Vereinigungskirche

Die Zukunft des Christentums

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Reverend Sun Myung Moon

28. Oktober 1973,New Orleans Rohübersetzung von Johannes Stampf

Meine Damen und Herren!

Ich danke Ihnen sehr, daß Sie heute gekommen sind. Mein Thema für den heutigen Abend lautet: „Die Zukunft des Christentums.“

Heute abend werde ich über einige neue Offenbarungen von Gott sprechen, die sehr grundlegend für die Vereinigung aller Christen sind . Ich werde auch häufig das auserwählte Volk von Israel erwähnen. Ich bin sicher daß im Publikum viele Christen und Juden sind. Ich liebe alle christlichen Brüder und Schwestern sehr, und ich habe eine große Achtung vor dem jüdischen Volk. Bevor ich beginne, bitte ich Sie zu verstehen, daß das, was ich sage, in keiner Weise mein persönliches Gefühl widerspiegelt. Ich lege nur Zeugnis ab für die Wahrheit.

Es ist manchmal eine schmerzliche Aufgabe, von der Wahrheit zu zeugen. Dies ist jedoch meine Mission, und es ist meine Pflicht, sie zu erfüllen. Die Aussagen meiner Botschaft von heute abend mögen Ihren früheren Auffassungen entgegengesetzt sein. Manches mag sehr neu für Sie sein. Ich möchte Sie daher bitten, über das, was Sie heute hören, ernsthaft nachzudenken.

Hätte ich nicht etwas Neues zu offenbaren, würde ich überhaupt nicht herkommen, um zu Ihnen zu sprechen. Warum sollte ich kommen, um nur lauter bekannte Dinge zu wiederholen? Ich möchte, daß Sie und ich diese Zeit gemeinsam in Aufgeschlossenheit und ohne Vorurteil verbringen, sodaß der Geist Gottes direkt in unser Herz sprechen kann. Jesus lehrte in seiner Bergpredigt: „Selig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Himmelreich. Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land besitzen. Selig sind, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.“ (Mt. 5:3,5,6)

Heute abend bitte ich Sie demütig, die Armen im Geiste zu sein; ich bitte Sie, die Sanftmütigen zu sein, und ich bitte Sie, jene zu werden, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit. Dann werden wir alle das Reich Gottes sehen, und wir alle werden zufrieden sein. Nun wollen wir beginnen.

Die Christen und das Christentum an sich haben einen letzten Hügel zu überwinden. Die biblische Prophezeiung sagt, daß die Christen durch das Ende der Welt gehen und das Gericht durch das Feuer am großen und schrecklichen Tag des Herrn erleben müssen. Die Bibel sagt, daß wir viele außergewöhnliche Phänomene im Himmel und auf Erden sehen werden, wenn daß Ende naht.

Als Jesus das zweite Kommen versprach, vermittelte er das Gefühl, daß dies ganz nahe bevorstehe. Seit dem Tage der Himmelfahrt Jesu Christi warteten die Christen auf seine Wiederkunft. In den letzten 2000 Jahren war es die Hoffnung jedes Christen, die Wiederkunft zu erleben. Doch dieses außergewöhnliche Ereignis trat niemals ein. Viele Menschen wurden des Wartens müde. Manche kamen schließlich sogar zu dem Schluß, daß die Wiederkunft gar nicht buchstäblich stattfinden würde. Sie kamen zu der Meinung: „Dies ist eben eine der Methoden Gottes, uns wachsam zu halten.“

Heute abend müssen wir die Bedeutung des Endes der Welt, wie es in der Bibel prophezeit wird, klären. Wir müssen auch wissen, wie der Herr wiederkommen wird, wenn die Zeit erfüllt ist.

Zuerst müssen wir verstehen, daß Gott die Welt nicht geschaffen hat damit sie untergeht. Er beabsichtigte immer, daß die Welt des Guten für immer bestehen sollte. Ein Gott, der nicht für die Ewigkeit erschafft, kann kein allmächtiger Gott sein. Die gegenwärtige Welt muß jedoch enden, da der Fall des Menschen eine Geschichte des Bösen hervorbrachte. Das Ende der Welt ist notwendig, weil wir Gottes ursprünglich geplante Welt des Guten nicht erreicht haben. Anstatt Kinder des Guten zu werden, wurden wir in Wirklichkeit böse Kreaturen.

Adam und Eva fielen im Garten Eden. Sie konnten damals den Willen Gottes nicht klar verstehen. Sie kamen in einen Zustand der Verwirrung und trafen die falsche Wahl. Sie konnten sich entscheiden zwischen Gehorsam Gott gegenüber, was die gute Welt hervorgebracht hätte, und Gehorsam Satan gegenüber, was dann tatsächlich zu ihrem Fall führte. Von zwei klaren Möglichkeiten wählten Adam und Eva die falsche. Sie brachten das Böse in die Welt. Gottes ursprüngliche Absicht war es, seine ideale Welt, eine gute und glückliche Welt zu schaffen, die ewig bestehen sollte. Aber der Mensch fiel, die gute Welt Gottes war plötzlich zu Ende, und die menschliche Geschichte bewegte sich von der Zeit an in eine falsche Richtung.

Die Geschichte der Menschheit ist deshalb eine Geschichte des Bösen. Gott säte eine gute Saat und er wollte gute Früchte ernten. Doch Satan stahl seine Ernte, bevor sie reif war, und erntete schlechte Früchte. Die menschliche Geschichte ist eine Ernte von Unkraut. Was bedeutet dann das Ende der Welt? Was wird vergehen? Das Böse wird vergehen. Gott wird allem Bösen ein Ende bereiten. Aus Gottes neuem Beginn wird eine neue Gelegenheit für den Menschen entstehen. Und das Gute, das Gott in seinem ursprünglichen Ideal beabsichtigte, kann endlich Wirklichkeit werden.

Im Garten Eden fiel der Mensch in den Zustand des Bösen, anstatt das Gute in ihm zu verwirklichen. Der Mensch wurde von Satan unterworfen und zu einem Kind der Sünde. Deshalb sagt die Bibel, „Ihr habt den Teufel zum Vater, und ihr wollt das tun, wonach es euren Vater verlangt….“ (Joh.8:44) Hätte sich der Fall des Menschen nicht ereignet, wäre Gott der wahre Herrscher. Doch er ist heute nicht der König dieses Universums, denn Satan sitzt auf Gottes Thron. Gott muß alle Folgen des Falles des Menschen beseitigen, bevor er seine wahre Herrschaft über diese Welt antreten kann.

Ich werde Ihnen nun eine klare Definition vom Ende der Welt geben. Das Ende der Welt ist der Moment in der Geschichte, wo Gott das Böse beendet und sein neues Zeitalter beginnt. Es ist der Zeitpunkt, wo sich die alte Geschichte des Bösen und die neue Geschichte des Guten kreuzen. Im Lichte dieser Definition fragen wir uns, warum die Bibel außergewöhnliche himmlische Phänomene als Zeichen des Endes der Welt voraussagt? Werden sich diese Dinge tatsächlich ereignen? Die Bibel sagt: „Sogleich aber nach der Drangsal jener Tage wird die Sonne sich verfinstern und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden“. (Matt. 24:29) Was bedeutet das, was sollen wir erwarten?

Zuerst seien Sie bitte versichert, daß diese Dinge nicht wortwörtlich geschehen werden. Gott wird nicht das Universum zerstören. Gott drückt oft seine Wahrheit in Symbolen und Gleichnissen aus, und diese biblischen Aussagen werden symbolisch erfüllt werden. Zweitens hat Gott keinen Grund, das Universum zu zerstören. Nicht das Universum, sondern der Mensch hat gesündigt. Nur der Mensch wich vom ursprünglichen Schöpfungsplan Gottes ab. Warum sollte Gott die Tiere, die Pflanzen oder irgend etwas anderes in der Schöpfung zerstören, die doch im Sinne Gottes ihren Zweck erfüllten? Gott würde diese unschuldigen Dinge nicht zerstören.

Die Bibel sagt deshalb: „Ein Geschlecht geht dahin, und ein anderes kommt; aber die Erde bleibt ewig bestehen.“ (Prediger 1:4). Aber in der Offenbarung lesen wir: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind verschwunden.“ (Offb. 21:1) Dieser neue Himmel und die neue Erde beziehen sich auf das Kommen der neuen Geschichte Gottes, auf die Zeit einer neuen Herrschaft. Wenn Sie ein Haus gekauft haben, möchten Sie dann nicht mit Ihrer Familie und Ihrem Besitz einziehen? Dann werden Sie sagen, daß Sie ein neues Heim haben und daß Sie der neue Herr des Hauses sind. Auf die gleiche Art und Weise wird dieses Universum zu einem neuen Himmel und einer neuen Erde werden, wenn es von Menschen in Besitz genommen wird, die auf Gott ausgerichtet sind.

Wir wissen, daß der Frühling beginnt, wenn der Winter endet. Aber können wir ganz präzise sagen, an welchem Punkt der Frühling beginnt? Wer kann den genauen Punkt des Wechsels feststellen? Sie können es nicht wissen, denn der Übergang von einer Jahreszeit zur anderen geht unmerklich und ruhig vor sich. Das Ende des Winters ist ähnlich dem Beginn des Frühlings, daher gibt es keinen so deutlichen Augenblick des Wechsels.

In welchem Moment endet der alte Tag und beginnt der neue? Obwohl der Wechsel im Dunkeln liegt, gibt es keinen Zweifel darüber, daß wir von einem Tag in den anderen gehen. Der Übergang ist zuerst nicht erkennbar, aber er ist dennoch unvermeidlich und unwiderruflich. Obwohl Milliarden Menschen auf der Erde leben, kann niemand von ihnen ganz genau den Moment festsetzen wo der alte Tag aufhört und der neue beginnt. Daraus können wir ersehen, daß wir vom menschlichen Standpunkt aus nicht immer den genauen Zeitpunkt erkennen können, an dem die Dinge geschehen. Aber Gott weiß, wann der Winter in den Frühling übergeht und Gott weiß, wann die Nacht in den Tag mündet, und Gott kann den Übergang zu einer neuen Geschichte genau aufzeigen.

Unser Schritt in die neue Geschichte ist wie eine herrliche Dämmerung, die sich aus der finstersten Nacht erhebt. Der Kreuzungspunkt zwischen gut und böse ist nicht offensichtlich. Sie werden den Übergang nicht leicht bemerken, wenn er geschieht, aber es wird ihn tatsächlich geben, genauso sicher, wie die Sonne morgen aufgehen wird.

Wie können wir dann wissen, wann das Ende kommt? Gott wird diesen Moment vor den Menschen nicht geheimhalten. Er bringt das Gericht nicht plötzlich über die Welt ohne Warnung. Gott wird das Kommen des großen und schrecklichen Tages durch seine Propheten ankündigen. In Amos 3:7 heißt es: „Denn Gott der Herr tut kein Ding, er habe denn seinen Ratschluß seinen Knechten, den Propheten, enthüllt.“ Gott erwählt seine Werkzeuge und durch sie kündigt er seinen Plan an. Das war die ganze biblische Geschichte hindurch der Fall.

Die Person, die als Prophet Gottes erwählt wird, muß ein Mensch sein von denen, die in unserer bösen Welt leben. Aber er muß ein Mann des Glaubens sein, der zeigen kann, daß er es wert ist, von Gott benützt zu werden. Er muß absoluten Glauben zeigen. Um dies tun zu können, muß er allen weltlichen Erfolg aufgeben und sich vollständig von dieser Welt des Bösen trennen. Er muß sich selbst reinigen, indem er alle bösen Bindungen abbricht. Er wird in der bösen Welt nicht beliebt sein. Gott ist absolut gut und ist daher das genaue Gegenteil des Bösen. Deshalb wird das Böse einen Mann Gottes immer verfolgen.

Noah war ein solcher Mann, der von Gott gewählt wurde und der verachtet wurde von der bösen Welt. Gott befahl Noah, ein Schiff zu bauen. Er sandte Noah auf die Spitze eines Berges anstatt hinunter zum Fluß oder zur Küste. Gottes Befehl war lächerlich in den Augen der bösen Welt. Viele Leute lachten Noah aus. Er wurde nicht deswegen ausgelacht, weil die Menschen ihn für einen besonders witzigen Mann hielten, sondern deswegen, weil er Gottes Anweisungen so gewissenhaft befolgte. Die Augen der Welt konnten Gottes Wege nicht verstehen. Auf diese Art, mit so unsinnig scheinenden Anweisungen, prüfte Gott den Glauben des Mannes, den er als seinen Kämpfer erwählt hatte. Dies geschah zur Zeit Noahs.

Zur Zeit Abrahams war es nicht anders. Gott rief Abraham, den Sohn eines Götzenbildermachers und befahl ihm: „Verlasse sofort dein Heim.“ Gott erlaubt keinen Kompromiß. Für ihn ist nur eine Position annehmbar, in der das Böse vollständig verneint werden kann. Das Gute kann auf keine andere Art beginnen.

Gott sagte, daß eine neue Geschichte beginnen wird, in der kein böses Element bestehen bleibt. Gott begehrt vollständige Erwiderung vom Menschen. Jene, die Gottes Anweisung folgen, müssen mit der absoluten Verneinung der bösen Welt beginnen. Deshalb lehrte Jesus Christus: „Wer sein Leben findet, der wird es verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.“ (Matth.10:39) Er sagte auch: „Und des Menschen Feinde werden die eigenen Hausgenossen sein.“ (Matth. 10:36)

Sie mögen fragen, welche Art von Botschaft das ist? Dies ist der Weg Gottes, die Seinen zu erwählen und sie in eine Position zu stellen, in der sie vom Bösen zurückgewiesen werden. Sonst kann Gottes Kämpfer nichts für ihn wirken. Von Gottes Standpunkt aus haben es die Christen heute sehr bequem. Dies ist sehr seltsam, denn in den christlichen Lehren ist kein leichter Weg aufgezeigt. Ich frage mich, wieviele Christen wirklich ernsthaft dem Weg Gottes folgen. Gottes Forderung ist absolut. Er erlaubt keinen Mittelweg.

Wie können wir nun klar Gottes Weg erkennen? Laßt uns die Geschichte der Vorsehung Gottes untersuchen. Heute erwarten wir das Ende der Welt. Gott versuchte schon früher, der Welt ein Ende zu bereiten. Zum Beispiel war die Zeit Noahs ein Kreuzungspunkt in der Geschichte, an dem Gott das Böse zerstören und die Welt des Guten herbeiführen wollte. Noah war die zentrale Person, die für Gottes Dispensation erwählt wurde. Um die Mission Noahs und die Bedeutung des Endes der Welt besser verstehen zu können, wollen wir genauer wissen, wie die böse Geschichte begann. Gott gab Adam und Eva im Garten Eden ein Gebot. Dieses Gebot war das Wort Gottes. Dann kam Satan und verleitete sie mit einer Lüge, und diese Lüge war das Wort des Bösen. Adam und Eva waren in einer Situation, in der sie zwischen zwei Worten zu wählen hatten. Die Wahrheit war auf der einen Seite und eine Lüge auf der anderen. Sie wählten die Lüge.

Da der Fall so verlief, wird Gott der Menschheit am Ende der Welt die Wahrheit geben. Die Worte Gottes werden durch seinen Propheten kommen. Wenn der Mensch das Wort Gottes annimmt, kommt er vom Tod zum Leben, denn die Wahrheit bringt das Leben. Der Mensch starb durch eine Lüge und in der Wahrheit wird er neu geboren werden.

Deshalb kommt das Gericht durch das Wort. Diese Worte des Gerichtes Gottes werden von seinen auserwählten Propheten offenbart werden. So wird das Ende der Welt vor sich gehen. Solche die gehorchen und auf das neue Wort der Wahrheit hören, werden das Leben haben. Diejenigen, welche das Wort zurückweisen, werden weiterhin im Tode bleiben.

Gott erwählte Noah um das Wort zu verkünden. Noahs Ankündigung war: „Die Flut kommt. Rettet euch in die Arche.“ Die Menschen hätten sich selbst retten können, indem sie auf Noahs Wort hörten. Sie behandelten jedoch Noah wie einen Verrückten, und sie gingen zugrunde, da sie sich gegen das Wort Gottes stellten. Die Bibel sagt, daß nur acht Menschen von Noahs engster Familie in die Arche kamen. Nur diese acht glaubten und nur diese acht wurden gerettet.

Gott sagte zu Noah: „Das Ende alles Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von den Menschen. So will ich sie denn von der Erde vertilgen“. (Gen 6:13) Geschah dies tatsächlich? Wir wissen, daß die bösen Menschen zugrunde gingen, aber wurde bei diesem Ereignis die physische Welt zerstört? Nein. Diese Aussage wurde nicht wortwörtlich erfüllt und Gott zerstörte die Erde nicht. Gott vernichtete die Menschen und zerstörte die böse Herrschaft, indem er nur die guten Leute von Noahs Familie zurückließ. Auf diese Weise begann Gott, die ursprüngliche Welt des Guten durch Noah wiederherzustellen.

Hätte Gott zu dieser Zeit sein Wiederherstellungswerk vollenden können, dann hätten wir nie wieder etwas von einem Ende der Welt gehört. Wenn einmal die vollkommene Welt des Guten verwirklicht ist, dann ist kein weiteres Ende der Welt mehr notwendig. Nichts könnte dann die ewige Herrschaft des vollkommenen Reiches Gottes stören.

Doch die Tatsache, daß wir heute das Ende der Welt erwarten, ist ein Hinweis, daß Gott zur Zeit Noahs sein Ziel nicht erreichen konnte. Es sollte nun genauer erklärt werden, was nach der Flut mit Noah geschah, aber für dieses Thema kann ich heute abend nicht so viel Zeit aufbringen. Kurz gesagt, die Sünde drang in Noahs Familie durch seinen Sohn Ham wieder ein. Gottes Gericht durch die Flut konnte dadurch seinen Zweck nicht erfüllen, und die böse menschliche Geschichte setzte sich fort bis zur Zeit Jesu Christi.

Mit dem Kommen Christi strebte Gott wieder das Ende der Welt an. Jesus kam, um das neue Reich Gottes auf Erden zu beginnen. Daher waren die ersten Worte, die Jesus sprach: „Tut Buße, das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen.“ (Matt. 4:17) Tatsächlich war die Zeit Jesu Christi das Ende der Welt. Dieser große und schreckliche Tag wurde von Maleachi ungefähr 400 Jahre vor der Geburt Jesu prophezeit. „Denn siehe, es kommt der Tag, brennend wie ein Ofen, und alle Übermütigen und alle, die gottlos handeln, werden wie Stoppeln sein, und der Tag, der da kommt, wird sie in Brand stecken, spricht der Herr der Heerscharen, daß von ihnen weder Wurzel noch Zweig übrigbleibt.“ (Mal. 4:1).

Erfolgte das Gericht Jesu Christi durch wirkliches Feuer? Kam der Tag zur Zeit Jesu, an dem alles tatsächlich zu Asche wurde? Nein, wir wissen, daß es damals nicht so war. Da diese Prophezeiungen zu jener Zeit nicht buchstäblich in Erfüllung gingen, sagen manche, daß sich eine solche Prophezeiung auf die Wiederkunft beziehen muß. Aber dies kann nicht der Fall sein.

Johannes der Täufer kam in diese Welt als der letzte Prophet. Jesus sagte: „Denn alle Propheten und das Gesetz haben auf Johannes hin geweissagt.“ (Matth. 11:13) Das Kommen Johannes des Täufers sollte alle Prophezeiungen und das mosaische Gesetz zu Ende führen. Daß dies geschehen würde, hatte Jesus gemeint. Der Zweck aller Prophezeiungen vor Jesus war es, sein Kommen vorzubereiten und anzudeuten, was bis zu seinem Kommen erfüllt werden sollte. Diese Prophezeiung bezieht sich nicht auf die Zeit des Herrn der Wiederkunft. Gott sandte seinen Sohn Jesus in die Welt und beabsichtigte das Erreichen der vollkommenen und vollständigen Erlösung. Das zweite Kommen wurde erst deswegen notwendig, weil zur Zeit des ersten Kommens nicht alles erfüllt werden konnte.

Warum war dann die Zeit Jesu das Ende der Welt? Wir kennen bereits die Antwort. Jesus kam, um die Herrschaft des Bösen zu vernichten und die Herrschaft Gottes auf diese Erde zu bringen. Das war das Ende des Alten Testament-Zeitalters und der Beginn des Neuen Testament-Zeitalters. Jesus brachte die Worte der neuen Wahrheit.

Wie nahmen die Menschen das Evangelium auf, das er brachte? Die gläubigen Juden klagten Jesus an und kreuzigten ihn. Sie waren Gefangene der Buchstaben des Alten Testaments und konnten die Gegenwart des Geistes Gottes in der neuen Wahrheit nicht erkennen. Es ist eine Ironie, daß Jesus ausgerechnet den Prophezeiungen zum Opfer fiel, die ihn als Sohn Gottes bestätigen sollten. Nach den Buchstaben des mosaischen Gesetzes wurde er als Verbrecher verurteilt. Blind nagelten ihn die Menschen ans Kreuz.

Zur Zeit Jesu warteten viele gebildete Menschen, viele Führer der Kirchen und viele angesehene, einflußreiche Leute, die das Gesetz und die Propheten sehr gut kannten, auf einen Messias. Wie glücklich wären sie gewesen, wenn ihr Messias das Alte Testament ganz genau, Silbe für Silbe und Wort für Wort, aufgesagt hätte. Aber Jesus Christus kam nicht, um das mosaische Gesetz zu wiederholen. Er kam, um ein neues Gesetz Gottes zu verkünden. Doch die Menschen begriffen das Wesentliche ganz und gar nicht, und Jesus wurde angeklagt. Die Israeliten sagten zu ihm: „Nicht wegen eines guten Werkes wollen wir dich steinigen, sondern wegen einer Lästerung, und zwar weil du, der du ein Mensch bist, dich zu Gott machst.“ (Joh. 10:33)

Die Bibel sagt: „Und sie schmähten ihn und sagten: Du bist sein Jünger, wir aber sind Moses Jünger. Wir wissen, daß Gott zu Mose geredet hat; von diesem aber wissen wir nicht, woher er ist.“ (Joh.9:28-29). So wurde Jesus von den Juden gesehen. Jene Menschen, die ganz eifrig den Buchstaben des mosaischen Gesetzes gehorchten, waren Jesus Christus nicht gehorsam. Die Frömmsten der gläubigen Juden waren die ersten, die von Jesus gerichtet und in unauslöschliches Feuer geworfen wurden. Ich möchte jetzt die Bedeutung des „Gerichtes durch das Feuer“ erklären.

Wir lesen, im Neuen Testament: „Die Himmel werden sich in Feuer auflösen und die Elemente in der Gluthitze zerschmelzen“. (2.Petr. 3:12) Wie kann diese phantastische Prophezeiung wahr werden? Wird sie wörtlich eintreffen? Nein. Diese Aussage hat eine symbolische Bedeutung. Gott würde seine Erde, seine Sterne, die ganze Schöpfung niemals zerstören, ohne sein Ideal auf Erden zu erfüllen. Würde er es tun, so würde Gott zu einem Gott des Versagens. Und wer würde sein Bezwinger sein? Kein anderer als Satan. Dies kann Gott niemals zulassen.

Selbst wir Menschen trachten danach, das, was wir uns vorgenommen haben, wirklich ganz zur Vollendung zu bringen. Um wieviel mehr wird der allmächtige Gott seinen Willen erfüllen. Wenn in der Bibel von einem Gericht durch das Feuer die Rede ist, so bedeutet dies nicht, daß er das Gericht durch Flammen bringen wird. Die richtige Bedeutung ist eine symbolische.

Wir wollen uns nun eine andere Bibelstelle ansehen, die vom Feuer spricht. Jesus erklärte: „Ein Feuer auf die Erde zu bringen, bin ich gekommen, und wie sehr wünschte ich, es wäre schon entfacht!“ (Luk.12:49) Hat Jesus mit richtigem loderndem Feuer herumgeworfen? Natürlich nicht.

Das Feuer in der Bibel ist ein Symbol für das Wort Gottes. Deshalb heißt es in Jakobus 3:6 „Auch die Zunge ist ein Feuer.“ Die Zunge spricht das Wort, und das Wort ist von Gott. Jesus selbst sagte: „Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat seinen Richter; das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am jüngsten Tage.“ (Joh. 12:48). In unserer gegenwärtigen Gesellschaft erfolgt die Rechtsprechung durch das Wort des Gerichtes. Das Wort ist das Gesetz. In diesem Universum steht Gott in der Position des Richters. Jesus kam als sein Anwalt mit der Autorität, Satan, dem Ankläger der Menschen, entgegenzutreten. Satan verklagt die Menschen mit seinen Worten, aber diese sind falsche Beschuldigungen. Jesus verteidigt die Sache der Gläubigen, und sein Maßstab ist das Wort der Wahrheit. Gott verkündet diesen Satz: Seine Liebe ist der Maßstab und die Liebe ist sein Wort. Zwischen dem irdischen und dem himmlischen Gericht gibt es insofern keinen Unterschied, als bei beiden durch das Wort Gericht gehalten wird, nicht durch das Feuer.

So wird die Welt nicht durch Feuer verbrannt werden, wenn sie gerichtet wird. Die Bibel sagt: „Dann wird der gesetzeswidrige Mensch allen sichtbar werden. Jesus, der Herr, wird ihn durch den Hauch seines Mundes töten und durch seine Ankunft und Erscheinung vernichten.“ (2.Thess, 2:8) Das Wort Gottes ist der Atem seines Mundes. Jesus kam, um die Gottlosen mit dem Wort Gottes zu schlagen. „Er wird den Tyrannen schlagen mit dem Stabe seines Mundes und den Gottlosen töten mit dem Hauch seiner Lippen.“ (Jes. 11:4) Was ist dann der Stab seines Mundes? Dieses Symbol bedeutet seine Zunge, mit welcher er das Wort Gottes ausspricht.

Wir wollen diesen Punkt vollständig klären. Betrachten Sie, was Jesus die Menschen lehrte. „Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat der hat ewiges Leben, und in ein Gericht kommt er nicht, sondern er ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen.“ (Joh. 5:24) Der Mensch geht vom Tode zum Leben durch die Worte der Wahrheit. Gott wird euch nicht den Messias schicken, um euch zu verbrennen. Er wird euch nicht den Messias schicken, um eure Häuser in Brand zu stecken oder eure Gesellschaft zu zerstören. Doch wenn wir das vom Herrn der Wiederkunft gesprochene Wort Gottes zurückweisen, dann haben wir keine andere Möglichkeit, als durch das Gericht verdammt zu werden. Und hier ist der Grund dafür.

Am Anfang schuf Gott den Menschen und das Universum durch sein Wort – Logos. Der Mensch verleugnete das Wort Gottes und fiel. Seit damals regiert der geistige Tod. Gott schafft den Menschen neu durch sein Erlösungswerk. Der Mensch fiel durch den Ungehorsam Gottes Wort gegenüber, und er soll neu geschaffen werden durch den Gehorsam demselben Wort Gottes gegenüber. Das Wort Gottes wird durch den Herrn gebracht. Das Annehmen des Wortes bringt uns vom Tod zum Leben. Dieser Tod ist die Hölle, in der wir leben. Deshalb ist das Wort Gottes das Gericht, und es wird eine viel tiefere Wirkung haben als die heißesten Flammen.

Nun kommen wir zu einen weiteren wichtigen Punkt, den es zu klären gilt. Was wäre geschehen, wenn das Volk Israel mit ganzem Herzen Jesus angenommen hätte? Stellen wir uns Israel vereinigt mit Jesus vor. Was hätte dies bedeutet? Erstens wäre Jesus nicht getötet worden. Die Menschen hätten Jesus als lebenden Herrn verherrlicht. Sie wären dann nach Rom marschiert mit dem lebendigen Christus als Oberbefehlshaber, und Rom hätte sich dem Sohn Gottes während dessen Lebenszeit unterworfen. Doch die traurige Realität der Geschichte zeigt uns, daß eine Gruppe von Nachfolgern Jesu 400 Jahre brauchte, um Rom zu erobern. Jesus gewann niemals das auserwählte Volk Israel und erhielt niemals die Unterstützung, die er gebraucht hätte. Er kam, um das Reich Gottes auf Erden zu errichten, doch statt dessen mußte er seine Jünger anweisen, vorsichtig zu sein und seine Identität geheimzuhalten, weil das Volk ihn nicht als rechtmäßigen Messias akzeptierte und ihm daher die Macht fehlte, König der Könige zu sein.

Heute müssen wir viel lernen und wir dürfen nicht blind glauben. Wir müssen die verborgene Wahrheit in der Bibel kennen. Jesus wurde gekreuzigt nicht durch seinen eigenen Willen, sondern durch den Willen anderer. Der Unglaube des auserwählten Volkes Israel tötete Jesus Christus.

Ich mache nun eine kühne Aussage. Jesus kam nicht, um zu sterben. Jesus Christus wurde ermordet. Ich wiederhole das: Jesus Christus wurde ermordet, und sein eigenes Volk tötete ihn. Sogar der römische Statthalter Pilatus wollte Jesus freilassen. Er fand keine Schuld an ihm. Doch die eigenen Leute wiesen ihn als Christus zurück und zwangen Pilatus, statt dessen Barabbas freizulassen. Was für ein Jammer, was für eine Tragödie.

Dies mögen für Sie schockierende und verblüffende Neuigkeiten sein, aber wenn Sie nur überrascht sind, dann haben Sie nicht verstanden, was ich sagen wollte. Ich offenbare diese Dinge, weil es meine Pflicht ist, von der Wahrheit Zeugnis abzulegen.

Es war das auserwählte Volk Israel, die Hohepriester, die Ältesten, die Schriftgelehrten und die Gläubigen, die im Hofe des Pilatus schrien: „Kreuzige ihn!“ Paulus sagte: “ … die keine der Herrscher dieser Welt erkannt hat – denn hätte sie sie erkannt, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt“ (1.Kor. 2:8)

Die Menschen, die zur Zeit Jesu lebten, machten einen ganz fürchterlichen Fehler. Aber glauben Sie, daß diese sehr viel unwissender und weniger wachsam waren als wir heute? Nein, sicher nicht. Sie lernten das Alte Testament Wort für Wort und kannten das mosaische Gesetz auswendig. Von ihrem Verständnis her erfüllte Jesus nicht die Qualifikationen, der Messias zu sein.

Das jüdische Volk war in einer sehr schwierigen Position. Wollten sie an das Gesetz und an die Propheten glauben, dann mußten sie ihr Verständnis vom Gesetz Mose neu überdenken. Ihre 4000 jährige Tradition stützte sich auf das Alte Testament. Es war sehr, sehr schwierig für das Volk eines Morgens aufzuwachen, sich vom Buchstaben des Gesetzes zu lösen und Jesus Christus vollständig als Sohn Gottes anzunehmen. Da die Augen der Menschen an die Buchstaben des Gesetzes gefesselt waren, konnte der Geist des Gesetzes sie einfach nicht erreichen.

Schauen wir in das Alte Testament und betrachten wir die Prophezeiung Maleachis: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt. Und er wird das Herz der Väter den Söhnen und das Herz der Söhne den Vätern wieder zuwenden.“ (Mal. 4:5-6) Das Volk Israel kannte das Versprechen Gottes genau. Sie wußten es auswendig. Und sie erwarteten das Kommen des Elia vor dem Erscheinen des Messias. Als der Messias kam, fragten sie natürlich: „Wo ist Elia?“

Elia war ein Prophet, der ungefähr 900 Jahre vor Christus wunderbare Werke vollbrachte. Und es stand geschrieben, daß er in einem feurigen Wagen in den Himmel auffuhr. Seit der Himmelfahrt des Elia erwartete man seine Rückkehr vom Himmel. Ereignete sich ein solches Wunder? Hörten die Menschen irgendwelche Neuigkeiten über die Ankunft des Elia? Nein, sie hörten nichts. Aber was sie eines Tages hörten, war die Stimme Jesu, die sagte: „Ich bin der Sohn Gottes, der einzige eingeborene Sohn Gottes.“ Jesus sprach nicht schüchtern, sondern mit Autorität und Macht. Ein solcher Mann konnte nicht übersehen werden.

Dies brachte die Israeliten nun in ein großes Dilemma. Sie fragten sofort: „Wenn dieser Jesus der Messias ist, wo ist dann Elia?“ Sie erwarteten ernsthaft den Messias zu dieser Zeit und daher warteten sie auch auf Elia. Sie glaubten dieser würde geradewegs vom Himmel kommen, aus dem Firmament, und der Messias würde bald danach in ähnlicher Weise erscheinen.

Als nun Jesus sich als Sohn Gottes bezeichnete, wurde das jüdische Volk verwirrt. Wenn kein Elia gekommen war, dann konnte auch kein Messias da sein. Niemand hatte ihnen gesagt, daß Elia bereits gekommen war. Auch die Jünger Jesu waren verwirrt. Als sie hinausgingen, um das Evangelium zu verkünden, bestritten die Leute standhaft, daß Jesus der Sohn Gottes sein könnte, da seine Jünger nicht fähig waren zu beweisen, daß Elia gekommen war. Überall wo sie hingingen, wurden sie mit diesem Problem konfrontiert.

Die Jünger Jesu waren nicht ausgebildet im Alten Testament. Viele gelehrte Leute tadelten sie deswegen, als sie hinausgingen um zu predigen und fragten: „Kennt ihr nicht die Schrift? Kennt ihr nicht das Mosaische Gesetz?“ Die Jünger wurden in Verlegenheit gebracht, wenn sie mit Versen des Gesetzes und der Propheten konfrontiert wurden. Einmal kamen sie zu Jesus und fragten ihn: „Warum sagen nun die Schriftgelehrten, zuvor müsse Elia kommen?“ Er aber antwortete und sprach: „Elia soll ja kommen und alles wiederherstellen; ich sage euch aber: Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger daß er zu ihnen von Johannes dem Täufer redete.“ (Matt.17:10-13) Entsprechend der Aussage Jesu war Johannes der Täufer der Elia.

Dies war die Wahrheit. Wir bestimmen heute die Wahrheit nach den Worten Jesu Christi. Doch die Jünger Jesu konnten die Ältesten, die Hohepriester und Schriftgelehrten nicht von dieser Tatsache überzeugen. Für diese Menschen war eine solche Idee einfach lächerlich. Die einzige Autorität, die eine solche Erklärung unterstützte, war das Wort Jesu von Nazareth. Deswegen war das Zeugnis von Johannes dem Täufer so entscheidend. Doch leider verneinte Johannes selbst, daß er der Elia wäre, als er gefragt wurde. Seine Verneinung ließ Jesus als einen Lügner erscheinen. Lesen Sie die Bibel, wo es heißt: „Und dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: „Was bist du dann? Bist du der Elia?“ Und er sagte: „Ich bin es nicht“. (Joh. 1:19-21). Johannes selbst sagte: „Ich bin nicht der Elia“. Doch Jesus hatte gesagt: „Er ist der Elia“.

Johannes machte es dem Volk beinahe unmöglich zu erkennen, daß Elia bereits gekommen war. Doch Jesus verkündete in jener Weise die Wahrheit. Er sagte: „Und wenn ihr es annehmen wollt: er (Johannes der Täufer) ist Elia, der kommen soll.“ (Matt.11:14) Jesus wußte, daß die meisten Menschen die Wahrheit nicht annehmen konnten. Stattdessen stellten sie die Motivation Jesu in Frage. Damit Jesus als der Messias erscheinen könnte, mußte zuerst Elia kommen. Daher dachten die Menschen, daß Jesus Lügen gebrauchte, um sich selbst zu erhöhen. Der Sohn Gottes wurde von den Menschen mehr und mehr mißverstanden.

Dies war eine ganz ernste Situation. Zu jener Zeit war der Einfluß von Johannes dem Täufer überall im Land sehr groß. Jesus Christus jedoch war eine unbekannte und zweifelhafte Figur in seiner Gesellschaft. Niemand nahm die Worte Jesu als die Wahrheit an. Dieses Versagen des Johannes war die Hauptursache für die Kreuzigung Jesu.

Johannes der Täufer hatte am Jordan bereits den Geist Gottes auf das Haupt Jesu Christi herabschweben sehen. Und damals bezeugte er: „Ich habe den Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabschweben sehen, und er blieb auf ihm. Und ich kannte ihn nicht; aber der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herabschweben und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit heiligem Geist tauft. Und ich habe gesehen und bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist.“ (Joh. 1:32-34)

Ja, Johannes der Täufer legte Zeugnis ab, und zu dieser Zeit erfüllte er die Aufgabe, die Gott ihm gegeben hatte. Doch später kamen ihm Zweifel, und schließlich unterlag er den vielen Gerüchten, die über Jesus im Umlauf waren. Eines dieser Gerüchte nannte Jesus ein vaterloses, uneheliches Kind. Johannes der Täufer hörte sicher dieses Gerücht, und er fragte sich, wie eine solche Person der Sohn Gottes sein konnte. Obwohl er für Jesus Zeugnis abgelegt hatte, wurde Johannes später mißtrauisch und verriet ihn. Hätte sich Johannes wirklich mit Jesus Christus vereinigt, so hätte er seine Leute dazu bewegen können, Jesus als den Messias anzunehmen, denn die Macht und der Einfluß von Johannes waren zu dieser Zeit sehr groß.

Ich erzähle Ihnen viele ungewöhnliche Dinge, und Sie mögen fragen, mit welcher Autorität ich spreche. Ich spreche mit der Autorität der Bibel und mit der Autorität der Offenbarung. Lassen Sie uns gemeinsam die Bibel lesen, Wort für Wort, wie sich Johannes der Täufer verhielt: „Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken Christi hörte, ließ er ihm durch seine Jünger sagen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?“ (Matt. 11:2-3) Das war lange nachdem er von Jesus als dem Sohn Gottes gezeugt hatte. Wie konnte er überhaupt auf die Frage kommen „Bist du es, der da kommen soll als Sohn Gottes“, nachdem er das Zeugnis des Geistes erhalten hatte? Jesus war wahrhaftig traurig. Er fühlte Ärger. Jesus weigerte sich, Johannes mit einem geraden Ja oder Nein zu antworten. Er sagte statt dessen: „Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt.“ Um das frei wiederzugeben, was Jesus meinte: „Johannes, ich bin traurig, daß du an mir Anstoß nimmst. Einmal hast du mich erkannt, aber nun zweifelst du an mir. Es tut mir leid daß sich dein Glaube als so schwach erwiesen hat.“

Nach diesem Ereignis sprach Jesus zu seinen Jüngern über Johannes den Täufer. Er stellte eine rhetorische Frage an sie: „Wozu seid ihr in die Wüste hinausgegangen? Ein Rohr zu schauen, das vom Wind bewegt wird? Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen zu sehen, der mit weichen Kleidern angetan ist? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Oder wozu seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten zu sehen? Ja, ich sage euch: Sogar mehr als einen Propheten. Dieser ist es, über den geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.“ (Matt. 11:7-10)

Was Jesus hier sagen wollte, ist folgendes: „Johannes, du bist in die Wildnis gegangen, um eine Person zu sehen, die mehr ist als ein Prophet – den Messias, den Sohn Gottes. Du hast alles gesehen, aber den entscheidenden Punkt, den Kern deiner Mission, hast du verfehlt. Du hast in der Tat versagt, mich zu erkennen und versagt, Gottes Erwartungen zu erfüllen. Es war Gott, der von dir erwartete, dem Herrn ein bereitet Volk zu bringen. Du hast versagt.“ Jesus schloß mit den Worten: „Wahrlich, ich sage euch: Unter denen die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer. Doch der Kleinste im Himmelreich ist größer als er.“ (Matt. 11:11) Die konventionellen christlichen Interpretationen haben die Bedeutung dieses widersprüchlichen Verses nie vollständig erklärt.

Die Mission der Propheten durch die Zeitalter hindurch war es, auf den Messias vorzubereiten oder für ihn Zeugnis abzulegen. Propheten zeugen immer für eine Zeit, die in der Zukunft liegt. Johannes der Täufer war deshalb der größte aller Propheten, weil er der Prophet war, der zur selben Zeit wie der Messias lebte, der Prophet, der persönlich Zeugnis ablegen konnte für den lebendigen Christus. Doch Johannes versagte, den Messias anzuerkennen. Sogar der geringste der Propheten, die damals bereits in der geistigen Welt lebten, wußte, daß Jesus der Sohn Gottes war. Aus diesem Grunde wurde Johannes, dem die größte Mission gegeben worden war und der versagte, geringer als der Geringste.

Jesus sagte: „Von den Tagen Johannes des Täufers an bis heute wird dem Himmelreich Gewalt angetan; die Gewalttätigen reißen es an sich. Denn bis hin zu Johannes haben alle Propheten und das Gesetz über diese Dinge geweissagt“ (Matt. 11:12-14) Johannes der Täufer war das auserwählte Werkzeug Gottes; er war dazu bestimmt, der Hauptjünger Jesu zu sein. Er versagte, seinen Teil der Verantwortung zu erfüllen, und Simon Petrus erntete durch die Stärke und Kraft seines Glaubens diese zentrale Position durch seinen eigenen Verdienst. Andere Männer die im Glauben stärker waren als Johannes der Täufer, kämpften mit Jesus ganz hart für die Verwirklichung des Reiches Gottes auf Erden. Die frommen Menschen, die in rechtschaffener Weise Johannes dem Täufer folgten, konnten nicht die 12 Apostel und 70 Jünger Christi werden, die sie hätten sein sollen. Wenn dann Johannes der Täufer der Hauptjünger Jesu geworden wäre, hätten diese beiden gemeinsam ganz Israel vereinigt. Doch die Wahrheit ist, daß Johannes der Täufer dem Sohn Gottes nicht folgte.

Eines Tages kamen die Anhänger von Johannes zu ihm und fragten ihn: „Rabbi, der, welcher jenseits des Jordan bei dir war, für den du Zeugnis abgelegt hast, siehe, der tauft, und jedermann geht zu ihm.“ (Joh. 3:26). Sie schlossen in ihre Frage die Sorge ein: „Schau all die Leute an, die zu Jesus gehen. Und du? Johannes der Täufer erwiderte: „Jener muß wachsen, ich aber abnehmen.“ (Joh. 3:30)

Für gewöhnlich interpretieren die Christen diese Aussage als einen Hinweis darauf, daß Johannes eine Persönlichkeit mit großer Demut war. Dieses Verständnis der Bedeutung seiner Worte ist nicht richtig. Wären Jesus und Johannes vereint gewesen, dann hätten sie das gleiche Schicksal geteilt, dann wären sie gemeinsam aufgestiegen oder gefallen. Dann hätte Jesus nicht in seinem Ansehen wachsen können, während das des Johannes abnahm. Johannes fürchtete die Verminderung seiner eigenen Position. Johannes erklärte einmal, daß der Messias derjenige sei, dem er nicht wert sei „die Schuhriemen zu lösen“. (Matt. 3:11). Doch er versagte, Jesus nachzufolgen, selbst als er wußte, daß Jesus der Sohn Gottes war. Johannes der Täufer hatte keine Entschuldigung. Er hätte Jesus folgen sollen.

Gott sandte Johannes als einen Vorläufer für den Messias. Seine Mission war klar definiert: „Um dem Herrn ein wohlgerüstetes Volk zu bereiten.“ (Luk. 1:l7). Doch wegen Johannes‘ Verrat hatte Jesus Christus kein Fundament, auf dem er seine Mission beginnen konnte. Die Menschen waren nicht vorbereitet, Jesus zu empfangen. Deshalb mußte er hinausziehen, alles selbst machen und versuchen, ein Fundament zu schaffen, auf welchem ihm die Menschen glauben konnten. Es kann keinen Zweifel darüber geben, daß Johannes der Täufer versagte. Er war direkt verantwortlich für die Kreuzigung Jesu.

Sie mögen mir wieder die Frage stellen wollen: „Mit welcher Autorität sagen Sie solche Dinge?“ Ich sprach mit Jesus Christus in der geistigen Welt und ich sprach auch mit Johannes dem Täufer. Dies ist meine Autorität. Wenn Sie nicht jetzt entscheiden können, ob meine Worte die Wahrheit sind oder nicht, so werden Sie sicher im Laufe der Zeit daraufkommen können, daß sie es sind. Dies ist eine verborgene Wahrheit, die Ihnen heute als neue Offenbarung gegeben wird. Ich bin bei meiner Rede von der Bibel ausgegangen. Wenn Sie an die Bibel glauben, müssen Sie auch glauben, was ich sage.

Wir müssen daher zu diesem ernsten Schluß kommen: Die Kreuzigung Jesu war das Ergebnis des Unglaubens des jüdischen Volkes. Die Hauptursache für ihren Unglauben war der Treuebruch des Johannes. Daraus lernen wir, daß Jesus nicht kam, um am Kreuz zu sterben. Wenn Jesus gekommen wäre, um zu sterben, dann hätte er nicht dieses tragische und schmerzvolle Gebet im Garten Gethsemane gesprochen. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Meine Seele ist zu Tode bekümmert, bleibet hier und wachet mit mir! Und er ging ein wenig vorwärts, warf sich auf sein Angesicht nieder und betete: Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Matt. 26:38-39). Jesus betete nicht nur einmal, sondern dreimal auf diese Art und Weise. Wenn der Tod am Kreuz die Erfüllung des Willens Gottes gewesen wäre, dann hätte Jesus sicher stattdessen gebetet: „Vater, ich fühle mich geehrt, deinetwillen am Kreuz zu sterben.“

Doch Jesus bat in seinem Gebet, daß dieser Kelch an ihm vorübergehen möge. Wäre dieses Gebet aus Furcht vor dem Tod gesprochen worden, dann würde eine solche Schwäche ihn als Sohn Gottes disqualifizieren. Die ganze christliche Geschichte hindurch haben wir das Zeugnis vom mutigen Tode vieler Märtyrer, und auch anderswo gibt es Beispiele von Menschen, die nicht nur ihre Furcht vor dem Tod überwanden, sondern ihr letztes Opfer in einen großen Sieg verwandelten. Wie konnte Jesus allein bei so vielen Märtyrern der einzige sein, der seine Furcht und Schwachheit zeigte, noch dazu, wo seine Kreuzigung der glorreiche Augenblick der Erfüllung des Willens Gottes sein sollte? Jesus betete dies nicht aus Schwäche. So etwas zu glauben, ist eine grobe Beleidigung für Jesus Christus.

Jesu Gebet im Garten Gethsemane kam nicht aus der Furcht vor dem Tode oder vor dem Leiden. Jesus wäre willig und bereit gewesen, tausendmal zu sterben, wenn dies den Willen Gottes erfüllt hätte. Er rang so verzweifelt bis zu dem Augenblick seines Todes und erhob diese letzte Bitte zu Gott deshalb, weil er wußte, daß sein Tod nur die Verlängerung der Dispensation Gottes bringen würde.

Jesus wollte leben und seine Mission erfüllen. Es ist ein tragisches Mißverständnis zu glauben, daß Jesus aus der Schwäche seines menschlichen Wesens heraus um ein bißchen mehr irdisches Leben betete. Young Nathan Hale war im Unabhängigkeitskampf Amerikas fähig, bei seiner Hinrichtung zu sagen: „Ich bedauere es, daß ich nur ein Leben habe, das ich für mein Land geben kann!“ Glauben Sie, daß Jesus Christus eine schwächeren Seele war als Nathan Hale? Nein! Nathan Hale war ein großer Patriot. Aber Jesus Christus ist der Sohn Gottes.

Denken Sie darüber nach. Wenn Jesus kam, um am Kreuz zu sterben, hätte er da nicht einen Mann gebraucht der ihn auslieferte? Sie wissen, daß Judas Ischariot der Jünger war, der Jesus verriet. Wenn Jesus den Willen Gottes durch seinen Tod am Kreuz erfüllte, dann müßte Judas als derjenige verherrlicht werden, der die Kreuzigung ermöglichte. Dann hätte Judas die Dispensation Gottes unterstützt. Doch Jesus sagte von Judas: „Der Sohn des Menschen zwar geht dahin, wie von ihm geschrieben steht; aber wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen verraten wird! Es wäre ihm besser, wenn er nicht geboren wäre, jener Mensch.“ (Matt. 26:24) Judas beging Selbstmord.

Weiters, wenn es die Absicht Gottes wäre, daß sein Sohn gekreuzigt würde, hätte er nicht 4000 Jahre gebraucht, um das auserwählte Volk vorzubereiten. Dann wäre es besser gewesen, Jesus zu einem Stamm von Barbaren zu schicken, wo er noch viel schneller hätte getötet werden können, und dadurch hätte der Wille Gottes viel schneller verwirklicht werden können.

Ich muß Ihnen nochmals sagen, es war der Wille Gottes, daß Jesus von seinem Volk angenommen wird. Aus diesem Grunde arbeitete Gott in Hoffnung und Sorge, um einen fruchtbaren Boden für die himmlische Saat des Messias zu bereiten. Aus diesem Grund errichtete Gott das auserwählte Volk Israel. Deshalb sandte Gott einen Propheten nach dem anderen, um das Volk aufzuwecken, sich bereit zu machen für den Herrn.

Gott warnte sie und züchtigte sie; er redete ihnen zu und schalt sie, er drängte und bestrafte sie. Er wünschte, daß sein Sohn von seinem Volk angenommen würde. Eines Tages fragten die Jünger Jesus: „Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Darin besteht das Werk Gottes, daß ihr an den glaubt, den jener gesandt hat.“ (Joh. 6:28-29). Das auserwählte Volk tat genau das, was Gott durch sein mühevolles Werk zu verhindern gesucht hatte. Sie wiesen den zurück, den er gesandt hatte.

Jesus hatte während der drei Jahre seines öffentlichen Wirkens nur ein Ziel: angenommen zu werden. Ansonsten konnte er seine Mission nicht erfüllen. Vom ersten Tag an predigte er das Evangelium ohne Zweideutigkeit, sodaß das Volk die Wahrheit hören und ihn als Sohn Gottes annehmen konnte. Das Wort Gottes hätte sie dazu führen sollen, ihn anzunehmen. Doch als Jesus sah, daß das Volk ihn kaum durch die Worte Gottes allein annehmen würde, begann er großartige Werke zu vollbringen. Er hoffte, daß die Menschen ihn durch seine Wunder erkennen würden. „Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor den Jüngern, die in diesem Buche nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus der Sohn Gottes ist und damit ihr dadurch, daß ihr glaubt, in seinem Namen Leben habt.“ (Joh. 20:30-31).

Jesus machte Blinde sehend und Aussätzige rein. Er heilte die Lahmen und segnete die Tauben mit Gehör. Jesus erweckte die Toten. Er tat diese Dinge nur, weil er angenommen werden wollte. Doch die Leute sagten von ihm: „Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebub, den Herrscher der Dämonen.“ (Matt.12:24). Was für eine herzzerbrechende Situation! Jesus sah sehr bald, daß es hoffnungslos war, die Anerkennung der Leute zu erreichen. In Zorn und Verzweiflung sagte er: „Ihr Natterngezücht“ (Matt. 12:34). Er verbarg seinen Zorn nicht, sondern es brach in ihm hervor. „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die machtvollen Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. (Matt. 11:21) Und er weinte, als er in die Nähe von Jerusalem kam: „Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihm gesandt sind, wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt, und ihr habt nicht gewollt.“ (Matt. 23:37)

Wer hat dieses gebrochene Herz Jesu verstanden? Er sagte: „Wenn doch auch du an diesem Tag erkannt hättest, was zu deinem Frieden dient! Jetzt aber ist es vor deinen Augen verborgen.“ (Luk. 19:42). Zu dieser Zeit wußte Jesus bereits, daß es absolut keine Hoffnung mehr gab, den Tod zu vermeiden. Doch er flehte zu Gott so eindringlich in Gethsemane, und er flehte am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Matt. 27:46). So starb Jesus am Kreuze weder aus eigenem Willen noch gemäß dem Willen Gottes, sondern durch den Willen der Menschen. Von diesem Augenblick an war Christus dazu bestimmt wiederzukommen. Er wird wiederkommen, um seine Mission auf Erden zu vollenden. Die Menschheit muß seine Wiederkunft erwarten zur vollständigen Erlösung der Welt.

Viele Menschen mögen nun fragen: „Was ist mit den Prophezeiungen im Alten Testament, die den Tod Jesu am Kreuz betreffen?“ Ich kenne diese Prophezeiungen, wie z.B. in Jes. Kap.53. Wir müssen wissen, daß es zwei Arten von Prophezeiungen in der Bibel gibt. Die eine Gruppe prophezeit Jesu Zurückweisung und Tod, die andere, wie z.B. in Jes. 9, 11, 60 prophezeit das glorreiche Wirken Jesu, von den Menschen angenommen als Sohn Gottes, als König der Könige. z.B. „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft kommt auf seine Schulter, und er wird genannt: Wunderrat, starker Gott, Ewigvater, Friedefürst. Groß wird die Herrschaft sein und des Friedens kein Ende auf dem Throne Davids und über seinem Königreiche, da er es festigt und stützt durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.“ (Jes. 9:6-7)

Dies ist die Prophezeiung vom Herrn der Herrlichkeit, von Jesus als dem König der Könige und dem Friedefürsten. Andererseits können wir lesen: „Doch wahrlich, unsre Krankheiten hat er getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen; wir aber wähnten, er sei gestraft, von Gott geschlagen und geplagt. Und er war doch durchbohrt um unserer Sünden, zerschlagen um unserer Verschuldungen willen; die Strafe lag auf ihm zu unserem Heil, und durch seine Wunden sind wir genesen.“ (Jes.53:4-5) Dies ist die Prophezeiung vom leidenden Christus. Es ist tatsächlich die Prophezeiung von der Kreuzigung.

Nun, warum gab Gott also in der Bibel Prophezeiungen, die in zwei entgegengesetzte Richtungen gehen? Es ist deshalb so, weil Gott in seiner Dispensation mit Menschen und zwar mit gefallenen Menschen, arbeiten muß. Und der gefallene Mensch ist sündhaft, nicht vertrauenswürdig und hat die Möglichkeit zum Verrat. Irgendwie fürchtet Gott den Menschen, und auch Satan fürchtet ihn – wegen der Möglichkeit des Menschen, Verrat zu begehen. Gott ist absolut gut, und er ändert niemals seine Position; Satan ist absolut böse, und auch er ändert seine Position nicht. In dieser Hinsicht sind Gott und Satan einander ähnlich. Doch der Mensch ist eine Mischung von Gut und Böse. Der Mensch steht zwischen Gott und Satan, und er hat die Möglichkeit zu wechseln. Deshalb ist der Mensch nicht vorherbestimmbar. An einem Tag mag der Mensch seinen Unermüdlichen Glauben an Gott bekennen und seine Sehnsucht, ihm zu dienen, und am nächsten Tag mag derselbe Mensch Gott verfluchen, sich mit Satan vereinigen und dessen Sklave werden.

Da Gott nicht wußte, wie der Mensch auf seine Vorsehung für den Messias reagieren würde, hatte er keine andere Wahl als zwei entgegengesetzte Ergebnisse vorherzusagen, zwei Prophezeiungen, jede von ihnen möglich, je nach dem Verhalten des Menschen. Demnach war der Glaube der Menschen der bestimmende Faktor, durch welchen eine der beiden Prophezeiungen erfüllt werden würde.

Im Falle Jesu war es so: Hätte das auserwählte Volk Glauben bewiesen und sich mit ihm vereinigt, dann wäre er angenommen worden. Das Ergebnis wäre die vollständige Erfüllung der Prophezeiung vom Herrn der Herrlichkeit gewesen. Andererseits war es so, daß durch den Unglauben des Volkes und die Zurückweisung des Messias bei seinem Kommen die Erfüllung der zweiten Prophezeiung, nämlich die vom leidenden Christus, unvermeidlich sein würde. Und die Geschichte zeigt, daß das auserwählte Volk den zweiten Weg einschlug. Deshalb wurde die Prophezeiung vom leidenden Herrn Wirklichkeit statt der Prophezeiung vom Herrn der Herrlichkeit. So wurden die Kreuzigung und das Leiden Christi zum Kurs der Geschichte.

Da die Prophezeiung vom leidenden Christus zur Zeit Jesu erfüllt wurde, blieb die Prophezeiung vom Herrn der Herrlichkeit unerfüllt. Und dies ist jene Prophezeiung, die zur Zeit der Wiederkunft erfüllt werden wird.

Ich möchte Sie auch darauf hinweisen, daß die Bibel nicht viel über das Leben Jesu vor seinem öffentlichen Wirken aussagt, außer der Geschichte seiner Geburt und einigen Hinweisen über seine Kindheit. Haben Sie sich jemals gefragt, warum das so ist?

Dreißig Jahre lang lebte Jesus in großer Zurückweisung und Demütigung. Es gab viele Ereignisse und Umstände, die Jesus bekümmerten und quälten. Er war eine wahrhaft unverstandene Person – in seiner Gesellschaft und sogar in seiner eigenen Familie. Niemand, absolut niemand behandelte ihn wie den Sohn Gottes. Es wurde ihm nicht einmal der allgemeine Respekt entgegengebracht, der jedem Menschen gebührt. Die Menschen in seiner Umgebung lachten ihn aus. Gottes Herz empfand tiefen Kummer darüber, wie Jesus behandelt wurde. Würde ich auch nur andeutungsweise einige der herzzerbrechenden und leidvollen Situationen aus dem Leben Jesu, dieser unerkannten Person, dieses Mannes von Nazareth, offenbaren, so würden Sie nicht nur schockiert und sprachlos sein, sondern in kummervolle Tränen ausbrechen.

Gott wollte der Menschheit das Wissen um diese Tragödie ersparen- diese herzzerbrechende Realität der Demütigung Jesu Christi. Der Tod Jesu war weder sein Wille noch sein Fehler. Der Tod Jesu war Mord, und sein Körper wurde von Satan genommen. Unsere Erlösung im Christentum beruht nicht auf dem Kreuz, sondern auf der Auferstehung. Ohne die Auferstehung hätte das Christentum keine Kraft. Die Kreuzigung selbst war eine verbrecherische Handlung des Unglaubens. Doch der auferstandene Jesus brachte neue Hoffnung, neue Vergebung und eine neue Kraft der Erlösung. Daher können wir erlöst werden, wenn wir an den auferstandenen Christus glauben und uns mit ihm vereinigen.

Bitte fragen Sie ganz ernsthaft in Ihren Gebeten nach einer endgültigen Antwort auf diese Fragen. Fragen Sie entweder Jesus Christus oder Gott selbst. Wenn Jesus seine primäre Mission, das Reich Gottes auf Erden zu errichten, erfüllt hätte, wäre das Christentum niemals das, was es heute ist. Der Zweck des Kommens Jesu war die Erlösung der ganzen Welt. Das jüdische Volk sollte das Werkzeug Gottes sein. Doch die Erlösung war nicht nur für das auserwählte Volk Gottes geplant. Für jede Seele auf der ganzen Erde ist Jesus der Erlöser. Er ist der Erlöser der ganzen Menschheit. Da Jesus seine Mission unerfüllt ließ, gab er uns auch das Versprechen der Wiederkunft.

Wir wollen nun untersuchen, wann das Ende der Welt kommen wird. Das ist sehr wichtig für uns. Das Evangelium sagt, daß Gott in den Letzten Tagen die Schafe von den Böcken trennen wird. Was ist der Unterschied zwischen diesen Tieren? Schafe anerkennen ihren Herrn, den Hirten, während die Böcke einem Schafhirten nicht folgen. Wir wissen, daß unsere Welt heute in zwei gegensätzliche Lager geteilt ist. Das eine ist die demokratische Welt, das andere die kommunistische. Unsere freie Welt sagt: „Es gibt einen Gott“. Wir akzeptieren unseren Hirten. Die kommunistische Welt sagt: „Gott existiert nicht.“ Sie verleugnen ihren Herrn. Demnach kann die freie Welt durch die Schafe, die kommunistische Welt durch die Böcke symbolisiert werden. Wenn sich diese beiden entgegengesetzten ideologischen Welten bilden, können wir erkennen, daß das Ende der Welt nahe ist.

Wie wird der Herr der Wiederkunft kommen? Unsere Situation als Christen entspricht ganz genau der Situation der Ältesten, der Schriftgelehrten und Priester zur Zeit Jesu. In jenen Tagen wartete das Volk auf das Erscheinen des Elia und des Messias in den Wolken des Himmels. Warum stellten sich die Menschen das so vor? Warum hielten sie sich an eine solche Vorstellung? Sie folgten einfach der biblischen Prophezeiung, geschrieben in Daniel 7:13 „Ich schaute in den Nachtgesichten, und siehe, mit den Wolken des Himmels kam einer, der einem Menschensohn glich. Und gelangte bis zu dem Hochbetagten, und er wurde vor ihn geführt.“ Auf Grund des großen Propheten Daniel hatte das Volk allen Grund, die Ankunft des Messias aus den Wolken des Himmels zu erwarten. Die Christen erwarten heute die Ankunft des Herrn der Wiederkunft in derselben Weise: aus den Wolken des Himmels.

Johannes sagte: „Denn viele Irrlehrer sind in die Welt ausgegangen, die Jesus Christus nicht als den bekennen, der im Fleisch kommt. Dies ist der Irrlehrer und der Widerchrist.“ (2. Joh. 7) Die Bibel sagt, daß viele Leute das Erscheinen Jesu Christi im Fleisch verneinen werden. Und Johannes verdammte solche Leute als Antichristen. Aber vergessen wir nicht die Prophezeiung im Alten Testament vom Kommen des Sohnes Gottes in den Wolken des Himmels. Wenn wir nicht die ganze Wahrheit kennen werden wir genauso wie die Menschen zur Zeit Jesu der allzu wörtlichen Auslegung der Bibel zum Opfer fallen.

Darf ich Sie nun fragen, was Sie tun würden, wenn der Herr nicht in den Wolken, sondern als Mensch mit Fleisch und Blut auf die Erde zurückkommen würde. Was würden Sie tun? Ich sage Ihnen, der Herr der Wiederkunft wird tatsächlich als Menschensohn mit Fleisch und Blut wiederkommen. Das erste, was Sie nun sagen werden, mag sein: „Rev. Moon, Sie sind ein Häretiker.“

Es ist wichtig zu wissen, auf welcher Seite Gott stehen wird, und wie Gott seinen Plan erfüllen wird. Es ist nicht wichtig, ob ein Mensch oder dessen Ansichten als ketzerisch betrachtet werden oder nicht. Es spielt keine Rolle, wie ich die Welt sehe oder wie Sie die Welt beurteilen. Nur das eine ist ausschlaggebend, wie Gott die Welt sieht. Und in Gottes Sicht finden wir wieder zwei Prophezeiungen in der Bibel, die das Kommen des Herrn betreffen. Offenbarung 1:7 prophezeit zweifellos die Ankunft des Herrn in den Wolken. Jedoch im 1.Thess. 5:2 steht: „Denn ihr selbst wißt genau, daß der Tag des Herrn so kommt wie ein Dieb in der Nacht.“ Es sind hier also zwei entgegengesetzte Prophezeiungen. Was sollen wir tun? Werden Sie einfach jene Prophezeiung wählen, die Ihnen am angenehmsten ist?

Vielleicht wird der Herr mit lautem Geschrei in den Wolken des Himmels erscheinen, weil die Prophezeiung es so sagt. Doch andererseits mag der Herr wie ein Dieb in der Nacht erscheinen. Wenn er in den Wolken kommt, kann er sicher nicht unbemerkt wie ein Dieb in diese Welt schlüpfen.

Das Schauspiel seines Kommens in den Wolken würde ungeheure Aufmerksamkeit erregen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie eine derartige Sache vor Ihren Augen verborgen bleiben könnte.

Was ist dann die Wahrheit? Wir haben eine entscheidende Frage vor uns. Was ist die Wahrheit? Die Bibel betont, daß man, wenn man die Zeichen der Letzten Tage sieht, in einen dunklen Raum gehen und beten solle. Wer kann Ihnen sagen, wann die Letzten Tage sind? Die Engel kennen diesen Tag nicht. Jesus sagte, nicht einmal der Menschensohn wüßte, wann dieser Tag kommen würde. Nur Gott kennt den Zeitpunkt der Letzten Tage. (Matt. 24:36) Deshalb müssen wir unsere Antwort von Gott erhalten. Ich sage nicht, daß Sie mir glauben müssen, ganz und gar nicht. Ich offenbare nur das, wovon ich weiß, daß es die Wahrheit ist. Doch Sie müssen diese Wahrheit mit Gott prüfen.

Die Bibel sagt, in den Letzen Tagen sollte man niemandem glauben. Glauben Sie nicht mir, glauben Sie nicht Ihren Kirchenfürsten. Glauben Sie nicht Ihren Priestern und auch nicht berühmten Predigern. Der Himmel ist so nahe, und Sie können durch den Geist so hoch gehoben werden, daß Sie mit Gott sprechen und die Antwort direkt von ihm erhalten können, wenn Sie aufrichtig genug sind.

Es gibt viele Priester in New Orleans, viele Geistliche und Kirchenfürsten. Wie viele von ihnen hören wirklich auf die Stimme Gottes? Diese unsere Ohren haben nicht viel Bedeutung noch dienen diese Augen einem nützlichen Zweck, wenn wir nicht geistige Ohren und geistige Augen haben. Jesus sagte: „Wer Ohren hat, der höre.“ (Matt. 11:l5). Und er sagte zu seinen Jüngern: „Selig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören.“ (Matt. 13:16.). Er bezog sich nicht auf die physischen Sinnesorgane.

Wenn Sie Ihre geistigen Sinne gebrauchen und auf das Wort Gottes hören, dann werden Sie seine Richtung und Führung finden. Es ist nicht leicht, ein Bürger des Reiches Gottes zu werden. Es ist schon sehr schwierig für einen Ausländer, ein Staatsbürger ihres Landes zu werden. Um wieviel schwieriger ist es, daß wir uns selbst von unserem irdischen Leben wegbewegen und uns im Reich Gottes einbürgern. Aber genau das können wir erreichen.

Wir wissen, daß Adam und Eva sogar nach dem Fall im Garten Eden noch fähig waren, direkt mit Gott zu sprechen. Glauben Sie, daß Gott nach den Tagen des Alten und Neuen Testaments aus irgendeinem Grund taub und stumm geworden ist? Nein, Gott ist sehr lebendig, und heute können wir direkt mit ihm sprechen. Gott kann zu Ihnen sprechen, und Sie können ihm direkt gegenübertreten.

In der Apostelgeschichte 2:17 heißt es: „In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Greise werden Träume träumen.“ Wir müssen die Wahrheit kennen. Wir müssen wissen, wie wir um die Staatsbürgerschaft für das Reich Gottes ansuchen können. Wir müssen wissen, wann und wie der Herr kommen wird.

Sogar wenn wir in unserem Leben klar geführt werden, gibt es noch die Möglichkeit zu versagen, das Ziel zu erreichen. Aber heute haben wir keine Führung und keine Richtung, der wir vertrauensvoll folgen können.

Nehmen wir unsere Bibel her und klären wir, wie der Herr der Wiederkunft erscheinen wird. In Luk. 17:20-21 wurde Jesus von den Pharisäern gefragt, wie das Reich Gottes käme. Er antwortete: „Das Reich Gottes kommt nicht so, daß man es beobachten könnte … Denn siehe, das Reich Gottes ist in eurer Mitte.“ Jesus lehrte seine Jünger: „Es werden Tage kommen, wo ihr begehren werdet, auch nur einen von den Tagen des Sohnes des Menschen zu sehen, und ihr werdet ihn nicht sehen.“ (Luk.17:22). Aber wenn der Herr in den Wolken des Himmels kommt, wieso können wir das nicht sehen? In der Offenbarung 1:7 heißt es: „Sehen wird ihn jedes Auge, auch die, welche ihn durchbohrt, haben.“

Was kann das bedeuten? Warum würden wir ihn nicht sehen? Der einzige Grund, warum wir diesen Tag versäumen könnten, ist der, daß wir vielleicht in einer bestimmten Richtung nach ihm Ausschau halten könnten, er aber aus einer anderen Richtung kommt, auf eine völlig unerwartete Art und Weise, wie Elia zur Zeit Jesu. Deshalb kann es sein, daß Sie den Herrn zur Zeit seiner Wiederkunft nicht sehen können.

Andere mysteriöse Vorhersagen wurden von Jesus Christus selbst gemacht. Er sagte über den Herrn der Wiederkunft: „Zuvor aber muß er vieles leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht.“ (Luk.17:25). Wenn Christus bei seiner Wiederkunft in der Herrlichkeit der Wolken des Himmels erscheint, wer würde es wagen, ihn zu verleugnen.? Niemand würde ihm Leiden und Schmerzen zufügen.

Die einzige Möglichkeit, wie diese Prophezeiung erfüllt werden kann ist, daß die Leute seine Wiederkunft aus den Wolken erwarten, er aber plötzlich als ein bescheidener Mensch im Fleisch erscheint. Glauben Sie nicht, daß die christlichen Führer heute denselben Fehler machen würden wie die Priester, Schriftgelehrten und Ältesten zur Zeit Jesu? Ja! Es kann sehr leicht sein, daß sie ihn verleugnen und zurückweisen, da die Art seines Kommens für die christlichen Führer sehr schwer zu akzeptieren sein würde. Aber die Bibel wird auf diese Weise erfüllt. Zuerst wird er leiden und verworfen werden von diesem Geschlecht. Jesus stellte einmal eine äußerst wichtige Frage: „Wird jedoch der Sohn des Menschen, wenn er kommt, auf Erden den Glauben finden?“ (Luk.18:8) Wie betrifft uns diese Frage heute, da doch der christliche Glaube auf der ganzen Erde verbreitet ist? Die Frage betrifft uns schon. Es kann nämlich sein, daß wir, obwohl wir einen Glauben haben, einen mißverstandenen Glauben haben mögen, einen Glauben, der erwartet, daß der Herr aus den Wolken des Himmels kommen muß. Es gibt wenige Menschen auf der Erde, deren Glaube bereit ist, den Menschensohn anzunehmen, auch wenn er im Fleische kommt. Wäre dies nicht so, würde die Bibel nicht erfüllt. Bitte, nehmen Sie zur Kenntnis, daß Jesus nicht sagte, es würde keine Gläubigen geben, sondern er sagte, es würde kein Glaube sein. Jesus sagte auch: „Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen als Propheten geredet und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, die ihr begehrt, was wider das Gesetz ist.“ (Matt. 7:22-23). Diese Prophezeiung kann nicht erfüllt werden, wenn seine Wiederkunft in den Wolken des Himmels geschieht.

Zur Zeit der Wiederkunft werden die Leute wieder ausrufen: „Herr, Herr“. Zur selben Zeit versuchen sie vielleicht gerade, den Herrn der Wiederkunft zu kreuzigen, wenn er in einer Art erscheint die ganz verschieden ist von ihren eigenen Erwartungen. Sie werden dann die größten Übeltäter sein.

Dies sagt die Bibel. Jene, die wahrhaft Augen haben, werden sehen. Jene, die wahrlich Ohren haben, werden hören. Die ganze Geschichte hindurch sandte Gott vor der Zeit der Erfüllung seine Propheten. Er machte die Menschen auf seinen Plan aufmerksam. Ganz gleich, welche Frömmigkeit heute im christlichen Glauben ist, ganz gleich, wie viele Millionen Menschen es in den christlichen Kirchen gibt. Sie und ihre Kirchen und ihre Welt werden zum Untergang verurteilt sein, wenn sie versagen. Dies war das tragische Schicksal des jüdischen Volkes, als sie Jesus verleugneten, ungeachtet ihrer sonstigen Rechtschaffenheit.

Wir müssen daher auch offen sein für eine neue Botschaft. Jesus Christus kam nicht, um das Mosaische Gesetz zu wiederholen. Genauso wie sich Jesus selbst durch die neue Wahrheit offenbarte, wird sich der Herr der Wiederkunft durch Gottes neue Wahrheit für unsere Zeit offenbaren. Diese Wahrheit wird nicht einfach eine Wiederholung des Neuen Testamentes sein.

Der Herr wird nicht auf mysteriöse Weise in den Wolken des Himmels erscheinen. Warum nicht? Weil Gott seinen Sohn schickt, um die Dinge, die einst verlorengingen, wiederherzustellen. Die ersten Vorfahren verloren das Reich Gottes auf Erden. Satan drang in die Welt ein, nahm Eva auf seine Seite, und dann erlag Adam der Versuchung Evas. Sie trennten sich von Gott und ließen ihn allein. Die ganze Menschheit litt daher unter der Knechtschaft des Bösen. Gott muß einen neuen Stammvater für die Menschheit schicken, um eine neue Geschichte zu beginnen.

Gottes Werk ist die Wiederherstellung, die immer in einer Richtung verläuft, die seinem ursprünglichen Verlust entgegengesetzt ist. Dies bedeutet, daß Gott zuerst seinen vollkommenen Adam finden muß, einen Adam, der eins wird mit Gott, anstatt ihn zu betrügen. Und dann muß Adam eine Braut in der Position Evas wiederherstellen. Der vollkommene Adam und die vollkommene Eva miteinander vereint werden fähig sein, Satan zu bezwingen und ihn aus dieser Welt zu vertreiben. Auf diese Weise werden die ersten rechtschaffenen Stammeltern der Menschheit eine neue Geschichte beginnen.

Gottes erster Anfang war das Alpha. In dieses drang das Böse ein, daher wird er die Welt im Omega wiederherstellen. Jesus wird im 1.Kor.15:45 als der zweite Adam bezeichnet. Gott wollte Adam und Eva in der Ehe segnen, sobald sie vollkommen waren. Als ein himmlisches Paar hätten sie Kinder Gottes geboren. Dieses Leben wurde im Garten Eden nicht verwirklicht. Deshalb kam Jesus in der Position Adams. Gott wollte eine wahre Braut finden und Jesus verheiraten. Es hätte zur Zeit-Jesu die Wahren Eltern der Menschheit geben können. Sie hätten die böse Geschichte überwunden und die Welt verwandelt. Da diese Hoffnung durch Jesus nicht erfüllt werden konnte, muß er bei seiner Wiederkunft nach 2000 Jahren als ein Mensch kommen, um die Mission zu vollenden, die er nur teilweise erfüllte. Das Reich Gottes wird zu dieser Zeit errichtet werden.

Die neue Geschichte des Guten wird auf diese Weise beginnen. Mit der Wahrheit Gottes und den Wahren Eltern der Menschheit wird ein neues Alpha in Gottes Geschichte beginnen und für ewig andauern. Es ist Gottes Ideal, die erste auf Gott ausgerichtete Familie auf Erden wiederherzustellen. Mit diesem einen Modell als Zentrum kann die übrige Menschheit in diese Familie aufgenommen werden. Wir werden wie sie werden, und die erste himmlische Familie wird sich ausdehnen und das Reich Gottes wird sich ausweiten auf die Stammsebene, auf die nationale und weltweite Ebene.

Das Reich Gottes soll tatsächlich und greifbar vorhanden sein. Jesus gab Petrus die Schlüssel zum Reich Gottes und sagte: „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.“ (Matt. 16:19) Deshalb muß die Erfüllung auf Erden der Vollendung im Himmel vorausgehen. Das Reich Gottes wird zuerst auf Erden errichtet werden.

Zu dieser Zeit ist nur eine Zwischenstufe der geistigen Welt eröffnet, welche als Paradies bezeichnet wird. Jesus und seine Jünger wohnen im Paradies, und auch sie können das Himmelreich nicht betreten, solange es nicht auf Erden errichtet ist. Ein Grund dafür ist, daß das Himmelreich nicht für Individuen, sondern für die Familie Gottes bereitet ist; für den Vater, die Mutter und Gottes wahre Kinder.

Meine Damen und Herren, ich glaube, daß meine Botschaft absolut klar und einfach ist. Gott beabsichtigte, mit Adam eine Geschichte des Guten zu beginnen. Doch Adam fiel. Gott arbeitete daran, die Geschichte wiederherzustellen und begann neu mit Jesus Christus. Aber die Menschen seiner Zeit hatten keinen Glauben, und sie gaben ihm keine Chance. Daher wird die Verheißung des Herrn der Wiederkunft erfüllt werden. Er soll als Menschensohn im Fleisch auf die Erde kommen. Er kommt als der dritte Adam. Er wird eine Braut nehmen und mit ihr die himmlische Hochzeit feiern, die in der Offenbarung als „Hochzeit des Lammes“ bezeichnet wird. Er wird die Rolle der Wahren Eltern erfüllen. Es wird dann eine wahre Abstammung von Gott geben, und der Himmel auf Erden kann dann tatsächlich erreicht werden.

Es gibt keinen Zweifel darüber, daß sich das heutige Christentum in einer eindeutigen Krise befindet. Diese Krise ist ähnlich der zur Zeit Jesu, als die etablierten religiösen Institutionen versagten, den Sohn Gottes anzuerkennen. Wir erkennen diese Krise in unserer Zeit. Aber wir können auch durch den Schleier hindurch einen hellen strahlenden Tag der neuen Hoffnung sehen.

Das Ende der Welt ist nahe, nicht nur für die Christen, sondern für alle Menschen auf der Welt. Die neue Geschichte Gottes wird mit der Ankunft des Herrn beginnen, Gesegnet sind diejenigen, die ihn sehen und annehmen. Es ist die Hoffnung des Christentums, den Herrn der Wiederkunft zu erkennen, zu empfangen und anzunehmen. Die Möglichkeit ist für uns alle gekommen. Die größte Chance im Leben eines jeden Menschen klopft nun an unsere Tür. Bitte seien Sie demütig und öffnen Sie sich für die große neue Hoffnung.

Dies ist die Zeit einer noch nie dagewesenen geistigen Erweckung. Ich möchte, daß Sie Ihre Augen und Ohren öffnen, um die Wahrheit zu empfangen. Es ist meine Hoffnung, daß wir, indem wir diese Botschaft miteinander teilen, uns vereinigen, um uns auf den herrlichen Tag der Ankunft des Herrn vorzubereiten. Laßt uns den Gott der Geschichte erkennen, laßt uns den Gott der Vorsehung verstehen und laßt uns den lebendigen Gott in unser eigenes Leben aufnehmen.

Heute ist mein letzter Tag in dieser Stadt. Ich hoffe, Sie werden über diese Dinge tief nachdenken. Ich wäre nicht hierhergekommen, wenn ich Ihnen nicht neue Dinge zu sagen hätte. Ich offenbare eine neue Wahrheit. Dies allein sollte ein ausreichender Grund dafür sein, sich tiefer mit dieser Botschaft auseinanderzusetzen.

Ich hoffe, daß Sie, wie ich es am Anfang dieses Abends sagte, sehr ernst über diese Dinge nachdenken und zu Gott beten werden. Er wird Ihnen antworten.

 

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