Vereinigungskirche

Die Lehre der Vereinigungskirche – Ein Überblick

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[Verlinken mit Barrytown-Punkten sowie Young Oon Kim]

Die Lehre der Vereinigungskirche baut auf den Worten und Inspirationen Sun Myung Moons auf und verbindet die jüdisch-christliche Tradition mit der Weisheit fernöstlicher Spiritualität. Sein umfassendes Gedankensystem entwickelte er durch innigste Gebete, tiefe Meditation und intensivster Forschung, dessen Grundlagen im Buch Das Göttliche Prinzip[1] dargelegt wurden. Die Unterweisungen und Visionen Rev. Moons entfalteten sich in vielen weiteren Reden. Ein wichtiger Bestandteil der Vermittlung dieser Inhalte sind Predigten während den Sonntagsgottesdiensten.

Eine Zusammenfassung der Theologie  der Vereinigungskirche findet sich in der Proklamation vereinigungstheologischer Aussagen [Link zu Text] vom 14. Oktober 1976, die im Buch Sun Myung Moon von Dr. Frederik Sontag veröffentlicht wurde. Eine weitere Übersicht bietet die Kurzfassung der Vereinigungstheologie  [Link zu Text] von Dr. Young Oon Kim. Auch zahlreiche andere Theologen und Religionswissenschaftler haben sich ausführlich mit dem weltanschaulichen System und dem Aktivismus der Vereinigungskirche auseinandergesetzt.

Zu den autoritativen Lehrtexten der österreichischen Vereinigungskirche zählen Das Göttliche Prinzip[2], die Friedensbotschaften[3] und das Familiengelöbnis[4]. Zudem bilden die christliche Heilige Schrift[5] und das Buch Wahre Familienwerte[6] wichtige Referenzmaterialien. Die Kanonisierung und Übersetzung der Lehren des Gründers sind noch nicht abgeschlossen und daher künftigen Ergänzungen vorbehalten.

Die Lehre der Vereinigungskirche lässt sich in drei Abschnitte unterteilen, die im Folgenden näher erläutert werden:

  1. Gottes ursprüngliches Ideal der Schöpfung;
  2. der Sündenfall und die Entstehung des Bösen;
  3. die Heils- und Wiederherstellungsgeschichte. 
  • Gottes ursprüngliches Ideal der Schöpfung;

Gottesbild

Das Gottesbild der Vereinigungsprinzipien definiert sich in erster Linie über die Herzensbeziehung Gottes zum Menschen: Gott[7] ist Eltern, der Mensch ist Kind. Gottes inneres Wesen ist sein ewig liebendes Herz und die Quelle des Schönen, Wahren und Guten. Der Mensch, der als Abbild Gottes[8] und ausgestattet mit Herz, Emotion, Intellekt und Wille geschaffen wurde, reflektiert in seiner ursprünglichen Natur diese Wesensmerkmale und ist potentieller Partner für eine reife, wechselseitige Herzensbeziehung zu seinem Schöpfer.[9]

 

Menschen- und Familienbild

Gott schuf Menschen als Seine Kinder und als Krone der Schöpfung. Indem sie Eigenverantwortung für ihr Fühlen, Denken, Wollen und Handeln übernehmen, sollten sie entsprechend Gottes ursprünglichem Ideal ein Leben zum Wohle anderer praktizieren, liebevolle, harmonische Familien errichten und die Schöpfung mit Liebe, Kompetenz und Verantwortung regieren. Die Familie spielt dabei die wichtige Rolle als Wiege des Lebens, Entfaltungsort der Liebe und Keimzelle des Friedens. Sun Myung Moon bringt die zentrale Stellung der Familie als Kern und Baustein der menschlichen Gesellschaft zum Ausdruck, wenn er feststellt, dass es eine harmonische Familie der Nationen nur geben kann, wenn die Nationen in harmonischen Familien gegründet sind.

Gottes ursprüngliches Ideal der Schöpfung

Das ursprüngliche Ideal der Schöpfung[10] besteht in der Verwirklichung der Drei Segen[11]. Diese besteht erstens, in der Reifung der Liebesfähigkeit des Menschen und die Kultivierung seines Gewissens durch die auf Gott ausgerichtete Einheit von Geist und Körper; zweitens, in der auf Gott ausgerichtete Einheit von Ehemann und Ehefrau, die sündenlose Kinder hervorbringen, welche einander als Mitglieder einer Weltfamilie im Geiste der Liebe und Geschwisterlichkeit begegnen; und drittens, in der Herrschaft der wahren Liebe des Menschen über die Schöpfung, wodurch Mensch und Natur eine auf Gott ausgerichtete Einheit bilden. Die Welt, in der die Drei Segen verwirklicht sind und die Gottes Liebe zu Seinem Erfreuen erwidert, nennt sich das Reich Gottes auf Erden[12]. Die Kultivierung eines Charakters des Guten in dieser Welt dient als Vorbereitung für das ewige Leben in der geistigen Welt, dem Reich Gottes im Himmel[13].

  • Der Sündenfall und die Entstehung des Bösen;

Die Interpretation der biblischen Geschichte des Sündenfalls basiert auf der Auslegung der Metaphern und der archetypischen Beziehungen in Gen 2-3. Durch die vom Erzengel Luzifer initiierte, unreife und daher unerlaubte sexuelle Beziehung der ersten menschlichen Vorfahren, Adam und Eva, wurde Gottes Liebesideal verletzt und es kam zur schmerzlichen Entfremdung zwischen Gott und dem Menschen. Als Folge des Sündenfalls übertrug Satan, der gefallene Erzengel Luzifer[14], seine Gefallene Natur, das psychologische Muster der Verblendung und der Selbstsucht auf die erste Menschheitsfamilie und infizierte somit die Abstammungslinie deren Nachkommen. Daher wurde der Erlösungsplan Gottes zur Heilung und Wiederherstellung der verlorenen Einheit zwischen Gott und Mensch notwendig.

  • Die Heils- und Wiederherstellungsgeschichte 

 

Die Zeitperioden in der Geschichte der Wiederherstellung sind numerologisch codiert und die Aufgaben der historischen zentralen Personen, die Propheten und Heiligen der Geschichte Israels und des Christentums (sowie anderer religiöser Traditionen) reflektieren bestimmte Aspekte in der Wiederherstellung des ursprünglichen Ideals. Da das Erlösungswerk Gottes stets von der freiwilligen Erfüllung der menschlichen Verantwortung abhängig ist, wiederholten sich Zeitperioden der menschlichen Geschichte in parallelen Zyklen bis zum Zeitpunkt der Sendung des Messias (als neuer Adam) am Ende des Alten Testamentzeitalters, bzw. der Wiederkunft Christi am Ende des Neuen Testamentzeitalters.

Die Aufgabe der Wiederkunft Christi und seiner Braut – dem wiederhergestellten Adam und der wiederhergestellten Eva – besteht darin, den gefallenen Menschen von der satanischen Blutslinie zu befreien und durch die Ehesegnung an die wiederhergestellte wahre Familie und damit an die Blutslinie Gottes anzubinden[15]. In dieser wiederhergestellten Weltfamilie liegt die Saat des Himmelreiches[16], das im Prozess der Neuschöpfung und der aufrichtigen Nachfolge des messianischen Ehepaars, der Wahren Eltern[17], zur vollen Entfaltung gebracht wird.

 

[1] Sino-kor. Titel: 原理講論, wŏlli kang’non. Dt. revidierte Übersetzung: Kando-Verlag, 2003. (Die Originalausgabe erschien 1966 in Seoul.) Siehe Anhang (1).

[2] Siehe Anhang (1).

[3] Sino-kor. 平和訓經, p‘yŏnghwa hungyŏng, dt. die „Lehrschriften des Friedens“. Dieser Text umfasst 15 öffentliche Ansprachen, die Rev. Moon in den Jahren 2006 und 2007 gab. Siehe Anhang (2).

[4] Sino-kor. 家庭盟誓, kachŏng maengse. Voller Text siehe Anhang (3). Das Familiengelöbnis entspricht dem Glaubensbekenntnis der Vereinigungskirche und wird während der täglichen Morgenandacht, gemeinsam bei wöchentlichen Gottesdiensten und zu kirchlichen Fest- und Feiertagen von Mitgliedern gesprochen.

[5] Einheitsübersetzung.

[6] Joong Hyun Pak / Andrew Wilson: Wahre Familienwerte. (Die dt. Übersetzung von Heinrich Krcek, erschienen im Kando-Verlag). Stuttgart 2014. Siehe Anhang (4).

[7] Kor. 하나님, hananim.

[8] Vgl. Gen 1,27.

[9] Vgl. 1 Kor 3,16.

[10] Sino-kor. 創造理想, ch‘angcho isang.

[11] Vgl. Gen 1,28.

[12] Sino-kor. 地上天國, chisang ch’ŏn’guk.

[13] Sino-kor. 天上天國, sesang ch’ŏn’guk.

[14] Kor. 누시엘, nusiel.

[15] Vgl. Röm 11,13-24.

[16] Sino-kor. 天一國, ch’ŏn il ‘guk, dt. die „Kosmische Nation der Einheit und des Friedens“. Vgl. Mt 13,1-23.

[17] Kor. 참부모님, ch’am pumo nim.

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