Vereinigungskirche

Der Pfad des Lebens für die gesamte Menschheit

Ansprachen-Welttour 1999
Reverend Sun Myung Moon – Dr. Hak Ja Han Moon
Gründer der Frauenföderation für Weltfrieden und der Familienföderation für Weltfrieden und Vereinigung

Verehrte Gäste, meine Damen und Herrn! Ich bin Ihnen sehr dankbar, daß sie in ihrem gedrängten Zeitplan einige Stunden gefunden haben, um mitzuhelfen, dieses Treffen zu einem Erfolg zu machen. Unser Thema heute ist: „Der Pfad des Lebens für die gesamte Menschheit!“

Die Welt verliert sich mehr und mehr in Verwirrungen und ein quälender Aufschrei ist vielerorts vernehmbar. Als Individuum, in unserer Familie, in unserer Nation und in der Welt stehen wir endlosen Konflikten gegenüber. Als Individuum sind wir mit aufreibenden Konflikten zwischen unserem Geist und unserem Körper konfrontiert. Unsere Familien werden geplagt von der moralischen Dekadenz unserer Jugend und vom Zerfall familienorientierter Traditionen. Die Glut der Ungewißheit und der Ausweglosigkeit schürend, führen historisch gewachsene Rivalitäten zu Mißtrauen und sogar zu Kriegen unter den Nationen. Die Lösung für all diese Probleme liegt im Erleben einer idealen Liebesbeziehung mit Gott.

Die gesamte Geschichte hindurch versuchte der Mensch die Grundfrage zu beantworten: Warum wurden wir geboren? Einige kamen zu dem Schluß, daß sie zum Dienst an ihrem Land geboren wurden. Andere beschlossen, daß sie zum Wohle ihrer Eltern da sind. Wieder andere glauben, sie seien nur für sich selbst und ihr eigenes Wohl auf diese Welt gekommen. Gottgläubige Menschen glauben, daß es der Zweck ihres Lebens ist Gott zu dienen.

Es reicht jedoch nicht, zu sagen, daß Gott das Universum zum Wohle des Menschen geschaffen hat oder gar für ihn selbst. Die Erschaffung des Menschen schloß die kooperative Zusammenarbeit vieler Wesen und Elemente mitein. Wenn auch jedem von ihnen ein ureigener Zweck innewohnt, so bedurfte es dennoch einer abgestimmten Ausrichtung, um den Schöpfungsprozeß in Gang setzen zu können. Gottes Zweck der Schöpfung, der Zweck der Mithilfe der Engel, der Zweck der Natur, die die Materialien beisteuerte und sogar der Entstehungszweck des Menschen mußten als Vorgabe bereits vorhanden sein. Jeder der Beteiligten mußte sich dadurch erfreut und bereichert fühlen. Es muß daher etwas gemeinsames geben, das sowohl Gott, aber auch den Engeln, der übrigen Schöpfung und dem Menschen selbst Freude und Vergnügen bereitet.

Dieses Gemeinsame muß etwas sein, das die Freude immer mehr werden läßt, je länger man es besitzt. Es muß etwas sein, von dem wir uns, wenn wir es einmal besitzen, nie wieder trennen möchten. Das kann nicht von Natur aus etwas äußerliches sein. Es muß etwas inneres, unsichtbares sein. Besitztümer wie Wissen, Geld und Macht sind nur Begleitbedingungen, die der Mensch in seinem Leben braucht. Wir wurden aber nicht bloß geboren, um uns diese anzueignen.

Diese äußeren Dinge mögen in einer Wechselbeziehung mit dem Menschen aufgebaut werden, aber sie sind vergänglich und nicht von ewigem Wert.

Gott hat keinen Bedarf an Geld. Bräuchte der allmächtige Gott Geld, so könnte er sich soviel davon schaffen, wie er wollte. Weiters wissen wir, daß Gott die Wurzel alles Wissens ist, da er das Universum nach bestimmten Prinzipien und Gesetzen erschuf. Gott ist auch der, von dem alle Macht kommt, daher braucht er nicht nach noch mehr Macht zu streben.

Was ist dann das Gemeinsame, nach dem sich alle sehnen? Es ist etwas, das wir durch menschliche Anstrengung allein nicht erreichen können. Das ist deswegen so, weil alle menschliche Anstrengung nicht ausreicht, den grundlegenden Ursprung des Lebens kontrollieren zu können. Dieses Gemeinsame muß etwas sein, das fähig ist die Motivation, den Weg und das letzte Ziel des Lebens jeder Person zu lenken.

Aus dieser Sicht kann dieses Gemeinsame nichts anderes als Wahre Liebe sein. Menschen werden aus der Liebe heraus geboren und sind dazu bestimmt, den Weg der Liebe zu gehen. Menschen sterben sogar für die Liebe. Das zeigt, daß die Liebe wertvoller ist als selbst das Leben. Weiters sehen wir, daß die Liebe vor dem Leben kommt. Aus diesem Grund sind Menschen bereit ihr Leben für die Liebe zu opfern.

Liebe ist ewig. Betrachten wir Novellen, Gedichte und andere literarische Meisterwerke, so fällt auf, daß die Autoren Ausdrücke wie ‚unveränderliche Liebe‘, ‚meine ewig Geliebte‘ und dergleichen immer wieder verwenden. Das macht deutlich, daß die menschliche Sehnsucht nicht mit einer endlichen, begrenzten Liebe zufriedengestellt werden kann. Wir sehnen uns nach einer Liebe, die ewig währt.

Liebe hat die Macht, selbst Gott vollständig hilflos zu machen. Auch Gott bedarf der Liebe. Der allmächtige Gott kann ein großes Freudenlächeln nicht zurückhalten, wenn er den Duft der Liebe vom Menschen her wahrnimmt. Auch Gott liebt Liebesgeschichten. Um wieviel mehr Freude würde es ihm jedoch bereiten, wenn Liebe tatsächlich praktiziert wird?

Geschaffen für die Liebe

Jedes Organ unseres Körpers wurde für die Liebe geschaffen. Unsere Augen wurden offensichtlich geschaffen um etwas zu sehen. Aber was zu sehen? Sie wurden geschaffen um nach der Liebe Ausschau zu halten, die das gemeinsame Thema aller Existenz ist. Unsere Nase wurde gemacht, um zu riechen, aber insbesondere um den Duft der Liebe wahrzunehmen. Der Klang unter allen Klängen, die wir hören, dessen wir niemals überdrüssig werden und den wir nicht oft genug hören können ist der Klang, wenn jemand sagt „Ich liebe dich“. Das trifft für Senioren in gleicher Weise zu wie für Jugendliche.

Liebe ist das, was alle Wesen in den Status gegenseitiger Anziehung zu versetzen imstande ist. Wenn ich hier von Liebe spreche, so beziehe ich mich auf die Wahre Liebe, die jedes Wesen im großen weiten Universum willkommen heißen würde. Wahre Liebe ist die Art der Liebe, die von Gott, der Engelwelt, aller übrigen Schöpfung und vom Menschen gemeinsam ersehnt wird. Würden wir das gesamte Universum mit einer großen Decke dieser Liebe zudecken, so würde nichts und niemand aus dieser Decke herausschlupfen oder sie gar verlassen wollen.

Aus diesem Blickwinkel betrachtet wird deutlich, daß die Erschaffung des Universums und selbst das Leben in der Wahren Liebe ihren Ursprung haben. Erreicht der Mensch das Bewußtseinsstadium, in dem er das gesamte Universum lieben kann, so öffnen sich für ihn alle Tore des Universums. Beispielsweise bin ich bloß ein kleines Wesen, das diesen Platz hier beansprucht. Aber auf die Liebe ausgerichtet kann ich eine Wechselbeziehung mit einem Wesen jeder Größe und Ausdehnung aufnehmen. Sagen wir, Gott ist ein außergewöhnlich großes Wesen. Durch die Macht der Liebe kann ich in eine Position aufsteigen, in der ich eine Wechselbeziehung mit dem absoluten Gott eingehen kann. Das ist deswegen möglich, weil Liebe eine Eigenschaft Gottes ist.

Daher kann eine Person, die Gottes Bund der Liebe erkennt und hält, sich überall im Universum der Freiheit erfreuen. Jemand, der von der Liebe Gottes berauscht ist, kann selbst ein kleines Sandkörnchen jahrtausendelang betrachten und studieren, ohne daß ihm dabei langweilig wird. Solch eine Person wird Licht von ihrer Hand ausstrahlen sehen. Wenn sie nachts allein in ihrem Bett liegt, wird sie fühlen, daß sie in einem goldenen Bett liegt, das ein goldenes Licht ausstrahlt. Das mag alles phantastisch klingen, aber es ist wahr. Erreichen Sie dieses Stadium, so können Sie auf einem Hügel stehen und spüren, daß die Schöpfung Ihnen zujubelt und Sie willkommen heißt. Haben Sie das jemals erlebt? Der Gedanke, daß wir in ein Universum der Liebe hineingeboren wurden, gibt uns nicht nur das Gefühl unendlicher Freude, er bewirkt auch, daß wir der Welt voll Stolz zurufen möchten: „Hey, sieh mich an!“ Gott arbeitete in seinem Laboratorium und er machte die großartigste, sensationellste Entdeckung – und diese Entdeckung ist jeder Einzelne von uns.

Da wir für eine Wechselbeziehung mit Gottes Liebe geschaffen wurden, ist jeder Akt der Selbstzerstörung die größte aller Sünden. Selbstmord ist somit ein Beitrag zur Zerstörung des Universums.

Eine Person mag ins Gefängnis geworfen und bis zu dem Punkt gefoltert werden, an dem sie nur noch Blut spucken kann. Wenn sie selbst in diesem Moment die Liebe Gottes spürt, so wird ihr Leiden zum Katalysator, der es Gott ermöglicht diese Person inniger und inniger mit einer Liebe zu umarmen, die bis ins Mark ihrer Knochen durchdringt. Jemand, der sein oder ihr Leid in diesem Licht betrachtet, ist fähig selbst dem Tod mit Freude zu begegnen.

Dieses Beispiel zeigt, daß jeder, der in der Macht der Wahren Liebe lebt, eine Person mit großer Stärke ist. Selbst wenn jemand diese Person, ein Land oder die Welt opfert, so würde er nicht schwanken. Auch Satan müßte sich einer solchen Person ergeben. Solch ein Individuum, das von Gott gerufen wurde, um die gesamte Menschheit ausgerichtet auf Gottes Liebe zu repräsentieren, wäre der Messias. Jesus ist dieser Repräsentant. Wir können diese kosmische Liebe ohne den Messias niemals finden. Es ist einleuchtend, zu sagen, daß alle Menschen auf Erden dem Messias folgen sollen. Jesus sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben und niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ (Joh. 14:6) Die Bedeutung dessen, was Jesus hier sagte, würde noch klarer verständlich sein, hätte er das Wort Liebe dazugenommen: Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Leben und die Liebe und niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Eltern und Kinder

Die Vereinigungsprinzipien der Vereinigungsbewegung lehren, daß Energie erzeugt wird, wenn sich Subjekt und Objekt vereinigen. In der Familie haben die Eltern die Position des Subjekt – Partners inne und die Kinder stehen in der Position des Objekt – Partners. Nehmen sie eine Wechselbeziehung der Liebe miteinander auf, so entsteht daraus eine neue Entität – eine Wahre Familie. Diese Einheit wird nun zu einem neuen Objekt, das sich mit einem größeren Subjekt verbinden kann. Ist Gott dieses Subjekt, dann wird die Eltern – Kind – Einheit eins mit Gott. Wir können auch sagen, daß, wenn eine vollkommene Subjekt – Objekt – Beziehung mit Gott ausgerichtet auf sein Ideal der Liebe errichtet wird, Gott und die Menschheit in vollkommener Einheit zusammenkommen können. Wenn dieser Bereich der Liebe zwischen Gott und Mensch Realität wird, so wird das Licht der Liebe das Universum erhellen, so strahlend und beständig wie die Sonne.

Nicht nur daß jede Person eine lebenverbindende Entität ist, in der sich das Leben beider Elternteile verbindet, wir sind darüber hinaus auch die Partner der Liebe unserer Eltern. Wir sind eins mit Ihrer Liebe. Weiters sind wir verbunden mit ihren Idealen, einschließlich Freude und Frieden. Für Eltern kann die Freude über einen weltlichen Erfolg niemals mit der Freude, die sie empfinden, wenn sie sich mit ihrem verlorenen Kind wiedervereinigen verglichen werden. Das zeigt, daß ein Kind die höchsten Ideale seiner Eltern verkörpert.

Jeder einzelne ist verbunden mit der Lebenslinie, der Liebeslinie und der Linie der Ideale seiner oder ihrer Eltern und niemand kann diese Verbindungen durchtrennen. Selbst Gott und auch das Universum können das nicht tun. Im Gegenteil, es ist eine Tatsache, daß alle Kräfte des Universums dahingehend zusammenwirken, diese Verbindungslinien zu schützen. Das ist deswegen so, weil die Eltern die Ursache und die Kinder das Resultat sind. Eltern und Kinder sind, ausgerichtet auf die Liebe, eins. Ursache und Wirkung vereinigen sich, um einen substantiellen Bereich der Liebe zu bilden. Das ist das Prinzip des Universums.

Aus diesem Grund werden Eltern ihren Kindern folgen, wohin sie auch gehen. Selbst in der geistigen Welt werden unsere Eltern immer wünschen mit uns zusammen zu sein. Daher ist es ein furchtbares Verbrechen, wenn eine Person die Gegenwart seiner Eltern verschmäht. Solch ein Verhalten reißt das Universum in Stücke. Wenn jemand nicht mit seinen Eltern zusammen sein mag, so bedeutet das, daß er sich bereits vom ursprünglichen Prinzip in Richtung Fall wegbewegt.

Aus diesem Grund zählen Aktivitäten wie kindliche Treue, d.h. die Eltern zu lieben und für sie zu sorgen wie sie es für uns tun, zum Wertvollsten, was wir tun können. Das drückt auch der Spruch: „Das Glück kommt zu einer harmonischen Familie“ aus. Andererseits, wenn Eltern sich trennen und sich scheiden lassen, so kommt das einem Durchtrennen ihrer Kinder in zwei Hälften gleich. Das Gesetz des Universums erlaubt derartiges nicht. Eltern, die dieses Gesetz brechen, werden überall auf Unglück stoßen, wo sie auch hingehen, und sie werden niemals tiefe, echte Freude finden.

Die 3 Stufen des Lebens

Jede Person ist das Resultat von drei Arten von Eltern. In der Position der ersten Eltern steht die materielle Welt. Elemente der materiellen Welt gehen eine Verbindung ein mit dem Zweck, jede Person als ein Zentrum der materiellen Welt und als ein komplexes materielles Wesen zu formen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet können wir sagen, daß diese physischen Elemente unsere Ahnen sind, die uns hervorgebracht haben. Aus einer anderen Sicht ist die materielle Welt aber auch eine Erweiterung des Menschen. Das Universum ist so beschaffen, daß die Materie nur im Ideal der Liebe ihre wirkliche Erfüllung finden kann. Nur in diesem Ideal der Liebe ist es möglich, daß alle Zellen in Ruhe und Frieden miteinander leben und arbeiten können. All das aber wird immer dann zerstört, wenn diese Person in Wut ausbricht.

Unsere zweiten Eltern sind unsere physischen Eltern. Indem sie uns geboren haben gaben sie uns eine konkrete Form und in diesem Ausmaß sind sie die Meister unseres Lebens. Dennoch, so sehr sie es auch versuchen mögen, diese Eltern können nicht die Meister unserer Liebe sein.

Der Meister unserer Liebe ist Gott. In diesem Zusammenhang gesehen existiert Gott in der Art, daß die Liebe auf das gesamte Universum ausgeweitet und ewig gemacht wird. Da Gott das Subjekt der Liebe ist, wird er zu unseren Eltern, ausgerichtet auf die Liebe. Aus diesem Grund ist Gott unsere dritten Eltern. Wir haben also drei Eltern, die uns hervorgebracht haben.

Das menschliche Leben kann in drei Abschnitte eingeteilt werden: Das Leben im Mutterleib, das ungefähr zehn Monate dauert, das Erdenleben, das bis zu ca. 100 Jahre dauern kann und das Leben in der geistigen Welt, das zehntausende von Jahren und die ganze Ewigkeit hindurch andauern wird.

Betrachten wir unser Gesicht, so finden wir darin drei Stufen: den Mund, die Nase und die Augen. Diese widerspiegeln die drei Abschnitte unseres Lebens. Der Mund symbolisiert den Abschnitt im Mutterleib, der der Welt der Materie zugeordnet wird. Die Nase symbolisiert den Abschnitt des Erdenlebens, in dem wir mit Menschen zusammen sind. Die Augen symbolisieren den Abschnitt im Himmel, der die geistige Welt ist.

Für den Fötus ist die Wasserwelt des Mutterleibes eine Welt vollkommener Freiheit. Interessanterweise fühlt sich der Fötus, obwohl er in die Enge des Mutterleibes hineingezwungen ist, vollkommen frei. Er kann dort seine Beine nicht so weit ausstrecken wie er vielleicht möchte und er ist von der Nabelschnur abhängig, durch die er atmet und seine Nahrung für das Überleben bekommt, da beide, der Mund und die Nase, in dieser Welt des Wassers unbrauchbar sind. Dennoch ist für den Fötus die Welt des Mutterleibes eine Welt vollkommener Freiheit.

Zur Zeit der Geburt, denken Sie, daß der Fötus sagt: „Ich gehe nun in eine Welt, um wohlschmeckenden Reis und süßen Honig und Kuchen mit meinem Mund zu essen?“ Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Er würde vielmehr sagen: „Oh nein! Ich möchte hier bleiben!“ Aber wenn die Zeit gekommen ist, muß er den Mutterleib verlassen, auch wenn ihm das nicht paßt. Er hat keine andere Wahl. Ist das Fruchtwasser einmal abgeflossen, so folgt der Fötus bald danach. Das ist, wie normalerweise eine Geburt abläuft.

Sobald das Baby geboren ist, macht es den ersten Schrei. In diesem Augenblick beginnt es durch seine Nase zu atmen und wird verbunden mit der zweiten Welt – der Welt der Luft.

Hat nun das Baby den Mutterschoß verlassen und ist in die Welt der Luft übergewechselt, so wird die Nabelschnur durchgetrennt und zerstört und mit ihr alles, was in der Welt des Mutterleibes so wichtig war. Mit dem Tod dieser Dinge ist das Baby an die Brust seiner neuen Mutter geboren – unserem Planeten Erde. Es beginnt mit seinem Mund zu essen und mit seiner Nase zu atmen. Die Nahrung, die wir während unseres Erdenlebens zu uns nehmen, nährt unseren physischen Körper, aber sie beinhaltet nicht die essentiellen Elemente unseres Lebens. Dieses Lebenselement ist nichts anderes als die Liebe. Daher ist es notwendig, während der Zeit, die wir auf Erden leben, die Liebe zu atmen. Wir atmen diese Luft der Liebe, die von unserer Mutter und unserem Vater kommt.

In der Liebe wachsen

Ein neugeborenes Baby sucht automatisch die Brust seiner Mutter und findet sie, indem es dem Puls der Liebe folgt. Ob die Mutter nun hübsch oder nicht so schön ist, ist für das Baby bedeutungslos. Das einzige was zählt ist, das sie seine Mutter ist. Das ist ein heiliges Schauspiel, das sich in unendlicher Vielfalt immer wiederholt. Wir wurden in Liebe geboren und wir wachsen, indem wir die Liebe empfangen. Jeder von uns ist die substantielle Frucht der Liebe seiner oder ihrer Eltern. Das Wesen der Liebe unserer Eltern ist in uns sichtbar gemacht worden. Eltern lieben ihre Kinder, weil sie die Frucht ihrer Liebe sind. Unendliche Liebe kann sich aus dieser Frucht herausentwickeln. Auf diese Weise sind wir mit der Liebe des Individuums, der Familie, des Stammes, der Nation, der Welt, des Universums und schließlich mit der Essenz der Liebe Gottes verbunden.

Sobald wir geboren sind, übernehmen unsere Eltern die Verantwortung, uns, während unseres Erdenlebens, zu guten Menschen zu machen. Unsere Eltern agieren anstelle der Welt, der Nation und der Familie und sie lehren uns, wie wir uns versorgen können. Von ihnen bekommen wir die materiellen Dinge, die wir benötigen und sie sorgen für unsere Ausbildung, damit wir als Individuum Vollkommenheit erreichen. Auf dieser Basis tut sich uns dann das horizontale Fundament der Liebe auf – die Liebe der ehelichen Partnerschaft.

Unsere Eltern tragen die Verantwortung für uns bis wir heiraten. Nach der Hochzeit ererben wir die Liebe, die unser Vater und unsere Mutter miteinander geteilt haben. Wenn wir heiraten und unsere eigenen Kinder großziehen, so beginnen wir zu verstehen, wie sehr uns unsere Eltern geliebt haben, und auf diese Weise ererben wir die Elternliebe. So wird das Individuum fähig Liebe vollständig zu geben und zu empfangen. Auf diesem Weg reift jeder von uns als vollständiger Mann oder vollständige Frau heran.

Wir werden geboren, um in der vertikalen Liebe heranzureifen und uns später in der horizontalen Liebe zu engagieren. Das ist der einzige Weg den integrierten Bereich der Liebe zu finden. Himmel und Erde ergeben zusammen eine kugelförmige Welt, die alle Dimensionen von oben und unten, rechts und links, vorne und hinten in sich hat. Sind die vertikalen und die horizontalen Liebesbeziehungen miteinander verbunden, dann interagieren sie, sie drehen sich, integrieren einander und werden schließlich zu einem einzigen Zentrum der Harmonie. Ist die vertikale Liebe von Himmel und Erde einmal als Achse innerlich und äußerlich stabil errichtet, so entspringt hier die Notwendigkeit zur horizontalen Liebe. Das geschieht in der Spätphase der Pubertät.

In dieser Zeit scheint selbst ein Blatt, das vom Herbstwind über die Wiese gefegt wird, inspirierend. Mädchen, die vorher sehr zurückgezogen waren, beginnen plötzlich ihr Haar zu stylen. Sie verwenden Make-Up und probieren alle Arten von Kleidern und Accessoires aus. Auch ihre Interessen weiten sich aus. Das sind horizontale Ausdrucksformen der Liebe.

Der Pfad des Lebens

Wir alle sind Wanderer auf dem Pfad des Lebens. Das wichtigste auf diesem Pfad ist, daß wir vertikale Liebe erfahren und verkörpern. Wir müssen eine Familie mit der Liebe wahrer Eltern, wahrer Ehemännern und Ehefrauen, wahrer Brüder und Schwestern und wahrer Söhne und Töchter errichten. Danach sollen wir uns horizontal ausbreiten indem wir zu vielen Familien werden, die in alle Richtungen hin ausströmen. Wenn diese Familien das Horizontale und das Vertikale miteinander verbinden indem sie sich, verbunden mit den Ebenen des Stammes, der Gesellschaft, der Nation und der Welt als wahre Familien manifestieren, so wird diese Welt, in der alles untereinander durch die wahre Liebe verbunden ist, zum Himmelreich.

Wenn Mann und Frau einander lieben, so symbolisiert das die Absicht und die Ordnung Gottes. Die Eltern repräsentieren die ursprüngliche Position Gottes. Hier verkörpern der Mann und die Frau jeweils unterschiedliche Seiten von Gott. Auch jedes Kind ist wie ein kleiner Gott. Wenn sich nun die verschiedenen Mitglieder der Familie mit der wahren Liebe Gottes, der die ursprüngliche Wesenheit der Liebe ist, verbinden, so formen sie mit Gott zusammen einen Körper. Die Eltern sind in diesem Falle die Verkörperung Gottes und repräsentieren ihn. Mann und Frau, jeder der beiden, repräsentiert Gott und die Kinder repräsentieren ihn auch. So entstehen drei Generationen ausgerichtet auf die wahre Liebe, die in der Position Gottes stehen.

Das ist der Grund, warum alle Familienmitglieder – Eltern, Mann, Frau und Kinder – wahre Liebe brauchen. Eine solche Familie, ausgerichtet auf die Wahre Liebe, ist das Fundament für das Himmelreich. Wenn wir nicht zuerst ein solches Fundament errichten, so kann das Himmelreich niemals errichtet werden. Das ist die Formel. Die Familie ist also das Zentrum des gesamten physischen Universums. Die Menschen verstehen heute nicht, daß es ihre Familie ist, die ihr Land, die Welt und das Universum repräsentiert. Sie wissen nicht, daß ihre Familie das Zentrum ist. Das Auseinanderreißen einer Familie ist somit ein Akt der Rebellion gegen das Land, die Welt und das Universum.

Da eine vollkommene Familie das Fundament für ein vollkommenes Universum ist, kann eine Person, die das Universum so liebt wie seine eigene Familie, überall hinreisen. In diesem Falle sitzt Gott als Eltern des gesamten Universums im Zentrum all dieser vielfältigen Liebesbeziehungen.

Werden ein Mann und eine Frau in der wahren Liebe eins, so werden sie zum idealen Paar und errichten eine wahre Familie. Indem sie das tun stehen sie in der Position, die Gott repräsentiert und sind so mit allem im Universum verbunden. Tritt dieser Fall ein, so gehört alles was Gott gehört auch ihnen. Denken Sie, wie wunderbar das sein würde! Das ist der Grund dafür, daß wir ganz natürlich die Sehnsucht haben, die Schöpfung beherrschen zu wollen.

Mann und Frau werden ein Paar, um Familien, Gesellschaften Nationen und die Welt zu errichten. Daher muß die Familie, ausgerichtet auf einen Mann und eine Frau, das Muster für den Stamm sein. Dieser Stamm wiederum ist das Modell für die Nation. Familien müssen danach streben zu einer idealen Familie, einem idealen Stamm und einer idealen Nation zu werden. Aus diesem Grund können keine idealen Nationen entstehen, solange nicht vorher ideale Familien entstanden sind.

Gott und meine Familie

Verehrte Gäste! Die Größe der wahren Liebe liegt darin, daß sie uns befähigt Gottes Objekt-Partner zu werden und sie befähigt Gott, daß er uns wird. Die Bibel spricht davon, daß Gott in uns ist und daß Jesus in uns ist. Das ist vergleichbar mit der Idee, daß die Eltern in ihren Kindern sind, das Enkelkind ist in seinen Großeltern und die Großeltern sind in ihrem Enkelkind.

Eine Großmutter und ein Großvater sollten ihre Herzen aneinander binden ausgerichtet auf ihre Enkelkinder. Das ist notwendig, damit die vertikale Linie der Liebe ihren Anfang nehmen kann. Auch müssen sich Enkelkinder mit ihren Großeltern verbinden. Die Großeltern sind in der gleichen Position wie Gott und wir sollten mit ihnen sein, so wie wir mit Gott sind. Enkelkinder werden die vertikale Achse der Liebe niemals finden, wenn sie das nicht tun.

Nachdem diese vertikale Achse errichtet wurde kann sich die horizontale Ausweitung in Gang setzen. Das Horizontale kann in alle Richtungen gehen, aber im Vertikalen gibt es nur eine Richtung. Das Horizontale kann sich nach Nord, Süd, Ost oder West wenden; es hat einen Spielraum von 360 Grad. Das Vertikale hingegen kann sich nur von einem Punkt aus bewegen, und es kann sich nicht aufsplittern.

Unsere vorrangigste Aufgabe ist es Geist und Körper ausgerichtet auf die wahre Liebe zu vereinen. Darüber hinaus müssen wir verstehen, wie wir in der geistigen Welt, die eine vertikale Welt mit Gott im Zentrum ist, lieben können. Weiters sollten wir, wenn in der Zukunft ein zentrales Land entsteht, die Menschheit ausgerichtet auf dieses Land lieben. Wenn wir die geistige Welt und die gesamte Menschheit mittels Opfer, Dienst und Hingabe lieben, so werden wir automatisch zu zentralen Persönlichkeiten, die über beide Welten Herrschaft ausüben und sie zusammenführen können. Dann wird Gott hier ganz sicher wohnen.

Die gesamte geistige Welt verbunden mit dem gesamten physischen Universum nennen wir Kosmos. Die geistige Welt und das Universum lechzen nach der Vereinigung des Kosmos ausgerichtet auf die wahre Liebe. Die wahre Liebe kann den Kosmos vereinigen. Wahre Liebe kann alle Familien zu wahren Familien machen und sie untereinander vereinen. Daraus können wir schließen, daß wahre Liebe das einzige ist, was die Menschheit wirklich absolut braucht, ob wir nun auf Erden leben oder in der geistigen Welt.

Die wahre Liebe wirkt auf alle Wesen anziehend. Auch Tiere und Pflanzen fühlen sich von denjenigen angezogen, die wahre Liebe besitzen. Sie möchten, daß eine solche Person ihr Herr und Meister ist. Jedes Wesen versucht sich mit dem zu verbinden, der die wahre Liebe besitzt. Die Sehnsucht aller Dinge ist es, der Person nahe zu sein, mit ihr zu leben und sich unter deren Herrschaft zu begeben, die wahre Liebe besitzt.

Daraus läßt sich schließen, daß es auf dieser Welt nichts wertvolleres gibt als eine wahre Person, die die wahre Liebe besitzt.

Wir Menschen haben keine Flügel. Wollen wir aber nun weiter fliegen als ein Vogel oder ein Insekt oder wollen wir unseren Planeten schneller umkreisen als das mit einem Flugzeug möglich ist, so müssen wir die Enge unseres physischen Körpers verlassen. Selbst der schnellste Läufer kann nicht sehr weit laufen. Als die höchste aller Schöpfungen stehen wir als Menschen in einer Wechselbeziehung, die der Gottes gleich ist. Daher sollten wir Menschen schneller agieren können als die Elektrizität oder das Licht, das 300.000 Kilometer Pro Sekunde zurücklegt. Es ist unser geistiges Selbst, das uns derartiges ermöglicht. Ich kann hier in Seoul (Korea) sein und mein geistiges Selbst kann nach New York und zurück reisen, schneller als der Blitz. Das geistige Selbst ist fähig, sich mit der Geschwindigkeit eines Gedankens zu bewegen.

Das schnellste auf dieser Welt sind nicht elektromagnetische Wellen. Es ist die Liebe. Die Liebe bewegt sich schneller, und sie fliegt höher als alles andere in der Welt. Wenn sich zwei Menschen, die sich auf entgegengesetzten Erdteilen befinden, lieben, so ziehen sie sich, den ganzen Globus umfassend, an. Das ist die Macht der Liebe.

In der Welt des vollkommenen Gottes hat eine Person, die die wahre Liebe erfährt, die Fähigkeit und die Autorität das unmittelbar zu besitzen, was Gott will.

Es ist notwendig für den Menschen das zu erleben, solange er noch auf Erden weilt. Wir können in diese Position nur hineinwachsen, wenn wir unser physisches und unser geistiges Selbst vereinigen indem wir eine Liebesbeziehung mit Gott, ausgerichtet auf die wahre Liebe, errichten. Wir können Gottes Liebe spüren indem wir unsere Mitbürger, die Menschen aller Erdteile und die Schöpfung lieben. Jeder von uns, ungeachtet seiner oder ihrer Nationalität, muß sein Herz entwickeln und die Menschen aller Rassen lieben lernen. Wir sollten aber nicht nur Menschen lieben, sondern sogar die kleinsten Mikroorganismen. Diese Liebe muß ganz natürlich aus uns herauskommen. Wenn eine Blume blüht, so entfalten sich ihre Schönheit und ihr Duft ganz von selbst. Die Blüte der Liebe sollte genau so sein. Der Duft der Liebe soll ganz natürlich die Luft erfüllen. Um das zu erreichen benötigen wir die Nährstoffe, die es unserer Blüte der Liebe ermöglichen, aufzublühen. So wie die Pflanzen ihre Nahrung aus der Erde und aus der Sonne beziehen, so beziehen wir unsere Nahrung aus unserem geistigen und unserem physischen Selbst. Wir bekommen die Vitalitätselemente durch unseren Körper und die lebenden Geistelemente durch unser geistiges Selbst.

Auf diesem Weg werden wir zu Wesen, die vollständig für die Liebe ausgerüstet sind und so entwickeln wir auch die Fähigkeit überall hin fliegen zu können. Treten wir in dieses Stadium ein, so wird das Sonnensystem und das ganze Universum zur Bühne für unsere Aktivitäten.

Die nächste Welt

Wenn Menschen ihr Erdenleben beenden, so gehen sie durch eine zweite Geburt. Wir nennen diesen Vorgang den Tod. Den Ort, in den wir durch diese zweite Geburt hineingeboren werden, nennen wir geistige Welt. Wir betreten die geistige Welt und anstatt des ganzen Universums empfangen wir die Liebe von Gott – unseren dritten Eltern. Das heißt, wir empfangen die ideale Liebe. Daher ist in der geistigen Welt Vereinigung unausbleiblich.

Im Moment unseres Todes stoßen wir die zweite Welt, die Welt der Luft, ab und wir verbinden uns vollständig mit der dritten Welt – der Welt der Liebe. Wir lassen die Liebe unserer physischen Eltern und Geschwister zurück und betreten die geistige Welt. Dort gehen wir schließlich in die Welt der Liebe ein, indem wir uns mit dem ursprünglichen Körper Gottes verbinden. Der Same kommt vom ursprünglichen Körper. Er muß Früchte bringen und zum ursprünglichen Körper zurückkehren.

In der geistigen Welt leben und atmen die Menschen ausgerichtet auf die Liebe. Eine Person, der es vorher nicht gelungen ist einen vollkommenen Charakter der Liebe zu entwickeln, wird in ihrer oder seiner Bewegungsfreiheit dort entsprechend eingeschränkt sein. Diese Person kann sich also dann nicht frei bewegen. Wenn es dort beispielsweise Tore gibt, die es zu durchschreiten gilt, so mag diese Person eines der Tore passieren können, aber das nächste nicht. Möchte sich eine Person jedoch in jeder Jahreszeit, an jedem Ort und in jeder Zeit bewegen, so muß sie vorher den Charakter seiner Liebe zur Vollkommenheit entwickelt haben. Aus diesem Grund wurden die Menschen so geschaffen, daß sie in ihrem Leben durch die drei Abschnitte gehen.

Eine Libelle lebt zuerst als Larve und schwimmt im Wasser herum. Dann klettert sie an Land und kriecht dort eine Zeitlang herum. Schließlich beginnt sie zu fliegen und fängt und frißt Insekten, von denen sie sich, als sie noch an Land lebte, niemals vorgestellt hätte, daß sie sie jemals fangen und fressen werde. Sie fliegt herum und hat die ganze Welt als Bühne. Es gibt viele Insekten, die Flügel besitzen und sich in drei Stufen entwickeln: im Wasser, auf dem Land und in der Luft. Menschen, die als die Krone der Schöpfung geschaffen wurden, besitzen Flügel einer höheren Dimension.

Wir wurden aus der Liebe geboren, leben in der Liebe und gebären unsere Söhne und Töchter durch die Liebe als Repräsentanten Gottes. Schließlich erreichen wir den Rastplatz der Liebe und kehren zu Gott zurück, um ewig in seiner Gegenwart zu leben. In anderen Worten ausgedrückt: wir beginnen unser Leben in Liebe, wir reifen in der Liebe heran und werden schließlich als Frucht der Liebe geerntet. Wenn jemand stirbt, so erntet er die Frucht seiner Liebe.

Tod, wo ist dein Stachel?

Während unseres Lebens empfangen wir die Liebe unserer Eltern, wir teilen die Liebe als Mann und Frau und geben unsere Liebe unseren Kindern. Auf diese Weise bringen wir alle Samen unserer Liebe zum Reifen, die in der inneren Welt der Liebe gesät wurden. Schließlich ernten wir die Frucht und gehen in die nächste Welt. Wenn wir daher in der Liebe vollständige Vereinigung erreichen, so widerspiegeln wir Gott. Arbeiten ein Ehemann und eine Ehefrau zusammen um die drei Stufen der Liebe zu vollenden und gehen dann in die geistige Welt, so werden sie dort als Schöpfer und Meister in ständiger Wechselbeziehung mit Gott, der das ewige Subjekt ist, leben. Das geschieht, wenn eine Ehemann und eine Ehefrau ausgerichtet auf die Liebe sterben. Wir beginnen und schließen mit Gott.

Der Grund warum wir sterben müssen, ist, daß unsere Liebe, solange wir an den physischen Körper gebunden sind, sehr begrenzt ist. Unser physischer Körper ist ungeeignet die richtige Macht als Objekt-Partner der unendlichen Liebe Gottes zu entfalten. Aus diesem Grund müssen wir zu einem Geist werden, der unsichtbar ist.

Weiters sterben wir, um mit dem Ideal der Liebe eins werden zu können, zusammen mit dem ganzen Himmel und der ganzen Erde. Aus diesem Grund ist der Tod in Wirklichkeit kein Leidensweg, sondern vielmehr der Zeitpunkt, an dem das Tor zur Freude weit geöffnet wird, das es uns ermöglicht kosmische Liebe zu besitzen.

Zu sterben bedeutet also, daß wir uns von der Welt des Landes, in dem wir bisher gelebt haben, auf den Weg machen in eine Welt, in der wir frei herumfliegen können. Wir gehen durch den Tod, um mit der Liebe qualifizierte Wanderer zu werden, die sich am ganzen Universum erfreuen können. Daher ist der Tod in der Tat eine neue Geburt.

Wir begannen im Mutterleib. Der Mutterleib war die erste Welt, die uns genährt hat. Mit der Geburt trennten wir uns von dieser Welt und betraten eine neue Welt. In ähnlicher Weise trennen wir uns mit unserem Tod von unserem Körper und fliegen weg von ihm, der uns nun (so eng) erscheint, wie damals der Mutterschoß. Daher können wir sagen, daß der Mensch zuerst durch die Welt des Wassers und die Welt des Landes und der Luft geht bis er schließlich in der ewigen Welt der Liebe weiterlebt.

In der geistigen Welt ist die Liebe das Lebenselement. Solange Sie dort Ihre Anweisungen in Liebe geben, wird Ihnen alles erfüllt werden und nichts wird Ihnen unmöglich sein. Selbst wenn eine Milliarde Menschen gleichzeitig sagen, sie möchten ein Festmahl, so wird das Mahl bereitet und der Tisch in diesem Moment gedeckt sein. Wenn alle Gäste sagen sie möchten Prinzen und Prinzessinnen sein, so werden sich alle sofort in tatsächliche Prinzen und Prinzessinnen verwandeln. All das ist in der geistigen Welt tatsächlich möglich.

Da Sie nun diese Dinge wissen, möchten Sie noch immer hier auf dieser Erde weiterleben oder möchten Sie lieber in die nächste Welt hinüberwechseln? Solange wir im Mutterleib sind denken wir, daß das für uns der beste Ort zum leben sei. Wir verbringen unsere Zeit damit zu stoßen und zu treten. Würde jemand versuchen uns vor der Zeit herauszunehmen, so würde uns das bestimmt nicht gefallen. Wenn dann aber schließlich die Zeit gekommen ist den Mutterschoß zu verlassen, so erleben wir das wie einen Tod und eine Rückkehr zum Leben zugleich. In gleicher Weise erleben wir den Tod unseres Körpers. Wir sterben und kommen gleichzeitig zurück zum Leben. Daher ist der Tod tatsächlich eine zweite Geburt.

Das Leiden Gottes

Meine Damen und Herren, unser Lebensweg ist keine geebnete Straße. Das ist deswegen so, weil der Mensch gefallen ist. Der Fall unserer menschlichen Ureltern hatte nicht nur das menschliche Elend zur Folge. Auch Gott mußte durch dieses Elend gehen. Daher widmen wir unser Leben nicht nur dem Erreichen der idealen Welt. Ein noch wichtigeres Ziel für unser Leben ist es, die Sorgen und die Qualen im Herzen Gottes, der der Ursprung allen Lebens ist, zu bereinigen, damit, wenn dann die Menschen schließlich den Punkt der Freude erreichen, auch Gott glücklich sein kann. Gott und Mensch gingen in der gleichen Situation durch den Kurs der Geschichte und strebten dem gleichen Ziel zu.

Als Resultat der Tatsache, daß Gott Adam und Eva verloren hatte, ging er den allerschwierigsten Weg – einen Weg, den niemand zu gehen wählen würde. Auch die Menschheit ging diesen unvermeidlichen Schicksalsweg, der durch den Sündenfall beschritten werden mußte, immer in der Hoffnung des Tages der Erlösung.

Die glühendste Hoffnung der Menschen in Bezug auf Gott war es immer Sohn oder Tochter Gottes zu werden. Das kommt daher, daß keine Beziehung intimer sein kann als die zwischen Eltern und Kind. Wir wurden geboren, weil das Leben und die Liebe unserer Eltern zusammengekommen sind, und deshalb repräsentieren wir auch ihre Ideale. Aber Worte wie Liebe oder Ideale beziehen sich niemals auf nur eine Person. Leben kann nicht von einem einzelnen allein geschaffen werden, sondern es kommt aus einer Beziehung zwischen Mann und Frau. Als Gott die Menschheit erschuf, schuf er uns als Objekt-Partner seiner Liebe, seines Lebens und seines Ideals. Das ist verblüffend und unglaublich. Würde ich nicht existieren, so hätte die Liebe meiner Eltern niemals sichtbare Form angenommen. Die Liebe, das Leben und das Ideal meiner Eltern existieren in Verbindung mit mir. Ich bin die Frucht der Liebe, des Lebens und der Ideale meiner Eltern. Aus diesem Grund ist die Position des Kindes die wertvollste unter allen anderen Positionen.

Es ist bemerkenswert, daß meine Eltern und ich von dem einen Punkt aus beginnen, wo die Liebe meiner Eltern meine Liebe, das Leben meiner Eltern mein Leben und die Ideale meiner Eltern meine Ideale sind. Aus diesem Grund schauen die Eltern auf ihre Kinder und sagen: „Das sind die Söhne und Töchter, die wir lieben.“ Eltern erahnen, erkennen und wissen, daß ihre Kinder die Verkörperung ihrer Liebe, ihres Lebens und ihrer Hoffnungen sind.

Eltern können keinen einzigen Tag verstreichen lassen, ohne ihre geliebten Söhne und Töchter zu vermissen. Auch wenn es nur einige Minuten her ist, daß sie sie das letzte Mal sahen, so möchten sie sie wiedersehen. Versucht jemand diese Beziehung zu zerreißen, so wird er herausfinden, daß das nicht möglich ist, denn Kinder sind Bein vom Bein ihrer Eltern und Fleisch vom Fleisch ihrer Eltern. Wenn ihre Kinder verschwinden, so fühlen Eltern als müßten sie sterben. All ihre Ideale sind gebunden an ihre Kinder.

Selbst Eltern, die in dieser Welt geboren wurden, wo sie, als Folge des Falles, der wahren Liebe, des wahren Lebens und der wahren Ideale beraubt sind, wissen was es bedeutet ihre Kinder so zu lieben. Um wieviel mehr muß das aber auf Gott zutreffen, der der Ursprung aller Eltern ist?

Wären Adam und Eva nicht gefallen, so wären sie die Kinder von Gottes direkter Linie und seine königlichen Nachkommen geworden. Das heißt, daß Adam und Eva in der Position von Prinz und Prinzessin waren, die das Himmelreich in der geistigen Welt und auf Erden hätten ererben sollen. Gleichzeitig waren sie, da sie als Objekt des unsichtbaren Gottes, der ihr Subjekt ist, geboren wurden, die substantiellen Wesen, die seine Liebe empfangen konnten. Sie waren substantielle Manifestationen des unsichtbaren Gottes.

Es ist das besondere Privileg eines Kindes Gottes, sagen zu können: „Gott ist mein. Alles was ihm gehört, gehört auch mir. Sogar seine Liebe, sein Leben und seine Ideale sind mein.“ Es liegt am Menschen diesen unglaublichen Wert wieder zu entdecken, der ursprünglich uns gehörte.

Die Mission des Messias

Gott ist das Subjekt der Liebe, das ewig existiert und daher müssen seine Liebespartner auch ewig leben. Wenn ich mit der Liebe Gottes eins werde, so wird Gott ich.

Wären Adam und Eva nicht gefallen, so wären ihre Körper zum Haus geworden, in dem Gott hätte leben können. Sie hätten Gott im Zentrum ihres Herzens einen Platz bereitet und wären zur Liebe, zum Leben und zur Linie geworden, die durch die wahre Liebe auf ewig vereint wären. Hätten sie das getan, so wären heute in uns Geist und Körper nicht in Konflikt.

Die Trennung von Gott bedeutet, daß wir das Leben und die Linie des Bösen ererbt haben ausgerichtet auf die gefallene Liebe. Wir wurden von gefallenen Eltern geboren. Aus diesem Grund müssen wir die Linie neu errichten. Wir müssen den falschen Olivenbaum hernehmen und ihn in einen wahren Olivenbaum verwandeln. Um das erreichen zu können, sollten wir an den wahren Olivenbaum aufgepfropft werden, mindestens durch drei Generationen gehen und die Frucht hervorbringen, die zum wahren Ölbaum wird indem sie zum ursprünglichen Standard zurückgeführt wird. Nur so können gefallene Menschen in den ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden. Das wird dann sein, wenn die Vorsehung der Erlösung abgeschlossen sein wird.

Auf diese Weise versucht Gott die Menschen zu Kindern der Eltern des Guten zu machen ausgerichtet auf die Liebe, die von ihm kommt. Das ist der Grund, warum Gott den Messias als Wahre Eltern auf die Erde sendet. Der Messias ist derjenige, der die Linie der gesamten Menschheit zu Gott zurückführt und das ursprüngliche Ideal der Schöpfung aufrichtet.

Alle Menschen möchten die besten sein. Wir möchten die Söhne und Töchter Gottes – Gottes Prinzen und Prinzessinnen, die Erben seines Königtums – werden. Jeder hat diese Sehnsucht. Da wir aber eine andere Linie ererbt haben klagen wir bei unserer Geburt, während unseres Lebens und wenn wir sterben. Aus diesem Grund sagen wir, daß das Leben ein Jammertal oder ein Meer des Leidens ist.

Daher ist es von größter Bedeutung, zu wissen, wie wir den Konflikt in uns zwischen Geist und Körper beenden und sie vereinigen können. Jemand, der seinen eigenen Geist mit seinem eigenen Körper nicht vereinigen kann, kann auch keine Rolle in der Vereinigung der Natur, der Welt oder der geistigen Welt spielen.

Der höchste Weg

Wenn Subjekt und Objekt eine Wechselbeziehung miteinander aufnehmen, so müssen sie sich mit einer übergeordneten Entität vereinigen. Möchten daher ein Mann und eine Frau eine Partnerschaft eingehen, so sollte dieses Paar der Partner eines übergeordneten Subjektes werden indem es der Nation als Patriot dient. Ein Patriot, der mit einem noch höheren Subjekt, der Welt, eine Partnerschaft eingeht, begibt sich auf den Weg ein Heiliger zu werden. Ein Heiliger sollte die noch größere Partnerschaft mit dem Kosmos eingehen und so den Weg eines Sohnes oder einer Tochter Gottes gehen. Nur nachdem wir den Weg des Sohnes oder der Tochter Gottes erreicht haben, können wir an Gott angepfropft werden.

Bevor wir die Bühne dieser Welt hinter uns lassen, sollten wir die Familie unserer Ureltern, Adam und Eva, übertroffen haben. Hätten Adam und Eva ihre Plätze in der Linie des Prinzen und der Prinzessin Gottes eingenommen, so wären sie die meistverehrtesten unter allen Männern und Frauen geworden. Aber sie trennten sich von Gott und verließen ihre versprochene Position als älterer Sohn und ältere Tochter, die Position des Kronprinzen und der Kronprinzessin. An dieser Tragödie hat sich die menschliche Geschichte hindurch nichts geändert. Daher beschritt die Menschheit ihren Weg auf der Suche nach der Position des ersten Sohnes und der ersten Tochter, so daß sie durch sie Gottes wahre Liebe wiedererlangen kann. Wollen wir seine wahre Liebe empfangen, so können wir nicht selbstsüchtig leben und uns in den Mittelpunkt stellen. Statt dessen sollten wir zum Wohle Gottes und der Menschheit, die sich aus unseren Brüdern und Schwestern zusammensetzt, leben. Je mehr jemand Blut und Tränen für seine Geschwister anstatt seiner Eltern vergießt, desto tiefer, weiter und höher wird die Liebe sein, die er empfängt. Es gilt diese Art von Sohn und Tochter zu werden, wenn wir alles von unseren Eltern ererben wollen. Jeder Mann und jede Frau muß diesen Weg gehen. Auch wenn wir dem Tod zehn oder hundert Mal ins Auge schauen, wir müssen unsere Suche nach Gottes wahrer Liebe fortsetzen. Das ist der höchste Weg des Lebens.

Unser ursprüngliches Heimatland

Die Vereinigungsprinzipien der Vereinigungsbewegung lehren, daß es zum Sündenfall kam als die ersten Menschen den Bereich der wahren Liebe Gottes verließen. Wiederherstellung bedeutet demnach, in diesen Bereich zurückzukehren. Betritt eine Person diesen Bereich der Liebe, so kann er nur auf seinen Körper schauen und ihn hunderte Male preisen. In dieser Welt wissen Sie, daß ihr Körper derjenige ist, der Gottes wahre Liebe empfängt. Worte können diese Freude nicht beschreiben. Diese wundervolle Welt wird Himmelreich genannt.

An dem Tag, an dem die Herzen von Männern und Frauen dieser wahren Liebe Gottes habhaft werden können, werden wir für die nächsten zehntausende von Jahren in Gesang und Tanz ausbrechen. Das Stadium, in dem wir von Gottes Liebe berauscht sind, ist so wunderbar, daß es niemals mit einem Alkohol- oder Drogenrausch auch nur verglichen werden kann. Eine solche Person kann sich an jede Person unter dem Himmel wenden und sie wird erwidern. Selbst die Betrachtung des Wassers, das in einem Bach dahinfließt, wird uns dazu anregen, für Jahrtausende zu singen. Im Himmel wird selbst ein einfacher Flüsterton unergründliche Zärtlichkeit besitzen.

Alles wird erreicht sein, daher wird es keine Notwendigkeit für Gold, Schätze oder irgend etwas anderes mehr geben. Aus dieser Perspektive besteht der Wert des Menschen darin, daß er die Position eines Meisters einnimmt, der mit allem im Universum durch wahre Liebe und durch das Erleben von Liebe vertraut ist. Auf die Erfüllung dessen zielt der Lebensweg ab, den die Menschheit gehen muß.

Bis heute wußten die Menschen relativ wenig über die geistige Welt. Sie ist eine Welt, in der Menschen in dem Maß anerkannt werden wie nahe sie dem göttlichen Prinzip der Existenz – dem Prinzip zum Wohle des anderen zu leben – gekommen sind. Eine Welt, die auf diese Inhalte aufbaut ist das ideale Himmelreich.

Das ist unser ursprüngliches Heimatland, nach dem die Menschheit suchen sollte. Heute leben wir als gefallene Menschen, die von ihrer Heimat vertrieben wurden, daher ist es unser Schicksal dorthin wieder zurückzukehren. Trotzdem können wir das nicht alleine tun.

Gott hat die Geschichte hindurch daran gearbeitet dieses Problem zu lösen indem er zahlreiche Religionen in Übereinstimmung mit den unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Brauchtum und Traditionen verschiedener Nationen errichtete. Er machte das, damit die Menschen einen Weg finden können, der sie zurückführt. Religion ist der Übungsplatz, wo wir unsere Qualifikationen kultivieren können, die uns befähigen in unser Heimatland zurückzukehren. In Übereinstimmung mit dem kulturellen Hintergrund jeder Religion führt uns Gott in Richtung einer vereinten Welt der Religionen, die uns auf eine höhere Ebene heben kann.

Da es der Zweck der Religion ist uns zu diesem Heimatland zu führen, muß sie uns lehren, für andere zu leben. Je fortgeschrittener eine Religion ist, desto stärker betont sie dieses Prinzip des Lebens für andere neben Demut und Bescheidenheit. Religion lehrt uns alle Menschen zu achten und durch Dienst- und Opferbereitschaft die Position einzunehmen für andere zu leben.

Lassen Sie uns das neue Jahrtausend zu einem Zeitalter des wahren Friedens und des wahren Ideals machen, in dem die Menschen den Weg der wahren Liebe praktizieren. Ich hoffe, daß wir unseren ursprünglichen Wert als wahre Menschen ausgerichtet auf Gott wiedererlangen, und daß wir zu wahren Familien werden können, die auf ewig für andere leben, ausgerichtet auf Gott und die Wahren Eltern. Mögen Ihre Familien und Ihr Land erfüllt werden mit dem immer wachsendem Überfluß der Liebe und des Segens Gottes.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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