Vereinigungskirche

Die Entwicklung des Herzens

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Worte von Sun Myung Moon 5. April 1972, Wien

 

Meister: Habt ihr irgendwelche Fragen?

Frage: Wie kann man sein Herz am schnellsten entwickeln?

Meister: Am besten kann man sein Herz entwickeln, wenn man heiratet. Ich glaube, Peter hat sich sehr verändert, seit er ein Baby hat. Peter soll euch erklären, wie eine solche Veränderung vor sich geht.

Ihr müßt euer Herz dahin bringen, Traurigkeit und Mitleid zu fühlen, wenn ihr die gefallenen Menschen seht. Versucht zu spüren, was das Herz Gottes dabei empfindet, das ist die beste Art und Weise, wie ihr euer Herz entwickeln könnt Wenn ihr Menschen seht, denen es sehr schlecht geht, z. B. Patienten im Krankenhaus, die große Schmerzen haben, dann versucht, euch in ihre Lage zu versetzen. Wenn ihr mit ihnen mitfühlt, wenn ihr bemüht seid, das zu teilen, was sie gerade empfinden, werdet ihr euer Herz entwickeln.

Stellt euch vor, ihr seht ein Waisenkind, um das sich niemand kümmert, das also einzig und allein auf euch angewiesen ist, das keine andere Hoffnung hat als euch und sterben würde ohne eure Hilfe. Versetzt euch doch in die Lage dieses Kindes, und ihr werdet euer Herz entwickeln können. Vergegenwärtigt euch, daß dieses Kind sterben würde, wenn ihr versagt. Was würdet ihr dabei empfinden? Die größte Freude und das tiefste Leid sind die beiden extremen Punkte auf der gleichen Skala. Ihr werdet dahin kommen, beides zu fühlen.

Die göttlichen Prinzipien lehren uns, daß die Liebe Gottes auf drei Arten zum Ausdruck kommt: in der kindlichen Liebe, in der ehelichen Liebe und in der Elternliebe. Während unse­res Lebens auf Erden sollten wir diese drei Arten der Liebe erfahren. Im himmlischen Königreich werden wir diese Aspekte der Liebe in einem weitaus stärkeren Maße erleben können. Teilt also mit anderen Menschen Freude und Traurigkeit, und entwickelt auf diese Weise euer Herz.

Ihr müßt fähig werden, die Liebe eurer Eltern, eures Ehepartners, eurer Kinder zu verstehen. Ihr sollt die Liebe, die sie empfinden, allmählich nachempfinden können. Ihr sollt spüren, daß Gott euch lieht, wie ein Vater seine Kinder liebt. In dieser physischen Welt atmen wir Luft ein, und diese ist unbedingt zum Lehen notwendig. In der geistigen Welt atmen wir die Liebe Gottes ein, und auf diese Weise können wir geistig leben.

Ein Kind lebt vorerst im Mutterleib, also im Bereich des Wassers, und es empfängt den Sauerstoff von der Mutter durch die Nabelschnur. Das Baby hat zwar Mund und Nase, benutzt sie aber noch nicht zum Atmen. Obwohl sich das Kind in einer wässerigen Umgebung befindet, braucht es doch Luft. Nach der Geburt benutzt das Kind seinen eigenen Mund und seine eigene Nase zum Atmen. Es ist nun umgeben von Luft, wie es vorher im Mutterleib von Wasser umgeben war. Im Mutterleib benutzte es seine Nase und seinen Mund noch nicht zum Atmen, erhielt aber trotzdem die nötige Luft.

Während unseres Lebens auf der Erde gebrauchen wir unsere geistige Nase und unseren geistigen Mund noch nicht, um die Liebe Gottes zu atmen, und dennoch brauchen und bekommen wir diese Liebe, wie das Kind im Mutterleib die Luft von der Mutter erhielt. Unsere geistigen Sinne sind vorerst noch nicht voll entwickelt und wir können sie im physischen Leben nicht richtig einsetzen, aber sobald wir in die geistige Welt eingehen, beginnen diese Sinne zu funktionieren, wie die Nase und der Mund des Babys nach der Geburt.

Der Mensch entwickelt sich also zu einer immer höheren Stufe Im Mutterleib atmet das Baby durch die Nabelschnur, dann gebraucht der Mensch seine Nase und seinen Mund, um selbst die Luft aufzunehmen, und in der geistigen Welt lebt er mit Hilfe, seiner geistigen Sinne.

Die wahre Liebe ist eine ewige Liebe, und wenn ihr einmal zu dem Erlebnis wahrer Liebe kommt, seid ihr fähig, sie in alle Ewigkeit in der geistigen Welt zu spüren. In der geistigen Welt könnt ihr die Liebe Gottes durch eure ganze Persönlichkeit empfinden, nicht nur durch einen Sinn. Ihr solltet euch vor dem Tod nicht fürchten.

Damit ein Kind heranwachsen und sich entwickeln kann, muß es die verschiedensten Nahrungsstoffe erhalten. Ebenso verhält es sich mit unserem geistigen Wachstum. Wir sollen unsere Herzen während unseres physischen Lebens entwickeln, Vollkommenheit erreichen und beim Eingehen in die geistige Welt fähig sein, die Liebe Gottes ganz zu empfangen.

In der gefallenen Welt wird der Mensch beurteilt nach seinem Denken, nach seinem Wissen. Das ist jedoch nicht der grundlegende Wert, sondern entscheidend ist die Fähigkeit des Fühlens, des Herzens. Die Geschichte entwickelte sich fortwährend, aber die treibende Kraft dahinter war nicht das Wissen, sondern das Fühlen. Unsere Mission ist es, die Welt des wahren Herzens zu schaffen. Das Training für diese Aufgabe beginnt im Familienleben. Das Herz wird im Rahmen der Familie entwickelt, und wenn wir dann aus der Familie in das Ge­sellschaftsleben treten, wird sich dies in dementsprechender Weise dort auswirken.

Die wahre Erziehung müßte so aussehen, daß ein Lehrer seinen Schülern mit einer solchen Liebe begegnet, daß sie davon lernen können, wie sie sich ihrem Nächsten gegenüber verhal­ten sollten. Das höchste Instrument der Erziehung ist die Religion. Die Religion sollte die Menschen eigentlich lehren, Gott zu lieben und die ganze Welt zu lieben, aber die gegen­wärtigen Religionen versagen, diese Aufgabe zu erfüllen. Daher müssen wir jenen Teil übernehmen, der von den Religionen heute nicht getragen wird. Wir müssen die Menschen lehren, ihre Mitmenschen als Kinder Gottes zu lieben, über alle nationalen Grenzen hinweg. Das nennen wir die Erziehung oder Ausbildung des Herzens. Nur auf diese Art und Weise kann die ganze Menschheit vereinigt werden. Das Ziel dieser Ausbildung ist die Liebe zu Gott. Das Muster unseres Familienlebens müssen wir auf die Gesellschaft übertragen, auf die ganze Nation, auf die ganze Welt. So sollte z. B. der Chef einer Firma seinen Angestellten gegenüber in der Vaterposition stehen, und alle Angestellten sollten ihn wie einen Vater lieben. Innerhalb einer Nation z. B, sollten die Landesleiter eine Elternrolle erfüllen. Alle Menschen der Welt sollten schließlich die Wahren Eltern lieben und auf diese Weise eine Familie bilden.

Daher muß das Hauptaugenmerk der Erziehung auf die Entwicklung einer solchen Liebe gerichtet sein. Durch eine derartige Familieneinheit kommen wir dem Ideal Gottes näher. Ihr müßt euer ganzes Gemüt auf euer Familienleben richten, dann sollt ihr an die nationale Ebene denken und schließlich an die Einheit der ganzen Welt. Unser Leben auf Erden muß durch drei Stufen gehen: Familie, Nation, Welt. In der Familie sollten die Kinder einander ermuntern, die Lehren der Eltern zu empfangen; innerhalb der Nation sollten die Familien die Lehren der Landeseltern annehmen. Was die ganze Welt betrifft, so sollten alle Landesleiter ihr Volk dazu bringen, die Lehren der Wahren Eltern zu empfangen.

Die zentrale Liebe ist die Elternliebe, aber die Eltern möchten, daß ihre Kinder nicht nur die Liebe der Eltern erhalten, sondern daß sie zu Menschen werden, die die Liebe der ganzen Welt empfangen können. Die Landeseltern möchten, daß die einzelnen nicht nur die Liebe der Nation empfangen, sondern daß sie fähig werden, die Liebe der ganzen Welt zu erreichen. Wenn wir diese drei Stufen durchschritten haben, sind wir fähig, die Liebe Gottes zu empfangen. Daher lehren die Eltern ihre Kinder, Menschen zu werden, die sich auf weltweiter Ebene bewegen können. Das möchten wir erreichen. Wir bilden Familien, dehnen diese Einheit auf Stammesebene aus und arbeiten jetzt an der nationalen Ebene. Wenn wir die Bedingungen auf nationaler Ebene erfüllt haben, können wir in das nächste Stadium eintreten, nämlich in das der weltweiten Ebene. Wir müssen daher zu Menschen werden, die nicht nur ihr eigenes Volk lieben, sondern die fähig sind, andere Menschen, andere Nationen, die ganze Welt zu lieben. So können wir Kinder Gottes werden. Ihr sollt immer daran denken, daß wir die Welt des Herzens Gottes errichten möchten. Demnach sollten in eurer Familie alle Mitglieder denjenigen loben, der völlig eins mit den Eltern geworden ist. Innerhalb der Nation muß der besonders geachtet werden, der völlig eins mit der Nation geworden ist. Die ganze Weh muß den bewundern, der völlig eins geworden ist mit der ganzen Welt. Und das ganze Universum muß den preisen, der völlig eins geworden ist mit Gott. So verhält es sich mit dem Leben in unserer Bewegung. Wir müssen den Menschen finden, der völlig eins ist mit Gott, denn er bestimmt den Hauptstrom, der zu ihm hinführt.

Wir wissen, daß Gott allmächtig und allgegenwärtig ist. Er hätte eigentlich alles. Aber was er nicht hat und sich so sehr wünscht, ist die Liebe der Menschen. Deswegen muß die Liebe wiederhergestellt werden und nicht das Wissen. Die Liebe, die Gott haben möchte, ist die Liebe, die völlig vereint ist mit der Familie, mit der Nation, mit der Welt und mit dem ganzen Universum. Möchtet ihr lieber in der Welt des Wissens leben oder in der Welt der Liebe? Wollt ihr lieber die ganze materielle Welt haben oder Liebe? Macht oder Liebe? Jeder Mensch weiß die Antwort darauf durch sein Gewissen oder durch sein ursprüngliches Gemüt. Wenn das so ist, warum kann der Mensch dies nicht tatsächlich in die Praxis umsetzen? Das liegt daran, daß man nicht weiß. in welchem Zusammenhang die Liebe mit Gott und mit dem Zweck unseres Lebens steht. Daher müssen wir die Menschen lehren, wie die Wege Gottes sind, was das Ideal Gottes ist und welches Ziel wir durch die Liebe Gottes erreichen können. Wir müssen eine neue Tradition der Liebe errichten. Das ist unsere größte Mission. Wäret ihr glücklich, wenn ihr in einer solchen Welt der Liebe leben könntet?

Wenn ihr nach einem geeigneten Ehepartner Ausschau haltet, solltet ihr nicht innerhalb der Grenzen eurer eigenen Nation bleiben, das wäre zu eng. Ihr müßt eure Augen weiter auftun und die ganze Welt überblicken. Ich kam heute von Paris hierher nach Wien, und mit mir flog Hilde. Sie ist eine Österreicherin, die einen Franzosen geheiratet hat. Als wir hier ankamen, spürte ich, daß sich bei ihr einige sentimentale Gefühle regten, weil sie wieder in Österreich war. Wir müssen die feste Überzeugung haben, daß wir überall dort leben können, wo unsere Wahren Eltern sind, wo die Liebe unserer Wahren Eltern ist.

Unsere Arbeit kann man vergleichen mit dem Reparieren von Eisenbahngleisen. Die Eisenbahngleise sollten über alle nationalen Grenzen hinweg in die ganze Welt führen. In der gefallenen Welt ist jedoch alles begrenzt, und die Gleise sind an den Staatsgrenzen abgeschnitten. Die Geschichte der gefallenen Menschheit zeigt, daß jeder innerhalb der Grenzen seiner eigenen Familie leben wollte oder innerhalb der Grenzen seiner eigenen Nation. In dieser einen Familie bzw. Nation wollte er es besser haben als die anderen Familien und Nationen, und so kam es oft dazu, daß zugunsten der eigenen Nation andere ausgenutzt und geopfert wurden. Wenn Gott wirklich existiert, dann muß er daran arbeiten, die Grenzen zwischen den Menschen niederzureißen und eine vereinigte Welt zu schaffen, in der die Menschen besser zusammenleben können. Als ich nach Österreich kam, fühlte ich, daß diese Nation nicht sehr reich ist, was das Materielle betrifft. Wenn man in ärmeren Verhältnissen lebt, hat man es leichter, physische Dinge aufzugeben. Aber wenn ihr sehr reich seid, wird es euch schwer fallen, euren Reichtum zu verlassen, falls man auch sagen würde, in ein anderes Land zu gehen. (…)

In Amerika möchten die Menschen ihr Leben genießen und sich ihrer materiellen Güter freuen, aber eines Tages wird es notwendig sein, daß auch sie materielle Güter aufgeben, um sich dem richtigen Leben zuzuwenden. Dann wird ihnen diese Umstellung sehr schwer fallen. Wenn die Geschichte ihren Kurs ändert, wird es so sein, daß die armen Menschen, die armen Völker, in höherem Mäße gesegnet werden. In der gefallenen Welt müssen die gewissenhaften Menschen leiden und sind ständig großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Und es waren die reichen Nationen, die andere Nationen angegriffen haben. In der neuen Welt ist es so, daß wir diejenigen unbeachtet lassen, die dem Materiellen die größte Bedeutung beimessen und sich nur an die materiellen Dinge klammem. Das gleiche gilt für die Menschen, welche besonders die Macht hoch einschätzen.

Euch kommen Tränen aus den Augen, wenn ihr große Freude empfindet. Dasselbe geschieht, wenn ihr große Traurigkeit fühlt. Auch dann kommen euch Tränen aus den Augen. Das heißt, zwei extreme Punkte stoßen aneinander. Gott führt den Menschen zu einem Punkt äußerster Traurigkeit, äußersten Kummers und Leides, aber wenn der Mensch auch nur einen Schritt darüber hinausgeht, kommt er in einen Bereich der Freude und des Glückes. Der gefallene Mensch weiß das nicht. Er meint, wenn er viel Leid und Traurigkeit erfährt, könne er nicht mehr weitermachen; er glaubt, es gäbe dann überhaupt nichts mehr. Aber wie gesagt, nachdem man diese äußerste Schwelle der Traurigkeit überschritten hat, kommt man in eine andere Welt, in die Welt der Freude. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet, hat Gott die weiseste Strategie. Er führt den Menschen bis zum äußersten Punkt des Leides, und er möchte, daß der Mensch dann diese Grenze überschreitet, um in das Reich des Glückes ein­treten zu können. Das ist jetzt der einzige Weg für den Menschen, dieses Ziel zu erreichen. Wenn der gefallene Mensch nur in die Richtung der materiellen Bequemlichkeit geht und nur die materiellen Werte beachtet, kann er das Ziel seines Lebens nicht erreichen. (…)

Daher müssen wir Tränen vergießen für die Wiederherstellung unserer Familie, unserer Nation und der ganzen Welt. In der gefallenen Welt müssen wir zum Zwecke der Wiederherstellung immer den umgekehrten Weg gehen. Die Tränen, die ihr für die Wiederherstellung vergossen habt, werden eure Position in der geistigen Welt bestimmen. Daher müssen wir uns fragen: „Wie viele Tränen habe ich vergossen, um meine Familie, die Menschen meiner Nation, die Menschen der ganzen Welt zu retten?“ Wir sind in der Position eines Arztes, der Kranke heilen möchte, um gute Ärzte zu sein, müßt ihr lernen, die Schmerzen eurer Patienten zu empfinden. Ihr müßt euch in ihre Lage versetzen, euch ihrer Schmerzen bewußt sein, sie mit diesem Mitgefühl behandeln und ihnen die entsprechende Medizin verschreiben. Habt ihr Tränen vergossen, um andere Menschen zu retten? Wenn ihr solche Erlebnisse habt, dann seid ihr zu dem Punkt gekommen, an dem die Entwicklung eures Herzens beginnt. Von diesem Punkt aus könnt ihr euer Herz so entfalten, daß es dem Herzen Gottes gleicht.

Wenn ihr diese Worte hört, könnt ihr euch vorstellen, wie die Welt in der Zukunft aussehen wird? Möchtet ihr so bald wie möglich in einer solchen Welt leben? Ihr müßt dafür hart arbeiten. Ihr müßt nach dieser Welt eine ganz große Sehnsucht haben, ein weit größeres Verlangen als das Verlangen nach Nahrung, wenn ihr sehr hungrig seid. Eigentlich solltet ihr eine solche Dringlichkeit spüren, daß ihr lieber stehend als sitzend essen möchtet. Ihr solltet Tag und Nacht daran denken, andere Menschen zu retten. Dann werdet ihr hinter euch eine breite Straße eröffnen, auf der viele Blumen wachsen werden.

 

 

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