Vereinigungskirche

Der Verlust des Paradieses

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Im dritten Kapitel berichtet die Genesis von zwei Bäumen im Garten Eden: dem Baum des Lebens und dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, an dem eine verbotene Frucht wächst. Die ersten Vorfahren, Adam und Eva, lebten in diesem Garten; Gott gab ihnen ein Gebot: „Esset nicht von der Frucht des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen, denn an dem Tage, wo ihr davon esset, werdet ihr des Todes sterben.“ Jedoch trat die Schlange auf den Plan und verführte Eva dazu, die Frucht zu essen. Eva wiederum reichte die Frucht an Adam weiter. Der Mann und die Frau bedeckten danach ihre „unteren Körperteile“ und suchten sich vor Gott zu verstecken. Gott wies sie aus dem Garten und verwehrte ihnen den Weg zurück.

Nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, bedeckten sie plötzlich ihre Geschlechtsteile. Warum? Es liegt in der menschlichen Natur, das zu verbergen, dessen man sich schämt. Wenn Adam und Eva mit dem Mund gesündigt hätten, d.h. buchstäblich eine Frucht zu sich genommen hätten, hätten sie ihren Mund bedeckt. Statt dies zu tun, verhüllten sie ihre Genitalien. Das impliziert, daß mit dem Essen der Frucht eine sexuelle Handlung verbunden war.

Wer hat diesen sexuellen Akt initiiert? Die Bibel schreibt, daß eine Schlange Eva versucht habe. Da hier ein intelligentes und kommunikationsfähiges Wesen beschrieben wird, scheint es offensichtlich, daß es sich um kein Tier handelt. Traditionell nimmt man an, daß die Schlange der Erzengel Luzifer sei.

Die Vereinigungstheologie lehrt, daß der Biß in die Frucht, den Eva auf Initiative des Erzengels tat, einen widernatürlichen sexuellen Akt symbolisierte. Weiter zeigt die Metapher von Adams Biß in den von Eva weitergegebenen Apfel an, daß Adam und Eva auch eine unreife, vorzeitige sexuelle Beziehung eingingen.

Nun sind Interpretationen vom Fall der Engel und der ersten Menschen als sexuelles Vergehen aus der jüdischen, christlichen und islamischen Überlieferung bereits bekannt. In den Schriften verschiedener Rabbiner und früher Kirchenväter treffen wir auf diese Ansichten. Der amerikanische Theologe Professor F.R. Tennant schreibt in einer erschöpfenden Studie zu Sündenfallmythen:

„Legenden bezüglich monströser geschlechtlicher Beziehungen zwischen Adam und Eva und Dämonen und vor allem bezüglich einer Beziehung zwischen Eva und der Schlange, oder Satan, finden sich häufig in antiken Quellen.“  12

Sicherlich war es Gottes Plan, daß Adam und Eva einander heiraten, jedoch erst nach Erreichen ihrer individuellen Reife. Durch ihre unreife Vereinigung wurde nicht wahre Liebe zur Grundlage ihrer Beziehung. Vielmehr waren selbstsüchtige Motive und physisches Verlangen der Hintergrund. Sie nahmen ihr Sexualleben auf, ohne emotionell dafür reif gewesen zu sein und ohne das nötige Fundament spiritueller Weisheit.

Ihre Beziehungsprobleme folgten auf dem Fuß. Adam und Eva waren nicht fähig, einander reife Liebe zu schenken und eine Familie der Liebe zu gründen. Ihre Kinder erfuhren nicht das nötige Maß an Hingabe, Fürsorge und Zuwendung und waren auch nicht imstande, untereinander eine konstruktive Beziehung zu verwirklichen. Das nächste Ereignis in der von der Bibel beschriebenen historischen Abfolge war in trauriger Fortsetzung der Ereignisse der Mord, den Adams und Evas erster Sohn Kain an seinem jüngeren Bruder Abel beging.

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