Gottesdienste bzw. religiöse Zeremonien

Gottesdienste bzw. religiöse Zeremonien

Der gemeinschaftliche Gottesdienst wird jeden Sonntag um 10 Uhr in den jeweiligen Gemeindezentren gefeiert. Der Gemeindeleiter (bzw. die Gemeindeleiterin) ist für die Organisation und die Gestaltung der Gottesdienste zuständig. Er (bzw. sie) bestellt den Prediger und den Moderator.

Der Gottesdienst beginnt mit der Begrüßung der Gemeinde durch den Moderator. Die Gemeinde singt zwei oder drei Lieder, entweder sogenannte „Heilige Lieder“ (Lieder aus der Frühgeschichte der Vereinigungskirche) oder andere Lieder (z. B. christliche Lieder oder zum Predigtthema passende andere Lieder). Der Moderator leitet die Gemeinde in der Rezitation eines Punktes des Familiengelöbnisses. Nach einem Eröffnungsgebet tragen er oder ein anderer Vorleser eine Passage aus dem Göttlichen Prinzip, den Ansprachen Rev. Moons, der Bibel oder den Heiligen Schriften anderer Religionen vor. Vor der Predigt folgt meist ein weiteres Lied. Die Predigt ist das Kernstück des Gottesdienstes und dauert in der Regel 20 bis 35 Minuten.

Prinzipiell kann, unabhängig vom Geschlecht, jedes erwachsene Mitglied der Gemeinde (auch junge Erwachsene) predigen. Die Aufgabe des Predigers oder der Predigerin ist es, der Gemeinde Inspiration für die Woche zu geben und eine Katharsis (= innere Reinigung und Entschluss zum Guten) in den Herzen der Zuhörer zu bewirken.

Der Prediger vermittelt das Wort Gottes. Die Botschaft der Predigt soll sowohl Ältere wie Jüngere, Mitglieder wie Gäste ansprechen und allgemein verständlich sein. Die Predigt kann zum Denken, Lachen, Weinen, Freuen anregen und soll vor allem durch die Kraft des Wortes geistige Nahrung für Herz und Gemüt bieten. Es folgt Gebet und Meditation sowie ein gemeinsames Lied. Das abschließende Segnungsgebet wird von einem Ehepaar aus dem Kreis der Gemeinde gesprochen.

Es folgen Ankündigungen des Gemeindeleiters und anderer Mitglieder sowie die Möglichkeit, persönlichen Erfahrungen, Glaubenszeugnisse usw. zu teilen.

Zeremonien, Feiertage und Gedenktage

Die wichtigsten Zeremonien im Lebenslauf eines Mitglieds der Vereinigungskirche sind die

folgenden:

(1)    Die Acht-Tages-Zeremonie (acht Tage nach der Geburt): die Eltern geloben im Gebet das Kind als Sohn oder Tochter Gottes im Sinne Gottes großzuziehen. Die Zeremonie wird zu Hause von den Eltern durchgeführt.

(2)    Die Heilige Ehesegnung: Die heilige Segnung der Ehe wird durch die Wahren Eltern bzw. einem repräsentativen Paar durchgeführt. Die Ehe ist der Wohnort der Liebe Gottes und die Keimzelle der Familie, der Gesellschaft, der Nation und der Welt des Friedens. In der Regel findet die Ehesegnung gemeinsam mit anderen Paaren als feierliches Großereignis statt.

(3)    Die Sŏnghwa-Zeremonie: Das Verabschiedungs- und Bestattungsritual wird durch den zuständigen Gemeindeleiter gemeinsam mit den Angehörigen durchgeführt. Die Sŏnghwa-Zeremonie besteht aus gemeinsamem Singen und Gebet sowie Nachrufen von Angehörigen und Freunden.

Eine regelmäßige Zeremonie, die alle acht Tage im Kreis der Familie abgehalten wird, ist die Feier des An Shi Il. Dabei wird das Familiengelöbnis gesprochen, gebetet und aus heiligen Schriften gelesen. Die An Shi Il-Feier symbolisiert den „achten Tag“ in Gottes Schöpfungswerk an dem Gott schließlich zusammen mit seinen Kindern ruhen kann.[1]

Das Datum der Feiertage der Vereinigungskirche richtet sich nach dem „Himmlischen Kalender“, der sich am koreanischen Mondkalender orientiert. Die kursiven Datumsangaben entsprechen dem koreanischen Lunisolarkalender.

(1)    Tag der Wahren Himmlischen Eltern (1.1.): An diesem Tag, etabliert am 1. Jänner 1968, wird die Liebe und der reiche Segen Gottes gefeiert;

(2)    Geburtstag der Wahren Eltern (6.1.): An diesem Tag wird die Geburt von Sun Myung Moon (6.1.1920) und von Frau Hak Ja Han Moon (6.1.1943), dem Wahren Vater und der Wahren Mutter zelebriert;

(3)    Wahrer Elterntag (1.3.): Dieser Feiertag, etabliert am 1.3.1960, bezeichnet die erstmalige Etablierung des eingeborenen Sohnes und der eingeborenen Tochter Gottes als Wahre Eltern der Menschheit. Sie gründeten die Tradition einer Erblinie wahrer Liebe, die unter dem vollen Eigentum Gottes steht;

(4)    Tag Aller Wahren Dinge (1.5.): Dieser Feiertag, eingeführt am 1.5.1963, bezeichnet die Wiederherstellung aller Dinge, die erstmals durch den Menschen die Liebe Gottes erfahren können und in dieser Liebe regiert werden;

(5)    Wahrer Kindertag (1.10.): Dieser Feiertag wurde am 1.10.1960 deklariert, um die Möglichkeit der Neugeburt aller Menschen als Kinder der Wahren Eltern zu würdigen; An diesen Feiertagen wird das Fundament geehrt, das die Wahren Eltern legten, um die Wahre Familie und gesegnete Familien zu gründen. Aus diesem Fundament werden gesegnete Nationen und letzten Endes eine gesegnete Welt erblühen die in der Bibel als Himmelreich auf Erden und in der geistigen Welt bezeichnet wird. (Matthäus 6:9-15)

[1] Vgl. Genesis 1