Vereinigungskirche

Die Mission der Religionen in der Errichtung des Weltfriedens

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Ansprache des Gründers Reverend Sun Myung Moon anlässlich der Gründungssitzung der Interreligiösen Föderation für Weltfrieden

27. August 1991, Seoul, Korea Kulturzentrum der Little Angels

Ins Deutsche übertragen von Johannes Stampf

Sehr verehrte Eminenzen, religiöse Führer aus allen Teilen der Welt, verehrte Repräsentanten religiöser Organisationen aus allen Erdteilen, Gelehrte und Religionsprofessoren, meine Damen und Herrn! Ich darf Sie zu dieser historischen Gründungssitzung der „Interreligiösen Föderation für Weltfrieden“ hier in Korea auf das Herzlichste willkommen heißen.

Bei unserer ersten Versammlung der Weltreligionen in New Jersey 1985 hob ich drei Punkte hervor, die für religiöse Menschen sehr bedeutungsvoll sind.

  1. Alle Religionen sollten einander respektieren und zumindest dafür Sorge tragen, dass Kriege zwischen den Religionen verhindert werden.
  2. Wir alle sollten als kooperierende religiöse Gemeinschaften der ganzen Menschheit dienen.
  3. Um unsere religiöse Mission zu erfüllen, sollten wir mit einer Organisation, in der die Führer aller Religionsgemeinschaften zusammenarbeiten, unseren Beitrag an der Errichtung des Weltfriedens leisten.

Bei der zweiten Versammlung der Weltreligionen, die im vergangenen Jahr in San Francisco stattfand, rief ich zu einer Gründung der „Interreligiösen Föderation für Weltfrieden“ auf. Heute kann ich mit Ihrer aller geschätzten Hilfe und Unterstützung die historische Geburt der Interreligiösen Föderation für Weltfrieden – „IRFWP“ – ankündigen.

Heute ist die Zeit, in der die Weltreligionen kühn die Verantwortung für die Verwirklichung des Friedens in der Welt erkennen und aktive Schritte dahingehend setzen sollten. Das zukünftige Glück und die zukünftige Freude der Menschheit kann durch wirtschaftlichen Wohlstand allein nicht erreicht werden, sondern nur, wenn die Konflikte innerhalb und zwischen den Ideologien, Kulturen und Rassen durch interreligiöses Verständnis und spirituelle Harmonie gelöst werden können. Daher ist das Hauptthema meiner heutigen Gründungsansprache „Die Mission der Religionen in der Errichtung des Weltfriedens.“

 

Unser Zweck

Gottes Schöpfungsideal, das in der wahren Liebe wurzelt, ruft uns alle auf, zum Wohl des anderen zu leben. Es ist der Zweck der menschlichen Existenz, eine ideale Familie und darüber hinaus eine ideale Gesellschaft, Nation und Welt durch Individuen zu errichten, die ihren Geist und ihren Körper in Harmonie bringen und so befähigt sind, dieses Ideal zu verwirklichen. Durch Satans falsche Liebe und Selbstzentriertheit jedoch nahm die Disharmonie zwischen Geist und Körper in jedem von uns ihren Anfang. Die Familie, die Gesellschaft, die Nation und die gesamte Menschheit, die sich aus solchen Einzelpersonen zusammensetzt, spiegelt in ihren Schwierigkeiten und Streitigkeiten in multidimensionaler Verstärkung die Uneinheit und den Konflikt wieder, die im Individuum vorhanden sind.

Die demokratische Welt wurde zunehmend individualistisch und selbstzentriert. Das ist genau, was Satan erreichen möchte, und auf diese Weise führt Satan große Teile der Menschheit direkt auf den Abgrund zu. Um diesen Niedergang zum Stillstand zu bringen, können wir uns weder auf Ideen des rechten noch des linken Flügels allein stützen. Wir brauchen vielmehr eine auf wahre Liebe ausgerichtete Denkweise oder Ideologie, die über die rechten und linken Ideologien hinausgeht und wir brauchen den Gottismus, der lehrt, dass der Mensch in einer Beziehung mit der ultimativen Realität, ausgerichtet auf wahre Liebe, leben sollte. Da die Uneinigkeit in unserer Gesellschaft und in unserer Welt von Satans falscher Liebe stammt, die die Disharmonie zwischen Geist und Körper im Menschen verursachte, kann wahrer dauerhafter Friede oder eine friedliche Welt nicht entstehen, ohne dass die Harmonie innerhalb der Einzelperson gesichert ist. Diese Einheit wiederum kann einzig und allein durch das Erleben von wahrer Liebe zustande kommen. Der Ausgangspunkt für die Verwirklichung einer friedvollen Welt kann nicht gefunden werden, solange wir nur nach globalen Lösungen suchen, er liegt vielmehr im Individuum und in der Familie. Individuen, deren Geist und Körper unter Gottes wahrer Liebe in Harmonie verbunden sind und die Satans Herrschaft hinter sich gelassen haben und Familien, die aus solchen Männern und Frauen bestehen, werden zur Geburtsstätte für den Weltfrieden.

Der Fall des Menschen, der in der falschen Liebe seine Wurzeln hat, brachte die Disharmonie zwischen Geist und Körper hervor. Als Ergebnis davon erleben wir die Uneinigkeit und den Kampf in unseren vertikalen Beziehungen zu Gott, unseren Eltern, unseren Kindern und unseren Schülern und in unseren horizontalen Beziehungen zu unserem Ehepartner oder Ehepartnerin, unseren Geschwistern, Freunden und Mitarbeitern. Statt verschiedene Arten von Liebesbeziehungen zu sein, wurden all diese Beziehungen aufgrund der Verwirrung in uns und des Konfliktes den eigenen Sehnsüchten entsprechend oder zum Wohle anderer zu leben, verformt und entstellt. Die Zwietracht und Disharmonie kommt in den verschiedenen Wertesystemen oder Weltanschauungen zum Ausdruck, die unser persönliches und unser soziales Leben steuern. Das verwirrende Durcheinander zwischen Geist und Körper innerhalb des Individuums weitet sich aus zum Konflikt zwischen Religion und Wissenschaft, zwischen Idealismus und Materialismus und zwischen wertbetonenden und faktbetonenden Zielsetzungen.

Es ist in Übereinstimmung mit dem Ideal der Schöpfung, dass, sobald sich Geist und Körper innerhalb einer Person ausgerichtet auf Gottes wahre Liebe in Harmonie vereinigen, auch die geistigen und körperlichen Welten, die eine Ausweitung von Geist und Körper des Individuums sind, in eine harmonische Beziehung zu- und miteinander treten und nicht in Widerspruch bleiben sollten. Religion und Philosophie repräsentieren die innere Welt des Geistes, während Politik und Wirtschaft die äußere Welt des Körpers repräsentieren. So wie der Geist die Subjekt oder leitende Position dem Körper gegenüber einnimmt, der sich in der Objekt Position befindet, die sich auf das Subjekt ausrichtet, sollten auch Religion und Politik im richtigen Subjekt-Objekt-Verhältnis zu Harmonie und Einheit finden. Das ist der einzige Weg zu einer idealen, friedlichen Gesellschaft.

 

Seine Botschafter

Was bezweckte Gott mit der Sendung von Propheten und Heiligen? Gott möchte alle Menschen über Seinen Willen, Seine wahre Liebe zu verwirklichen, aufklären, indem er Musterpersönlichkeiten sendet, die ein beispielhaftes Leben führen. Im Besonderen ist es der Wille Gottes, ausgerichtet auf die wahre Liebe, die mentale und die körperliche Welt zu einer Einheit zusammenzuführen. Das kann erreicht werden, indem er Regierenden und Führerpersönlichkeiten den Weg des Himmels lehrt, damit diese ihn praktizieren können.

Aber so wie auch der Körper oft nicht dem folgt was das Gewissen vorgibt, so haben viele Regierende aller Zeitepochen die Heiligen und Gesandten Gottes missachtet; sie haben deren Lehren verworfen und deren Warnungen ignoriert oder gering geschätzt. Wer kann für die Miseren und all das Böse in der heutigen Gesellschaft die Verantwortung übernehmen: die Verwirrung was die Werte betrifft, den moralischen Zerfall, Drogenmissbrauch, Terrorismus, Minderheitenverfolgung usw.? Können Politiker mit ihrer politischen Macht und ihrem Einfluß solche Probleme zum Stillstand bringen? Die Entscheidungen, die ein Politiker trifft, sind von einer großen Verantwortungslast begleitet. Das trifft besonders in einer Zeit zu, in der die Gesellschaft zunehmend pluralistisch wird und die internationalen Abhängigkeiten ständig zunehmen. Ich denke, dass Regierende, wenn sie vor großen Entscheidungen stehen, demütig auf die Stimme des Himmels achten und nach Lösungen suchen müssen, die dem Weg des Himmels entsprechen.

Wir sollten dafür bereuen, dass die Religionen selbst, die die mentale Welt repräsentieren, ihre Verantwortung eine friedliche Welt hervorzubringen nicht erfüllt haben. Wir können die Tatsache, dass die Religionen mit ihrer zur Zeit sehr niedrigen Lebensenergie, die sie zur Reinigung der Welt dringend brauchen würden, die Welt nicht führen können, vielmehr gehen sie in die entgegengesetzte Richtung ihrer ursprünglichen Mission. Jede Religion sollte ihre Reinheit und ihre Lebensenergie durch die wahre Liebe Gottes revitalisieren und, dem Willen Gottes entsprechend, harmonische Beziehungen der wahren Liebe zu anderen Religionen errichten.

Die Hingabe an Gott und Seinen großen Willen der wahren Liebe ist die Mission jeder Religion. Daher ist das Wohlergehen der eigenen Religionsgemeinschaft allein nicht der Zweck der Religion. Gott verlangt, dass wir Seinem großen Willen, die Welt zu erlösen, gerecht werden, und das auch in der Tat tun. Das ist wichtiger als Heilige Bücher zu studieren oder religiöse Zeremonien abzuhalten. Religionen haben schon zu lange darin versagt mit dem lebendigen Gott in Beziehung zu treten und ein klares Zeugnis für ihn abzulegen. Der Gott, den ich kenne, hat keinen Bezug zu den Doktrinen der Menschen, die sie sich mit ihrer Logik zusammengestellt haben. Da Gott unser aller Ursprung und Eltern ist, macht er zwischen Rassen und Religionen keinen Unterschied.

Gläubige aller Religionen sollten dem Willen der wahren Liebe Gottes folgen, alle Menschen erlösen und eine ideale Welt des Friedens errichten. In der heutigen Welt sollten die Gläubigen sich nicht zu einem bequemen Leben verführen lassen. Sie müssen statt dessen den Weg des lebendigen Glaubens ausgerichtet auf wahre Liebe und wahre Lebensenergie beschreiten und in eine tiefe Konversation mit dem lebendigen Gott treten. Das kann in der Atmosphäre, in der sich die Religionen heute befinden, nicht erreicht werden. Ein nie dagewesener Wandel auf der globalen Ebene, herbeigeführt von der Motivationskraft der Religionen, die sich zu einer Bewegung einer neuen Dimension zusammenschließen, ist gefordert.

Die Scheinheiligkeit solcher religiöser Menschen, die Gottes wahre Liebe nicht ernsthaft praktizierten, führte dazu, dass der Atheismus so stark überhand nehmen konnte.

Diese Welt muss verändert werden. Jede Religion sollte sich selbst reinigen und eine Reform anführen. Alle Religionen sollten das Wohlergehen ihrer eigenen Gemeinschaft zurückstellen: Sie sollten für den Zweck Gottes arbeiten, die Welt zu erlösen, sie sollten bei der Eliminierung von Armut, Krankheit und Kriminalität an forderster Front stehen, sie sollten in dieser finsteren Welt der letzten Tage zu einem strahlenden Licht werden und so die Führer aller Bereiche wie Politik, Wirtschaft und Sozialarbeit inspirieren.

Die Welt erneuern

Verehrte religiöse Führer. Der Richtung der Vorsehung Gottes folgend, widmete ich all meine Energie der Erneuerung dieser Welt und der Wiederherstellung von Gottes Ideal der Liebe. Durch die Aktivitäten des International Religious Foundation, der Versammlung der Weltreligionen, New Era, des religiösen Jugenddienstes, die interkonfessionellen Klerikerkonferenzen und das Jugendseminar der Weltreligionen versuchte ich das Verständnis und Harmonie zwischen den Religionen zu fördern und ein Modell für das Praktizieren von Gottes wahrer Liebe, das Gläubige aller Religionen verkörpern sollten, anzubieten. Ich versuche mein Bestes für das Ideal des Weltfriedens zu geben.

Heute verkündige ich die Veröffentlichung des Buches „World Scripture“ (Heilige Schriften der Welt), dessen Inhalt nun nach 5 Jahren gemeinsamer Arbeit von Religionsgelehrten der großen Weltreligionen zusammengestellt wurde. Dieses Werk wird zu einem strahlenden Licht werden, ein Band Heiliger Schriften, der die universellen Wahrheiten der Weltreligionen beinhaltet. Besonders für die junge Generation, die als eine globale Familie leben wird, wird das ein wichtiges Lehrbuch werden. Es wird sie lehren, wie sie die Barrieren zwischen Religionen, Rassen und Kulturen überwinden können. Ich bin der Überzeugung, dass diese Texte dem einzelnen nicht nur dabei helfen sich von religiöser Unwissenheit und Selbstgerechtigkeit zu befreien, sondern dass sich dadurch die Menschen auch der Tatsache bewußt werden, dass die gemeinsamen universellen Werte in den Religionen größer sind als die Unterschiede, die in der Vergangenheit zu Spaltungen geführt haben. Ich danke den Gelehrten und den Lektoren der einzelnen Religionen, die diese Publikation von „World Scripture“ möglich gemacht haben.

Ich verkünde nun die Gründung der interreligiösen Föderation für den Weltfrieden, die als Repräsentant der mentalen Welt in der Schaffung des Weltfriedens die Subjekt Position inne hat und die internationale Föderation für den Weltfrieden, die als Repräsentant der körperlichen Welt die Objekt Position einnimmt. Führer aus allen Enden dieser Welt sind anläßlich dieses Ereignisses hierher gekommen. Gelingt diesen beiden Organisationen die harmonische Zusammenarbeit innerlich und äußerlich durch das Praktizieren von Gottes wahrer Liebe in Übereinstimmung mit dem Willen des Himmels, so wird auch die Verwirklichung einer friedvollen Welt möglich. Kommt es durch Gottes wahre Liebe zu einer Vereinigung von Religion und Politik, die einer Vereinigung von Geist und Körper gleichkommt, so wird das zu einer Welt des Friedens führen.

Verehrte Repräsentanten der Religionen! Wenn wir ernsthaft über unsere Zeit nachdenken, so erkennen wir, dass wir heute nicht nur den Glauben dringend brauchen, sondern dass vor allem Taten gefragt sind. Die Weltprobleme, einschließlich der Rassenkriege und der Religionskriege, die von der Ausbreitung des Atheismus, des Hedonismus, des weltlichen Humanismus und die Verunstaltung der wahren Religion herrühren, sind extrem ernste Angelegenheiten.

In den westlichen Ländern herrscht eine Tendenz vor, alles „easy“ zu nehmen, besonders jetzt, da der kommunistische Atheismus an Boden verloren hat. Diese Tendenz aber ist das Resultat einer sehr oberflächlichen Einschätzung der Lage, die aus der Unwissenheit der wahren Essenz der Probleme kommt, denen wir heute gegenüber stehen. Solange nicht eine Erweckungsbewegung der wahren Liebe ausgerichtet auf Gott die ganze Gesellschaft erneuert, wird der Zusammenbruch der heutigen Gesellschaft, deren Zentrum die westlichen Gesellschaften bilden, unaufhaltsam voranschreiten und das Resultat wird ein furchtbareres sein als wir uns vorstellen können.

Die Welt, wie sie heute ist, kann nicht allein gelassen werden. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wer kann Verantwortung für diese Generation übernehmen? Militärische Machthaber? Politiker? Neue Sozialingenieure? Wir, die wir die Religionen repräsentieren, sollten die Verantwortung übernehmen. Ich bitte um aktive Kooperation. Wenn durch die Bewegung der interreligiösen Föderation für Weltfrieden historische religiöse Traditionen in ihrer praktischen Weltfriedensarbeit vorpreschen, so wird dadurch das geistige Fundament für die Führung dieser Welt gesichert und das Ideal des Friedens, mit Gottes wahrer Liebe im Mittelpunkt, kann vollendet werden. Wenn alle Religionen der Welt in diese eine Richtung gehen, so kann der Friede der vereinigten Welt kommen.

Ich bete, dass Gott die Zukunft der interreligiösen Föderation für Weltfrieden und mit ihr Sie alle, die sie die Traditionen der Weltreligionen hier repräsentieren, beschützen möge. Möge Gott jeden von Ihnen und Ihre Familien segnen. Mögen Sie zu den Menschen der wahren Liebe werden, die den Frieden auf diese Welt bringen.

Ich danke Ihnen für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

 

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