Vereinigungskirche

Ursprüngliche Beziehungen

Im Mittelpunkt der Lehren von Rev. und Mrs. Moon steht ihr Konzept der Liebe, genauer der wahren Liebe. Wahre Liebe, so werden sie nicht müde zu betonen, ist der Schlüssel zum Weltfrieden ebenso wie zu einem erfüllten Leben. Wahre Liebe ist an erster Stelle in der Ehe und der Familie erleb- und erlernbar.

So wie wir umgangssprachlich von unserem Ehepartner als „meiner besseren Hälfte“ sprechen, betont wahre Liebe, daß der Lebenszweck des Ehemannes die Liebe zu seiner Frau und der Lebenszweck der Ehefrau die Liebe zu ihrem Mann ist. In einer ihrer Ansprachen hat Mrs. Moon wahre Liebe so charakterisiert:

„Das erste Merkmal wahrer Liebe ist, daß sie aus Gott kommt, der um der Erfahrung der Liebe willen die Schöpfung begann. Als Gott uns schuf, investierte er alles, was er geben konnte, zu hundert Prozent. Leben für andere heißt, daß du zu hundert Prozent dein Selbst gibst, bis nichts mehr übrig ist. Nur dann wird die Liebe deines Gegenübers in dich zurückfluten und deine Leere ausfüllen.“

„Weiter ist wahre Liebe die Liebe, die gibt und vergißt. Wenn du dich an der bewußten Erinnerung festklammerst, was du alles gegeben hast, dann wirst du anfangen zu berechnen, wieviel des Gebens genug sei. Wenn du einmal meinst, genug gegeben zu haben, kann Liebe nicht ewig andauern. In einem unaufhörlichen Strom kann Liebe nur dann fließen, wenn sie bedingungslos gegeben wird.“  3

Niemand kann wahre Liebe praktizieren, während er unter dem Diktat selbstsüchtigen Verlangens steht. Beziehungen fußen auf unsicherem Grund und können nicht andauern, wenn sie vom Egoismus beherrscht werden. Wahre, stabile Liebe erstrahlt auf der Basis altruistischer Motivation, und das Wesen wahrer Liebe ist es, für andere zu leben. Dies ist wahrhaft Gottes Weg. In dem Maße, in dem wir diesen Weg gehen, können wir mit Gottes Liebe und Herz mitschwingen. Wahre Liebe wird uns zur Einheit mit dem Göttlichen führen.

Eine solche Fähigkeit gebender Liebe erlernt man nicht im Schlaf. In Wahrheit harrt dieses Ideal, obwohl von allen Religionen gepredigt, bis heute auf seine Umsetzung. Als Jesus Christus in der Bergpredigt seine Lehre von der Feindesliebe darlegte, setzte er diese Liebe in Beziehung zu dem Satz „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist“. Und auf die Frage nach dem größten Gebot erwidert Jesus mit dem doppelten Auftrag zu lieben: Gott aus ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gemüte und den Nächsten wie dich selbst.

Wegen dieses höchsten Gebots Jesu wurde dem Christentum vorgehalten, es stelle Anforderungen, denen kein Mensch genügen könne. Andere haben die christliche Praxis an diesem Maßstab gemessen und den Vorwurf erhoben, das Christentum werde den eigenen Idealen in keiner Weise gerecht. Derlei Anwürfe können eigentlich nur zeigen, wie dringend notwendig es ist, die Liebesfähigkeit des Menschen zu entwickeln, so daß wir uns als Kinder Gottes und Träger wahren Lebens qualifizieren.

Allerdings müssen wir, um wahre Liebe zu erlangen, in realistischen Bahnen denken. Die natürliche Basis für diese echte Liebeskunst ist das reife Individuum, ihr Schauplatz ist die Familie. Alles entwickelt sich in zeitgebundenen Prozessen. Um die große Verheißung wahren Lebens und Lieben zu verwirklichen, müssen Individuen erst einmal persönliche Größe gewinnen. Es braucht Zeit, innere Einsicht und ein richtiges Umfeld, damit ein Mensch zur Reife heranwachsen und wahre Liebe empfangen und ausgeben kann.

Selbst eine neuere Theorie über die für die Menschwerdung erforderlichen Faktoren nennt – indirekt – die Liebe als Zentralelement. Maßgeblich beteiligt an unserer Evolution zum Menschen sei demnach die Neotonie, die – im Vergleich zu Säugetieren – Unfertigkeit menschlicher Wesen bei der Geburt und die langdauernde Schutzbedürftigkeit menschlicher Babies. Diese Angewiesenheit auf elterliche Fürsorge ist viel größer als bei allen anderen Lebewesen, sie erforderte soziales Miteinander, Zusammenleben und Kommunikation, auch Arbeitsteilung zwischen Vater und Mutter.4 Wesentlich für den Durchbruch zum Menschsein war also die Hilflosigkeit der Kinder.

Die Familie sollte der zentrale Ort sein, an dem wahre Liebe erlebt wird. Jedoch ist die individuelle Reife eine besonders wichtige Vorbedingung für eine Ehe, aus der eine gesunde Familie entstehen kann. Nur reife, der Selbstlosigkeit fähige Individuen können ihrem Partner in bedingungsloser Liebe begegnen und wahre Liebe in sexueller Einheit zum partnerschaftlichen Höhepunkt entwickeln. Diese Einheit ehelicher Freude von Mann und Frau ist der Ort, an dem Gott wohnen und sich zuhause fühlen kann.

Wahre Sexualität als Ausdruck der Liebe und Akt der Fortpflanzung ist aufs engste mit Gott verbunden, weil Gott Ursprung der Liebe ist. Aus diesem Grund hatte die Ehe in der Geschichte immer Attribute des Heiligen. Die Ehe bietet als Institution den Rahmen für dauerhafte Hingabe, unerläßlich, um das spirituelle Potential sexueller Liebe zu verwirklichen. Die Weltreligionen haben sich daher alle darum bemüht, die Ehe zu schützen; Untreue und Ehebruch werden von ihnen verworfen. Rev. Moon beschreibt das so:

„Gott schuf alle Dinge mit einem entsprechenden Gegenüber, so daß alle Ebenen der Schöpfung Freude und Liebe erleben könnten. Auf den niedrigeren Ebenen drückt Gottes Liebe sich in Form harmonischer physikalischer Gesetze und angeborener animalischer Instinkte aus. Auf der höchsten Ebene kommt Gottes Liebe in der dynamischen liebenden Beziehung von Mann und Frau zum Ausdruck.“

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