konflikt mit unserem Gewissen stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5><strong>Vervollkommnung ist unm\u00f6glich, solange der innere Widerspruch bestehen bleibt<\/strong><\/h5>\n<p>Auch wenn die Menschheit in geistige Unwissenheit gefallen ist, hat Gott Sein urspr\u00fcngliches Ideal, dass jeder Mensch die Vollendung der Liebe erreicht, nie aufgegeben. Mit Gottes Hilfe und durch unsere eigenen Anstrengungen werden wir schlie\u00dflich dieses Potential verwirklichen und das urspr\u00fcngliche Gl\u00fcck und grenzenlose Freude erlangen, wonach sich M\u00e4nner und Frauen die ganze Geschichte hindurch gesehnt haben.<\/p>\n<p>Der zweite Segen Gottes f\u00fcr die ersten Menschen lautet: \u201eVermehrt euch.\u201c Dies sollte auf der Grundlage pers\u00f6nlicher Reife geschehen. Gott wollte, dass ein wahrer Mann und eine wahre Frau heiraten und zusammen s\u00fcndenlose Kinder aufziehen. Kinder, die von ihren in Liebe und Charakter gereiften Eltern aufgezogen werden, w\u00fcrden sich dann ebenfalls zu wahren M\u00e4nnern und Frauen entwickeln. Diese Kinder w\u00fcrden heranwachsen und den v\u00e4terlichen Aspekt der Liebe Gottes durch ihren Vater und den m\u00fctterlichen Aspekt der Liebe Gottes durch ihre Mutter erfahren.<\/p>\n<p>Gab es in der Geschichte jemals eine solche Familie? Nein, nicht wirklich. Tragischerweise versagten die ersten menschlichen Vorfahren, in den Heiligen Schriften mit Adam und Eva bezeichnet, darin, eine ideale Familie zu errichten. Anstatt das Gute und die Liebe durch ihre Nachkommen zu vermehren, wurden Selbstsucht und Korruption vermehrt. Deshalb haben wir nie wahre Eltern erlebt, die Kinder ohne S\u00fcnde aufziehen und eine s\u00fcndenlose Erblinie etablieren konnten. Seit dem Beginn der Geschichte gab es zu keinem Zeitpunkt wahre Eltern, die die Liebe Gottes vollkommen verk\u00f6rpern.<\/p>\n<p>Von wahren Eltern kann sich eine wahre Familie, Gesellschaft, Nation und eine wahre Welt entwickeln, in der die Kinder die Liebe Gottes als eine t\u00e4gliche Realit\u00e4t erleben. In einer wahren Familie kann die Liebe Gottes auf allen Ebenen erbl\u00fchen: zwischen Eltern und Kindern (Eltern- und Kindesliebe), zwischen Ehemann und Ehefrau (eheliche Liebe) und unter den Kindern (Geschwisterliebe). Wenn die Mitglieder einer auf Gott ausgerichteten Familie diese Arten der Liebe in ihrem eigenen Zuhause praktizieren, dann wird ihre Familie zu einem Modell f\u00fcr ihre Nachbarn, ihre Gemeinde, ihr Land und f\u00fcr die ganze Menschheitsfamilie. Diese Familie w\u00fcrde zu nichts anderem als zum Reich Gottes auf Erden f\u00fchren.<\/p>\n<p>Die St\u00e4rke der Gesellschaft liegt in der St\u00e4rke ihrer Familien. Wenn wir keine gesunden Familien haben, k\u00f6nnen wir auch keine gesunde Gesellschaft errichten. Wenn eine Gesellschaft die Unverletzlichkeit der traditionellen Familie \u2013 ihr grundlegendes Fundament \u2013 verliert, wird sie zunehmend z\u00fcgelloses Sexualverhalten und Zerfallserscheinungen erleben. Eine solche Gesellschaft geht unausweichlich ihrem Untergang entgegen. Kinder sind die Hauptopfer von sexueller Deviation und zerr\u00fctteten Familien. Dabei sind es doch gerade sie, die die Zukunft unserer Gesellschaft, unserer Nationen und der Welt bestimmen werden.<\/p>\n<p>Die Bibel lehrt uns: \u201eDenn die ganze Sch\u00f6pfung wartet sehns\u00fcchtig auf das Offenbarwerden der S\u00f6hne Gottes. \u2026 Denn wir wissen, dass die gesamte Sch\u00f6pfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.\u201c (R\u00f6m 8,19 und 22)<\/p>\n<p>Gott wollte, dass die ersten menschlichen Vorfahren die Drei Gro\u00dfen Segen erf\u00fcllen und dadurch das Reich Gottes auf Erden errichten. Das war Gottes Plan f\u00fcr die Verwirklichung einer Welt der wahren Liebe. In einer solchen Welt sollte es keinerlei destruktiven Konflikte oder Korruption geben. Alle Menschen w\u00fcrden harmonisch als eine gro\u00dfe Familie zusammenleben. Viele Menschen sind der Meinung, dass es unm\u00f6glich ist, solch eine ideale Welt zu verwirklichen. Aber warum sollte das nicht m\u00f6glich sein? Ist es nicht eher so, dass Gott, mit Seiner Kraft, die Welt zu erschaffen, auch dazu f\u00e4hig und entschlossen ist, Sein urspr\u00fcngliches Ideal zu erf\u00fcllen?<\/p>\n<p>Gott als Eltern der Menschheit hat durch verschiedene Religionen gewirkt, um Seine Kinder vom B\u00f6sen und von der Selbstsucht zu befreien. Gott hat jedoch die Menschen nicht als Roboter oder Marionetten geschaffen, die man durch das Dr\u00fccken einiger Kn\u00f6pfe oder durch das Ziehen von F\u00e4den steuern kann. Nein, Er schuf uns mit einem eigenen Willen. Deshalb braucht Er unser freiwilliges Mitwirken. Gott ist dazu entschlossen, Sein Ideal zu verwirklichen, aber die Erf\u00fcllung Seines Ideals h\u00e4ngt davon ab, wie schnell und vollst\u00e4ndig jeder Einzelne f\u00e4hig ist, auf Gottes Wort zu reagieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5><strong>Verantwortung und Freiheit<\/strong><\/h5>\n<p>Die Tatsache, dass die Erschaffung des Kosmos Millionen von Jahren gedauert hat, bedeutet, dass f\u00fcr das Entstehen aller Dinge eine Zeitperiode notwendig ist. Nichts wurde in einem Augenblick zu dem, was es ist. Eine bl\u00fchende Pflanze beginnt ihre Existenz als Same und erreicht ihre Vollendung oder Reife, wenn sie ihre volle Gr\u00f6\u00dfe erreicht hat und Bl\u00fcten und neue Samen f\u00fcr eine n\u00e4chste Generation hervorbringt. Auch der Mensch braucht eine gewisse Zeit, um k\u00f6rperlich und geistig zu wachsen.<\/p>\n<p>Idealerweise sollten sich Geist und K\u00f6rper eines Menschen in Harmonie miteinander entwickeln, so dass er beim Eintritt ins Erwachsenenalter nicht nur seine k\u00f6rperliche, sondern auch seine geistige Reife erlangt hat. Der menschliche K\u00f6rper w\u00e4chst bei guter Nahrung und Pflege gem\u00e4\u00df seinen genetischen Erbanlagen automatisch zur Reife. Das geistige Wachstum jedoch ist eine andere Sache. Es bedarf in besonderer Weise der Mitwirkung des Menschen, seiner Kreativit\u00e4t und der Erf\u00fcllung seiner eigenen Verantwortung.<\/p>\n<p>Gott hat uns den freien Willen und ein urspr\u00fcngliches Gem\u00fct gegeben, das nach dem Guten und Selbstlosigkeit strebt. Im Unterschied zu Pflanzen und Tieren, bei denen das Wachstum von den Naturgesetzen gesteuert und kontrolliert wird, vervollkommnen sich die Menschen nicht nur durch die Prinzipien des biologischen Wachstums, sondern auch durch das Erf\u00fcllen ihrer eigenen Verantwortung.<\/p>\n<p>Warum gab Gott nur den Menschen eine solche Verantwortung und nicht auch anderen Kreaturen? Erstens wollte Gott, dass die Menschen, Seine Kinder, die Sch\u00f6pfung mit verantwortungsvoller Liebe regieren. Um uns diese Autorit\u00e4t zu geben, musste Gott die Menschen \u00fcber alle anderen Kreaturen stellen, indem Er uns eine Verantwortung \u00fcbertrug, die kein anderes Wesen besitzt. Zweitens wollte Gott uns das einzigartige Privileg geben, an der Sch\u00f6pfung und Entwicklung unserer eigenen Pers\u00f6nlichkeit mitzuwirken. Daher sind wir Mitsch\u00f6pfer und sollen Gottes Sch\u00f6pferkraft erben. Drittens, damit wir f\u00e4hig sind zu lieben. Liebe, die nicht frei aus unserem Herzen kommt, ist keine wahre Liebe.<\/p>\n<p>Aber wenn wir Freiheit besitzen, haben wir auch die M\u00f6glichkeit, sie zu missbrauchen. Deshalb hat Gott Mann und Frau eine Leitlinie, ausgedr\u00fcckt im Gebot an Adam und Eva, gegeben, damit sie w\u00e4hrend der Phase ihres Wachstums zur Reife im Bereich des G\u00f6ttlichen Prinzips bleiben w\u00fcrden. Die Einhaltung des Gebots war ihre Verantwortung.<\/p>\n<p>Wenn Mann und Frau die Vervollkommnung ihrer Pers\u00f6nlichkeit erreichen, haben sie ein solch liebendes und diszipliniertes Wesen und eine solch tiefe Liebe zu Gott, dass sie Gott niemals betr\u00fcgen k\u00f6nnten. Deshalb kann eine Person in einer dem G\u00f6ttlichen Prinzip widersprechenden Weise nur handeln, bevor sie Vollkommenheit erreicht hat und sich noch in einem unreifen geistigen Zustand befindet. Genau das passierte mit den ersten menschlichen Vorfahren. Sie missbrauchten ihre von Gott gegebene Freiheit, w\u00e4hrend sie sich noch in ihrer Wachstumsphase zur Vollkommenheit befanden.<\/p>\n<p>In unserer heutigen Gesellschaft wird Freiheit betont, w\u00e4hrend Verantwortung heruntergespielt wird. Das Ergebnis dieses Ungleichgewichts zeigt sich \u00fcberall um uns herum: Kriminalit\u00e4t hat ein schlimmes Ausma\u00df erreicht und Unmoral nimmt \u00fcberhand. Das f\u00fchrt wiederum zu einem Klima von Angst und Misstrauen, das die Freiheit der Menschen wesentlich einschr\u00e4nkt. Die L\u00f6sung f\u00fcr alle sozialen Probleme beginnt damit, dass Individuen lernen, ihre Verantwortungen genauso wertzusch\u00e4tzen wie ihre Freiheiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5><strong>Wohin gehen wir, wenn wir sterben?<\/strong><\/h5>\n<p>Viele glauben an die eine oder andere Art eines Lebens nach dem Tod, jedoch verstehen die meisten Menschen nicht, dass wir bereits w\u00e4hrend unseres physischen Lebens gleichzeitig in zwei Bereichen existieren \u2013 in einem materiellen und einem geistigen. Gott hat jeden Menschen mit einem physischen Selbst und einem geistigen Selbst geschaffen.<\/p>\n<p>So wie die physische Welt die Umgebung f\u00fcr unser physisches Selbst darstellt, so ist die geistige Welt die Umgebung f\u00fcr unser geistiges Selbst. Aber w\u00e4hrend unser Aufenthalt auf dieser Erde zeitlich begrenzt ist, leben wir in der geistigen Welt ewig.<\/p>\n<p>Gott als universale Eltern und Quelle der Liebe schuf uns als Seine Kinder, die Seine Liebe f\u00fcr alle Ewigkeit empfangen sollen. Durch das physische Leben auf der Erde, ausgerichtet auf die Familie, erfahren wir alle Arten von Liebe. Auf diese Weise schaffen wir in uns selbst die Grundlage f\u00fcr diese sich st\u00e4ndig entwickelnde Beziehung zu Gott. Wenn wir einmal den Zweck unseres Lebens auf der Erde erf\u00fcllt haben, ist die Verbindung mit dem K\u00f6rper nicht l\u00e4nger unentbehrlich. Alle physischen K\u00f6rper unterliegen einem nat\u00fcrlichen Alterungsprozess und vergehen. Das ist der Grund, warum Gott nicht nur eine physische, sondern auch eine geistige Welt schuf.<\/p>\n<p>In Gottes urspr\u00fcnglichem Ideal sollten wir auf der Erde f\u00e4hig sein, durch unsere f\u00fcnf geistigen Sinne mit der geistigen Welt in Beziehung zu treten, so wie wir mit unseren f\u00fcnf physischen Sinnen die physische Welt wahrnehmen. Aber weil wir uns von Gott getrennt haben und die geistige Reife nicht erlangen konnten, wurden unsere geistigen Sinne so beeintr\u00e4chtigt, dass wir in Unwissenheit \u00fcber die geistige Welt leben.<\/p>\n<p>Heutzutage kommen die vielleicht dramatischsten Zeugnisse \u00fcber die Existenz der geistigen Dimension von Personen, die eine so genannte \u201eNahtoderfahrung\u201c hatten. Viele dieser Menschen, die von \u00c4rzten f\u00fcr klinisch tot erkl\u00e4rt worden waren, aber sp\u00e4ter wiederbelebt wurden, erinnern sich an bemerkenswert \u00e4hnliche Erfahrungen w\u00e4hrend ihres \u201eTotseins\u201c. In B\u00fcchern wie dem von Dr. Raymond Moody \u201eDas Leben nach dem Tod\u201c berichten solche Menschen, dass sie, nachdem sie \u201egestorben waren\u201c, au\u00dferhalb ihres K\u00f6rpers schwebten und ihren K\u00f6rper aus der Entfernung sehen konnten. Andere Geistwesen kamen, um ihnen zu helfen, und sie erkannten sie oft als Freunde oder Verwandte, die schon fr\u00fcher verstorben waren.<\/p>\n<p>Viele Menschen hatten begrenzte Erfahrungen mit der \u201ejenseitigen\u201c Welt, wenn es ihnen m\u00f6glich war, \u00fcber ihre physische Wahrnehmung hinaus bestimmte Dinge zu sehen oder zu sp\u00fcren. In einigen F\u00e4llen konnten Menschen direkt mit dem Geist von Verstorbenen kommunizieren. In seinem Buch \u201eDas Leben in der unsichtbaren Welt\u201c schreibt der Autor Anthony Borgia \u00fcber seine Kommunikation mit einem verstorbenen anglikanischen Priester. Der Priester beschreibt seine Erfahrungen nach dem Tod und berichtet, dass die geistige Welt in vielerlei Hinsicht so wie die physische Welt erscheint, mit Bergen, B\u00e4umen und Blumen. Aber die Bewohner, so berichtet er, leben auf unterschiedlichen Ebenen entsprechend dem Grad der geistigen Reife, die sie w\u00e4hrend ihres Erdenlebens erreicht hatten.<\/p>\n<p>Andere Personen mit direktem Kontakt zur geistigen Welt haben ebenfalls von den verschiedenen Bereichen, die es dort gibt, berichtet. Es ist nicht Gott, der die Menschen an die verschiedenen Pl\u00e4tze schickt. Die Menschen bestimmen ihren Platz in der geistigen Welt selbst. Ihr Bestimmungsort steht in Beziehung zu der F\u00e4higkeit zu lieben, die sie w\u00e4hrend ihres Erdenlebens erworben haben. Zum Beispiel leben die wenigen Heiligen, die es auf der Welt gab, in der geistigen Welt nahe bei Gott in einer Umgebung von Licht und W\u00e4rme. Aber diejenigen, deren Leben von Profit- und Habgier gekennzeichnet war, sind in einem Bereich versammelt, in dem es so gut wie keine Liebe gibt. Eine Umgebung der Gewalt in der geistigen Welt zieht gewaltt\u00e4tige Seelen an. Eine Umgebung des Guten zieht liebende Seelen an. Deshalb sind die oft gebrauchten Bezeichnungen \u201eHimmel\u201c und \u201eH\u00f6lle\u201c weniger Orte f\u00fcr das Leben nach dem Tod, sondern sie entsprechen der Entwicklung und der Reinheit des Herzens im Leben eines Menschen.<\/p>\n<p>In Gottes Plan f\u00fcr eine ideale Welt sollte weder die geistige noch die physische Welt jemals ein Ort der Qual, Angst und Strafe sein. Gott plante einen Ort, an dem alle M\u00e4nner und Frauen nach dem Erreichen ihrer Vollkommenheit harmonisch mit Gott und ihren Familien f\u00fcr immer zusammenleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Alle Menschen, welchen Lebenswandel sie auch immer auf der Erde gef\u00fchrt haben, werden letztendlich in die h\u00f6chsten Sph\u00e4ren der geistigen Welt erhoben werden. Das ist deshalb so, weil Gott als Eltern aller Menschen es nicht ertragen kann, dass irgendjemand auf ewig von Ihm getrennt leben muss. Und als allm\u00e4chtiger Sch\u00f6pfer wird Er schlie\u00dflich all Seine Kinder zu sich bringen. Aber, um es nochmals zu erw\u00e4hnen, alle Menschen haben ihre eigene Freiheit und dieser Prozess der Wiederherstellung und Entwicklung erfordert, dass jeder Mensch Verantwortung f\u00fcr sein eigenes Wachstum \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h5><strong>Wie erfolgt geistiges Wachstum?<\/strong><\/h5>\n<p>Wir leben sowohl in der physischen als auch in der geistigen Welt und jeder von uns besteht aus einem physischen Selbst und einem geistigen Selbst. Das geistige Selbst steht in der Subjektposition und gibt dem physischen Selbst Zweck und Richtung. Das physische Selbst besteht aus einem physischen K\u00f6rper, der von Zellen gebildet wird, und einem physischen Gem\u00fct, das sich beispielsweise im Verlangen nach Nahrung und Schlaf manifestiert. In gleicher Weise hat das geistige Selbst auch einen geistigen K\u00f6rper und ein geistiges Gem\u00fct. Weil das geistige Selbst eine \u00e4hnliche Form hat wie der physische K\u00f6rper, k\u00f6nnen Menschen in der geistigen Welt erkannt werden. Das erkl\u00e4rt, warum Menschen, die mit der geistigen Welt Kontakt haben, ihre Freunde und Verwandten, die schon verstorben sind, wiedererkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das geistige Gem\u00fct ist das Zentrum eines Menschen und beinhaltet Herz, Gef\u00fchl, Intellekt und Willen. Durch das geistige Gem\u00fct kann Gott mit uns kommunizieren, uns inspirieren und uns in unserem Wachstum leiten.<\/p>\n<p>Das geistige Selbst braucht das physische Selbst f\u00fcr sein Wachstum. Gute, aber auch schlechte Handlungen \u00fcbermitteln unserem Geist gute bzw. schlechte N\u00e4hrstoffe. Im Gegenzug gibt der Geist dem K\u00f6rper Geistige Elemente (gute Taten erzeugen Kraft und Freude bzw. schlechte Taten zehren an den Kr\u00e4ften).<\/p>\n<p>Unser geistiges Selbst braucht zwei N\u00e4hrstoffe f\u00fcr sein Wachstum: Lebenselemente, die von Gott kommen und Liebe und Wahrheit enthalten, und Vitalit\u00e4tselemente, die ihren Ursprung im physischen K\u00f6rper haben. Jedes Mal, wenn ein Mensch gem\u00e4\u00df dem Willen Gottes und den Prinzipien der Liebe und des Dienens handelt, erh\u00e4lt der Geist gute Vitalit\u00e4tselemente vom K\u00f6rper. In Erwiderung \u00fcbertr\u00e4gt das geistige Selbst Geistige Elemente auf den physischen K\u00f6rper, indem er wahre Freude erf\u00e4hrt. Er wird dann f\u00e4hig, mehr von der Liebe Gottes und Seiner Wahrheit zu erhalten, und kann auf diese Weise wachsen.<\/p>\n<p>Wenn aber dem geistigen Selbst schlechte Vitalit\u00e4tselemente, die aus egoistischen Handlungen entspringen, zugef\u00fchrt werden, verursacht es der Person Schuldgef\u00fchle und die geistige Entwicklung wird verk\u00fcmmern. Die einzige L\u00f6sung f\u00fcr diesen Menschen besteht darin, zu bereuen und seine Verfehlungen wieder zu korrigieren. Die Entwicklung und die Qualit\u00e4t des geistigen Selbst eines Menschen h\u00e4ngen also von der Qualit\u00e4t seiner eigenen Handlungen ab.<\/p>\n<p>Es gen\u00fcgt nicht, das Wort Gottes nur zu h\u00f6ren und daran zu glauben, sondern es muss auch praktiziert werden. Ein Abschnitt im Neuen Testament hebt das ausdr\u00fccklich hervor: \u201eMeine Br\u00fcder, was n\u00fctzt es, wenn einer sagt, er habe Glauben, aber es fehlen die Werke? \u2026 Denn wie der K\u00f6rper ohne den Geist tot ist, so ist auch der Glaube tot ohne Werke.\u201c (Jak 2,14 und 2,26) Wir m\u00fcssen uns selbst zur\u00fccknehmen und f\u00fcr das Wohl anderer leben. Das Leben auf der Erde ist unsere beste M\u00f6glichkeit, geistig zu wachsen. Wenn unser Leben auf der Erde eines Tages endet, k\u00f6nnen wir keine weiteren Vitalit\u00e4tselemente von unserem physischen Selbst empfangen und unser geistiges Wachstum wird daher viel schwieriger sein. Mit anderen Worten, da unser geistiges Selbst auf der Grundlage der guten Handlungen w\u00e4chst, die unser physischer K\u00f6rper vollbringt, pr\u00e4gen unsere Erfahrungen von Liebe, Sch\u00f6nheit und Freude auf der Erde unsere F\u00e4higkeit, diese in der geistigen Welt ebenfalls zu erleben. Deshalb ist unser Leben auf der Erde so wichtig. Auf der Erde m\u00fcssen das Ideal Gottes und der Zweck Seiner Sch\u00f6pfung erf\u00fcllt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mensch und das Universum: Ein Spiegelbild Gottes Harmonie, Pr\u00e4zision und Ordnung sind in der Natur und im gesamten Kosmos klar ersichtlich. Seit Millionen von Jahren haben sich die Zyklen des Lebens in der Natur und im Universum mit bemerkenswerter Stetigkeit wiederholt. 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