Vereinigungskirche

1. Hintergrund

v-theologie

Dr. Young Oon Kim
VEREINIGUNGSTHEOLOGIE
Eine Annäherung

DAS RELIGIÖSE ERBE KOREAS

Das religiöse Erbe Koreas hat zur Lehre der Vereinigungskirche beigetragen. Da die neue Bewegung zuerst auf koreanischem Boden in Erscheinung trat und von der koreanischen Lebensphilosophie genährt wurde, nahm sie natürlicherweise einige Einflüsse der Umgebung in sich auf. Wie orthodoxe Kirchen nicht ohne den christlichen Hellenismus verstanden werden können, wie die römisch-katholische Kirche ein Produkt der lateinischen Zivilisation ist, so profitierte auch die Vereinigungskirche in hohem Maße von der spirituellen Kultur Ihres Heimatlandes.

Koreas angestammte Religion war wie in den meisten frühen Zivilisationen eine Form des Schamanismus. Dieser ursprüngliche Glaube lebt fort und übt immer noch einen beträchtlichen Einfluss aus. Obwohl die Koreaner an eine Vielzahl übernatürlicher Wesen glaubten, sowohl gute wie böse, verehrten sie meist den einen höchsten Geist, Hananin, den Urheber und wohltätigen Herrscher der Schöpfung. Dieser hohe Gott wurde auf Bergheiligtümern angebetet, wobei ihm zu bestimmten Zelten Tieropfer dargebracht wurden. Besonders wichtig waren Frühlings- und Erntefeste. Nähere Einzelheiten kann der Leser in meinem Buch ,,Faiths of the Far East“ finden.(1)

Von Bedeutung im Rahmen unseres heutigen Textes ist vor allem, dass die Koreaner seit undenklichen Zelten an die Existenz eines einzigen Herrn des Himmels und der Erde sowie zahlloser untergeordneter Geistwesen glaubten. Von den frühesten Zeiten an haben die Koreaner direkten Kontakt mit übernatürlichen Kräften erfahren.

Ferner betonte der Schamanismus, Korea spiele eine einzigartige Rolle in der Menschheitsgeschichte. Traditionell kleideten sich Koreaner in Weiß, weil dies Ihren Glauben symbolisierte, sie seien Kinder des göttlichen Lichtes. Jahrhundertelang lehrten die Schamanen, dass die Koreaner für einen besonderen Plan Gottes mit der Menschheit auserwählt seien. Darin liegt die religiöse Dimension des koreanischen Patriotismus.

Als sich dann der Buddhismus von Indien her über Ostasien ausbreitete, fasste er in Korea Fuß. Tausend Jahre lang war der Mahayana Buddhismus, der über China nach Korea gekommen war, sowohl Hofreligion als auch Volksglauben der koreanischen Monarchie. Eine große Zahl buddhistischer Tempel wurde auf Staatskosten gebaut. Mönche und Nonnen gehörten zum Bild der koreanischen Gesellschaft. Erziehung und schöne Künste waren von buddhistischer Lehre geprägt. Mächtige Äbte waren die Ratgeber des Königs sowie die Lehrer der traditionellen Moral. Der religiöse, ethische und kulturelle Einfluß, den ein ganzes Jahrtausend buddhistischen Lebens und Denkens auf Geist und Herz Koreas ausübten, kann gar nicht überschätzt werden.

Worin bestanden die bleibenden Beiträge des Mahayana-Buddhismus zur koreanischen Religion? Ich möchte fünf nennen:

Erstens ist der Buddhismus eine Religion, die das Erlösungsbedürfnis betont. Gemäß Gautamas vierfältiger Wahrheit leidet jeder Mensch aufgrund seiner unstillbaren Wünsche und Begierden. Die Menschen finden sich in endlosem Verlangen nach Lust gefangen, das unvermeidlich zu Enttäuschung, Leid, Frustration und Leere führt. Der Buddhismus bietet einen Weg, diesem Karussell der Sinnlosigkeit zu entkommen.

Zweitens kann nach Buddha Befreiung oder Erleuchtung nur durch Selbstdisziplin und Selbstverleugnung erlangt werden. Es gibt keinen leichten Ausweg aus der leidvollen menschlichen Situation. Jeder einzelne muß seine sinnlichen Begierden zügeln und seinen Körper zähmen. Er muß allmählich, aber entschieden sein Verlangen nach körperlichen Freuden auslöschen. Um das zu erreichen, müssen Buddhisten strenge Übungen für Moral und Intellekt praktizieren.

Drittens verstärkt der Mahayana-Buddhismus die strikte Ethik in Gautamas Lehren durch eine klare Jenseitsvorstellung. Diejenigen, die hier auf Erden moralisch leben, werden durch die Seligkeit des reinen himmlischen Paradieses belohnt werden. Diejenigen hingegen, die die Gebote der buddhistischen Moral verletzen, werden in Hölle bestraft werden, bis sie für ihre Torheit bezahlt haben. Zumindest im Volksbuddhismus, wie er den Laien gelehrt wird, lieferten das Versprechen himmlischen Lohnes und die Drohung mit Höllenstrafen einen wichtigen Anreiz zu ethischem Verhalten.

Viertens betont der Mahayana-Buddhismus als höchsten Wert die Selbstaufopferung. Das oberste Ideal besteht darin, ein Bodhisattwa zu sein. Ein Bodhisattwa ist jemand, der sich das Recht verdient hat, den Frieden des Nirwana zu genießen, der, jedoch freiwillig darauf verzichtet, um weiterhin seinen Mitmenschen au ihrem Pfad nach oben zu helfen. Die edelsten ethischen Werte sind somit für einen Buddhisten: Selbstverleugnung, Mitleid und opfernde Liebe.

Schließlich erwarten Mahayana-Buddhisten das Kommen eine neuen Buddha (Maitreya), der in den letzten Tagen auf der Erde erscheinen wird, um die ganze Schöpfung zu reinigen und de gesamten Menschheit inneren Frieden zu bringen. Diese eschatologische Hoffnung war zu allen Zeiten Bestandteil des traditionellen koreanischen Buddhismus und gewann besonders in Perioden sozialer Unruhe an Bedeutung. Überall in Korea kann man riesige Monoliten sehen, auf denen menschliche Köpfe, Miryucks genannt, eingeritzt sind. Wahrscheinlich wurden diese Artefakte in einer Zeit geschaffen, die weit vor dem Aufkommen des Buddhismus liegt. Nichtsdestoweniger wurden sie jahrhundertelang für symbolhafte Abbildungen des kommenden Maitreya gehalten.

Hauptsächlich wegen seines unermeßlichen Reichtums und wegen seiner Verbindung mit der Regierung büßte der Buddhismus in Korea schrittweise seine geistige Kraft ein, Als im Jahre 1392 die Yi-Dynastie errichtet wurde, schaffte für reformorientierter König den Buddhismus als Staatsreligion ab und ersetzte ihn durch den Konfuzianismus. In der Folge war der Konfuzianismus für etwa fünf hundert Jahre der offizielle Glaube der koreanischen Nation. Konfuzianische Tempel wurden mit Staatsmitteln errichtet. Konfuzianischen Schulbeamten wurden alle Regierungsfunktionen in die Hände gelegt. Die Lehren Meister Kungs (Konfuzius) wurden zur Grundlage der Erziehung. Zu einem öffentlichen Amt konnte nur jemand gewählt werden, der die Prüfung über konfuzianische Klassiker bestanden hatte. Das Familienleben wurde durch das Ideal kindlicher Ehrerbietung geregelt. Ahnenverehrung wurde ein hervorstechender Faktor im Lehen aller Bürger. Und jen (Mitmenschlichkeit) wurde zum höchsten ethischen Ideal erhoben.

Der Konfuzianismus war aus mindestens vier Gründen wertvoll: Zum einen stärkte er die natürliche Bedeutung der Familie. Meister Kung lehrte eine Ethik, in der die Familie die zentrale Rolle spielt. Wie Brüder und Schwester zu einer einzigen Familie gehören und von Liebe zu ihren Eltern geleitet werden, so soll die ganze Nation eine große Familie sein, gegründet auf kindlicher Ehrerbietung, geschwisterlicher Zuneigung und elterlicher Verantwortung. Der Herrscher soll sich selbst als Vater seiner Untertanen betrachten, und alle Beamten sollen die Bürger wie jüngere Brüder behandeln. Eine stabile Gesellschaft muß auf der Achtung für die Oberen, auf die Verehrung für die Eltern, die Treue unter Freunden und auf dem Mitgefühl für die unterprivilegierten Klassen gegründet sein.

Zum zweiten korrigierte der Konfuzianismus das monastische Ideal des Buddhismus. Für Buddhisten ist der ideale Mann ein Mönch, die ideale Frau eine Nonne: jemand, der die Gesellschaft um des persönlichen Heils willen verlassen hat. Diese Vorstellung war sowohl jenseitig wie individualistisch. Im Gegensatz dazu galt dem Konfuzianer der dem Gemeinwohl verantwortliche Dienst am meisten. Der Konfuzianismus ist gesellschaftsorientiert. In dieser Sicht ist ein Mensch dann wirklich menschlich, wenn er seine Verpflichtungen gegenüber dem Mitmenschen treu erfüllt.

Drittens brachte die familienzentrierte Ethik des Konfuzianismus eine Metaphysik hervor, die auf Polarität beruht. Der Mensch existiert in einem harmonischen System von Beziehungen. Gestützt auf das altchinesische Konzept von Yin-Yang, betonten Konfuzianer die Tatsache. daß Individuen ihr Glück verwirklichen, indem sie ihre persönlichen Wünsche mit dem größeren Gut des Ganzen in Einklang bringen. Dieses Polaritätsprinzip kann auf jeder Ebene -der Gesellschaft in seiner Wirksamkeit erkannt werden: die  Sorge eines Mannes für seine Frau, die Treue einer Frau zu ihrem Mann, die Achtung der Kinder für die Eltern, die Freundschaft zwischen Gleichen und der Gehorsam gegenüber Vorgesetzten.

Viertens: Konfuzianer schauen nach vorn, auf das Endziel der Geschichte. Gemäß den konfuzianischen Klassikern bewegt sich die Menschheit auf ein Zeitalter der Gerechtigkeit und Brüderlichkeit, des Wohlstands und des Friedens auf dieser Erde zu.

Es gibt die irrige Vorstellung, dass die judäo-christliche Sicht der Geschichte sich von der orientalischen stark unterscheide. Nach dieser falschen Vorstellung leugnen Asiaten, dass die Geschichte einen Sinn oder ein Ziel habe, während sie nach biblischer Sicht ein Ziel hat. Man will uns lehren, dass die östliche Philosophie der Geschichte zyklisch und daher pessimistisch sei, die westliche Geschichtsphilosophie dagegen linear und optimistisch.

Doch der Konfuzianismus vertritt eine höchst zielbestimmte Interpretation der Geschichte. Wie die Religionen de judäo-christlichen Bereichs spricht er von einem Ideal des goldenen Zeitalters in ferner Vergangenheit und einem goldenen Zeitalter am Ende der Geschichte. Für den Konfuzianer heißt das Ziel der Geschichte „ta-tung“, das Zeitalter der großen Einheit. Die Geschichte entwickelt sich durch drei Stadien hindurch: eine vergangene Ära der Unordnung, eine gegenwärtige Ära relativen Friedens und eine künftige Utopie universeller Harmonie. Der Mensch kann Hoffnung hegen, weil ,,ta-tung“ in den letzten Tagen auf Erden Wirklichkeit werden wird.

In früheren Zeiten haben europäische Autoren religiöser Schriften einen Gegensatz zwischen dem Licht, welches uns das Christentum brachte, und der heidnischen Dunkelheit vergangener Zeiten konstruiert. Historiker haben diese vereinfachende Interpretation des vorchristlichen Westens korrigiert. Die Welt in die das Christentum kam, war nicht einfach in Sünde versunken. Ganz im Gegenteil: Die griechisch-römische Zivilisation bot eine nützliche Grundlage, auf welcher die christliche Kirche errichtet werden konnte. Griechische Philosophie war eine wertvolle Vorbereitung für christliche Theologie. Stoische Ethik erwies sich als hilfreich für die Schaffung einer christlichen Sozialethik Heidnische Mysterienreligionen bereiteten den Boden für das Gedeihen des Evangeliums.

Ähnlich waren christliche Missionare, als sie nach Korea kamen, geneigt. die älteren etablierten Glaubensweisen herabzusetzen. Sie behaupteten, der Konfuzianismus sei primitiv und unterdrückerisch. Ahnenverehrung wurde verdammt. Die konfuzianische Lehre wurde wegen einer bloß humanistischen Basis, wegen Unterdrückung der Frauen und einer verdummenden Anhänglichkeit an die Vergangenheit verunglimpft. Der Buddhismus wurde als Götzenkult und weltabgewandte Askese kritisiert. Schamanismus wurde als Aberglaube und Okkultismus sicherlich gemacht.

In neuerer Zeit jedoch haben einige christliche Wissenschaftler begonnen, die positiven Aspekte des in Korea vorhandenen religiöse Erbes hervorzuheben.(2)  Wenn griechisch-römische Kultur eine Vorbereitung für das Evangelium im Westen war, so boten Schamanismus, Buddhismus und Konfuzianismus dasselbe für das Christentum im Osten. Daher vermerkt die Vereinigungstheologie mit großem Dank die vielen Wege, auf denen Gott die religiöse Suche der Koreaner in ihrer langen Geschichte inspiriert und geführt hat.
KOREANISCHES CHRISTENTUM

Die Geschichte des Christentums in Korea ist ungewöhnlich verlaufen, sie war dabei so leidvoll wie beachtlich. Als Ergebnis dieser Geschichte bekennen sich hellte in Korea prozentual mehr Menschen zum Christentum als in irgendeiner anderen Nation des ostasiatischen Festlands.

Als die Anhänger des Patriarchen Nestorius von Konstantinopel von den ökumenischen Konzilien des fünften Jahrhunderts exkommuniziert wurden, flohen sie ostwärts und gründeten Kirchen, die für Jahrhunderte im Irak und Iran, in Indien und China gediehen. Noch im Jahre 1000 waren nestorianische Missionare in der Mandschurei sowie in Korea tätig. So wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in Korea ein nestorianisches Kreuz und andere christliche Gegenstände gefunden, die ins 11. Jahrhundert zu datieren sind. Die nestorianisch-christliche Gemeinde konnte sich dann aber doch nicht halten, sie wurde von einer unfreundlichen Umgebung aufgesogen.

Ein anderer bemerkenswerter Kontakt von Koreanern mit dem Christentum ereignete sich 1592, als Toyotomi Hideyoshi japanische Armeen zur Invasion in Korea aussandte. Portugiesische Jesuiten hatten Missionen in Japan errichtet, die Tausende für den katholischen Glauben gewonnen hatten. Auch einer von Hideyoshis Generälen, ein Mann namens Konishi, war Christ. Nach der Einnahme von Seoul lud er einen Jesuitenmissionar und einen japanischen Priester ein, im Feldlager Gottesdienste zu halten. Sie verbrachten ein Jahr in Korea und wurden dann nach Japan zurückbeordert.

Die japanische Invasion wurde schließlich abgebrochen.  Es ist ungewiß, ob die Missionstätigkeit irgendetwas zustande gebracht hatte. Jedoch wurden hunderte koreanischer Kriegsgefangener nach Japan verschickt, und einige von ihnen wurden gläubige Katholiken. Als die Japanische Regierung ein paar Jahre später begann, Christen zu verfolgen, erlitten auch mehrere koreanische Christen das Martyrium. Japanische Regierungsdokumente aus den Jahren 1614 bis 1629 belegen, das koreanische Katholiken in Japan getötet wurden.

Der Gründer des modernen koreanischen Christentum war ein junger adeliger Gelehrter namens Yi Pyok. Im Jahre 1777 traf sich eine Gruppe konfuzianischer Wissenschaftler in einem einsamen buddhistischen Kloster, um über Philosophie zu disputieren. Unter den Büchern, die sie lasen, stammten einige aus Peking und handelten von der katholische Religion. Yi Pyok war so beeindruckt von diesen Jesuitentraktaten, dass er Christ wurde und fortan den siebten Tag jeder Woche dem Gebet widmete.

Yi sprach mit eifrigen engen Freunden über seinen neuen Glauben und traf Vorkehrungen, um mehr über die katholische Religion zu lernen. Damals sandte die koreanische Regierung eine jährliche Delegation an den chinesischen Kaiserhof. Ein Freund Yis, Yi Seung-Hoon, begleitete diese Delegation nach Peking, lernte mehr über das Christentum und wurde von einem Missionar getauft. Er kehrte mit Büchern von Jesuiten, Rosenkränzen und Kruzifixen für Yi Pyok zurück und taufte ihn ebenfalls. So wurden diese beiden Männer für die Gründung des koreanischen Christentums gleich wichtig. Viele Adelige interessierten sich in der Folge für den Katholizismus, und es gab manche bekannte Konvertiten.

Nach dem Studium der aus China herbeigeschafften Bücher beschloss diese Gruppe, ihre eigene Kirche zu gründen. Ein Mann wurde zum Bischof gewählt und vier zu Priestern geweiht. Ein Haus in Seoul wurde für die Treffen gemietet. Als diese Christen mit dem Bischof von Peking in Kontakt kamen, erklärte er ihnen, daß ihre Priester kanonisch ungültig geweiht worden seien und die Sakramente nicht spenden dürften. Aber er lobte ihren Eifer und sandte ihnen weitere Bücher. Die koreanischen Katholiken nahmen die Meinung des Bischof über ihre Priester an. Was sie aber aufbrachte, war die weitere Weisung der Jesuiten, ihre Ahnenverehrung aufzugeben. Einige wenige gehorchten, doch viele verloren ihr Interesse am Christentum.

Die Kontroverse über die Ahnenverehrung führte zur Verfolgung von Seiten der Regierung. Ein bekannter Gelehrter und sein Neffe wurden wegen Verbrennens ihrer Ahnentafeln gefangengesetzt und enthauptet. Andere Christen kamen ins Gefängnis. Doch der Mut der Märtyrer zog viele neue Konvertiten an. 1704, zehn Jahre nach der ersten Taufe, gab es 4000 Katholiken in Korea.

Die koreanische Regierung wandte sich gegen das Christentum, weil dieses das konfuzianistische Moralsystem angriff, wie der Streit übe die Ahnenverehrung zu beweisen schien. Noch viel schlimmer war jedoch die Behauptung, daß die Christen mit der europäischen Politik Verbindung hätten. Da die katholischen Missionen in Korea von französischen Priestern überwacht wurden, sah es so aus, als ob die neue Religion für westliche Imperialisten ein Mittel sei, Korea zu einer europäischen Kolonie zu machen. Daher gab es von 1794 bis 1866 wiederholte Anstrengungen der Regierung, die Religion der ,,barbarischen Ausländer“ auszutilgen. Trotz allem gab es 1860 noch 16700 Katholiken in Korea. Als der buddhismustreue Daewongung (Regent) 1866 entschied, den Katholizismus in seinem Land auszulöschen, waren viele hohe Beamte, die Amme des Königs und die eigene Gattin des Regenten Christen. Seine brutale Vorgehensweise muß daher als ein verzweifelter Versuch beurteilt werden, Koreas traditionelle Kultur und politische Unabhängigkeit zu retten.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte Asien eine Zeit des aggressiven westlichen Imperialismus. Korea versuchte sich durch eine Politik der Isolierung zu schützen, ähnlich wie vor ihm China und Japan. Eine Zeitlang war Korea als das ,,Königreich der Einsiedler“ bekannt. Da die christlichen Missionare auch in Asien oft den Weg für europäische Soldaten gepflastert haften, kann man heute verstehen, warum dortige Patrioten die Verbreitung christlicher Ideen fürchteten. Französische Priester wurden als Agenten des französischen Imperialismus betrachtet, besonders in jenen Jahren, als die Franzosen Vietnam, Laos und Kambodscha vom chinesischem Reich annektierten.

Der erste protestantische Missionar kam 1884 nach Korea. Im Jahre 1876 hatten die Vereinigten Staaten Korea dazu gebracht, einen ersten Vertrag mit einem westlichen Land abzuschließen. Um diese Zeit wurde Korea einerseits von Japan und andererseits von Rußland bedroht. Zum Glück für die Koreaner waren die amerikanischen, britischen und kanadischen Missionare, die den Protestantismus nach Korea brachten, weder pro-japanisch noch pro-russisch. Indem sie Schulen und Krankenhäuser bauten sowie die Modernisierung vorantrieben, stärkten sie den Willen der Nation, in einer Zeit politischer Gefahr zu überleben.

Als Beispiel ist hier Horace Allen zu nennen, ein presbyterianischer Arzt und der erste ansässige protestantische Missionar. Er traf in Seoul ein, als gerade eine Gruppe von Reformern versuchte, die Regierung zu stürzen. Prinz Min Young-Ik, ein bekannter konservativer Staatsmann, war von den Rebellen lebensgefährlich verwundet worden. Dr. Allen wurde gerufen; er sollte das Leber des Prinzen retten. Nach drei Monaten intensiver Sorge erholte sich der Regierungsmann. Durch diese Leistung gewann Doktor Allen das Vertrauen des Königs und die Unterstützung der Königin, einer Tante Prinz Miris.

Dr. Allen, auch Arzt der ausländischen Diplomaten in Seoul, forderte, dass der König ein Regierungshospital errichte. Diese Bitte wurde gewährt. Dr. Allen übernahm die Leitung des neuen Krankenhauses, wurde später (1897) amerikanischer Generalkonsul und diente als Bevollmächtigter der Vereinigten Staaten, bis die Japaner 1905 die Kontrolle in Korea übernahmen. Dr. Allens Verbindungen zur königlichen Familie nützten der protestantischer Sache in hohem Maße. Am 5. April 1885 kamen Rev. Horace G. Underwood (Presbyterianer) und ein Rev. Henry G. Appenzeller und Frau in Inchon an. Einen Monat später kamen der Methodist und Arzt Dr. William B. Scranton und seine Mutter nach Seoul, um Dr. Allen in seiner Arbeit Im Hospital zu unterstützen. Damit begann die eigentliche evangelische Missionsarbeit. Am 12. September 1887 wurde die erste presbyterianische Kirche in Seoul von vierzehn Mitgliedern gegründet, und am 9. Oktober wurde die methodistische Chong Dong Kirche errichtet.

In jener Epoche lebte ein konfuzianischer Gelehrter namens Choi Chei Woo (Choi, Soo Oon). Er hatte Visionen, aufgrund deren er eine neue Volksreligion ins Leben rief, die sich in ganz Korea  verbreitete. Mit dem Anspruch, die östliche Denkweise (Tonghak) gegen die sogenannte westliche Denkweise der katholischen Missionare aufrechtzuerhalten, lehrte Choi einen synkretistischen Glauben: die Ethik des Konfuzianismus, die buddhistische Betonung der Herzensläuterung, Monotheismus, den Gebrauch von Kerzen aus dem Katholizismus und Zauberriten aus dem Schamanismus. Diese Religion wurde später Chondokio genannt. Choi wurde gefangengenommen und hingerichtet, doch seine Anhänger begannen einen Aufruhr, um die Regierung von Korruption zu befreien. Ihre Tonghak Armee marschierte auf Seoul zu. China sandte Truppen, um die Rebellion niederzuwerfen; zugleich rückten die Japaner ein, um den koreanischen Hof unter ihre Kontrolle 211 bringen.

In den Jahren 1894-1895 entrissen die Japaner Korea dem chinesischen Machtbereich. Der alte Daewongun (der Herrscher von 1866) kam aus seinem Privatleben wieder an die Öffentlichkeit und verbündete sich mit den Japanern gegen seine Schwiegertochter, Königin Min. Diese wurde später ermordet. Der König und der Kronprinz flohen In die russische Gesandtschaft. Als König Kojong endlich an die Macht zurückkehren konnte, war er von russischer und französischer Hilfe abhängig. Japan trat 1904 in den Krieg mit Russland ein und übernahm 1905 die Kontrolle über Koreas auswärtige Angelegenheiten. Prinz Min beging aus Verzweiflung Selbstmord. König Kojung dankte zwei Jahre später ab. Japan annektierte Korea 1910.

Während dieser Periode sozialer Unruhen wurden Christen im allgemeinen und Missionare im besonderen unmittelbar in die Politik verwickelt. Im Jahre 1888 gab die Regierung ein lnterdikt heraus, das christliche Missionsarbeit verbot. Katholiken hatten die Bevölkerung gegen sich aufgebracht, weil sie heimlich Land gekauft und mit dem Bau einer Kathedrale begonnen hatten, die den Palast überragte. Zehn Jahre später wurde in Seoul eine russisch-orthodoxe Kirche errichtet, was weithin als ein politischer Schachzug interpretiert wurde. Als 1919 dreiunddreißig koreanische Führungspersönlichkeiten eine Unabhängigkeitserklärung veröffentlichten, waren sechzehn Unterzeichner Christen, fünfzehn gehörten zu Chois Chondokio-Religion und zwei waren Buddhisten. Missionare verbreiteten Berichte über von japanischen Besatzern an Koreanern verübte Grausamkeiten und unterstützten so wenigstens indirekt die Sache koreanischer Unabhängigkeit -bis zur nationalen Befreiung 1945. Zugleich muss gesagt werden, dass die meisten Missionare und die meisten koreanischen Christen versuchten, der Verstrickung in die Politik zu entgehen.

Was waren die indirekten Einflüsse des protestantischen Christentums auf die koreanische Gesellschaft? Da die Missionare einen Glauben hatten, der sich auf die Bibel stützte, förderten sie die schulische Ausbildung. Um ein guter evangelischer Christ zu sein, muss man imstande sein, die heiligen Schriften zu lesen. Rev. John Ross, ein Missionar in China, übersetzte um 1883 das  Lukasevangelium ins Koreanische und verteilte es längs der chinesisch-koreanischen Grenze. Mrs. Mary Seranton errichtete 1886 die erste Mädchenschule mit einer einzigen Schülerin. Königin Min unterstützte jedoch die Schule und nannte sie 1887 Ehwa Haktang, ,,Birnblüten-Institut“. Rev. Henry Appenzeller eröffnete eine Jungenschule, die König Kojong Paichai Haktang nannte, „Halle der aufstrebenden nützlichen Männer“. Im selben Jahr organisierte Rev. Horace Underwood ein Waisenhaus und eine Schule als Teil seiner Missionsarbeit.  (3)

Der Protestantismus lehrte Würde und Wert einer jeden Seele. Diese Betonung der Persönlichkeitsrechte tendierte dazu, die starken Klassenbarrieren der traditionellen konfuzianischen Gesellschaft aufzuweichen. Zumindest indirekt bereiteten die Missionare Korea auf eine demokratischere Lebensweise vor.

Der koreanische Protestantismus wurde von presbyterianischen und methodistischen Missionaren aus England, Kanada und den Vereinigten Staaten geprägt. Das bedeutet, dass er durch eine strenge puritanische Moral gekennzeichnet war. Hier bedeutete Christsein: nicht rauchen oder trinken, hart arbeiten, ein verantwortungsbewusster Bürger sein und den weniger Glücklichen helfen. Ein Kirchenhistoriker hat aufgezeigt, wie dieses protestantische Ideal die Missstände der sozialen Ordnung in der späten Yi-Dynastie korrigierte.  (4)

Der Protestantismus gelangte ungefähr zu der Zeit nach Korea, als die ,,Social Gospel“ und die ökumenische Bewegung im Westen langsam Fuß fassten. Auch wenn die Missionare theologisch konservativer dachten als manche Christen in Europa und Amerika, waren sie sich bewußt, daß Christsein viel mehr bedeutet als Heidenseelen vor den Höllenflammen zu erretten. Für Methodisten und Presbyterianer waren Erziehungs- und Heilungseinrichtungen notwendige Ergänzungen von Evangelisation und Kirchenbau. Ebenso einigten die Koreamissionare sich sehr früh auf interkonfessionelle Zusammenarbeit. Viel eher als die meisten Christen im Westen erkannten sie, dass eine geteilte Kirche die zerbrochene Welt nicht wiederherstellen kann. So ergab es sich, daß trotz einiger tragischer Spaltungen und der Entstehung vieler neuer Denominationen in Korea die nachdenklichen Christen interkonfessionelle Aktivitäten unterstützten.

Von 1910 bis 1945 war Korea von Japan besetzt. In dieser Zeit hatten es die Christen besonders schwer. Weil die Protestanten in der erfolglosen Unabhängigkeitsbewegung von 1919 aktiv gewesen waren, stuften die Japaner sie als aufrührerische und potentiell gefährliche Gruppe ein. Besonders die Presbyterianer wandten sich gegen die japanischen Pläne, alle Bildungseinrichtungen zu kontrollieren. Viele evangelische Christen wären empört. weil sie an gewissen Shinto-Schrein-Zeremonien teilnehmen mußten. In ihren Augen waren das religiöse und nicht bloß patriotische Riten. Ferner gab es einen Regierungserlaß, alle Konfessionen in einer einzigen Kirche zu vereinigen, so daß die christlichen Aktivitäten von den Besatzungsbehörden besser überwacht werden könnten.

Vergleichbar der schrecklichen Christenverfolgung unter der Herrschaft des Daewongun, begann die Verfolgung koreanischer Christen durch die Japaner mit der Ermordung des Marquis Ito im Jahre 1909. Ito war japanischer Residenzgeneral in Korea gewesen und hatte die Abdankung von König Kojong erzwungen. Itos amerikanischer Ratgeber wurde 1908 von einem koreanischen Katholiken in San Franzisko ermordet. 1909 erlitt Ito selbst das gleiche Schicksal durch einen koreanischen Protestanten in der Mandschurei. Nach japanischer Darstellung wurde ein Komplott aufgedeckt, wonach der neue Generalgouverneur 1910 ebenfalls getötet werden sollte. Ein Jahr später wurden, im Zusammenhang mit diesem Komplott, einige Studenten und alle Lehrer einer presbyterianischen High School festgenommen und gefoltert. Schließlich wurden 125 Männer, darunter 98 Christen, angeklagt und vor Gericht gebracht. Trotz falscher, unter Folter erlangter Beweise wurden sechs von ihnen zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Als nächstes erfolgte die brutale Unterdrückung der Unabhängigkeitsbewegung von 1919. Da christliche Führer sich darin engagiert hatten, wandte sich die Militärmacht gegen die Kirchen. In Suwon zum Beispiel umzingelten japanische Truppen eine Kirche voll von Gläubigen. setzten das Gebäude in Brand und erschossen jeden, der aus dem brennenden Heiligtum zu entkommen versuchte. Allerdings bewirkte die Unabhängigkeitsbewegung eine Identifizierung von Christentum und koreanischem Nationalbewußtsein und zog zahlreiche junge Menschen in die Kirche.

Dann kam der Zweite Weltkrieg. Über 200 Kirchen wurden geschlossen. Mehr als 2000 Christen wurden eingekerkert und mehr als fünfzig starben für ihren Glauben. Von den 700 000 evangelischen Christen, die vor dem Krieg kirchlich eingetragen waren, war bei Kriegsende nur noch die Hälfte aktiv.

Als am 15. August 1945 Korea von der japanischen Herrschaft befreit wurde, war die nationale Freude groß. Die Freude war jedoch schnell vorbei, als man erfuhr, dass mit Hilfe sowjetische Truppen ein kommunistisches Regime in Nordkorea errichtet werden sollte. Nach der Darstellung von Dr. Samuel H. Moffett, einen presbyterianischen Akademieprofessor in Seoul, griffen die Kommunisten die organisierten Religionsgemeinschaften in drei Stufen an. Zuerst zerstörten die Kommunisten die beiden christlichen politischen Organisationen, die Sozialdemokratische Parte und die Christlich-Liberale Partei. Als zweites versuchten die Kommunisten die Kirche zu tyrannisieren, indem sie eine Christliche Liga ins Leben riefen, zu der alle kirchlichen Amtsträger gehören sollten. Diese Vereinigung diente ihnen als Marionette. Da die christliche Opposition andauerte, versuchten schließlich die Kommunisten, die Kirche zu zerstören. Kirchengebäude wurden konfisziert, Pastoren wurden gefangen gesetzt und christliche Laien erlitten den Martertod. Infolgedessen versuchten die Christen, im Süden Schutz zu finden. Nach dem Koreakrieg war schätzungsweise jeder Fünfte in Südkorea ein Flüchtling aus dem Norden.

Da Rev. Sun Myung Moon in dieser Nachkriegszeit die Heilig-Geist-Vereinigung für die Einheit des Weltchristentums gründete, ist es wichtig. einige hervorstechende Wesenszüge des koreanischen Christentums der fünfziger Jahren festzuhalten:

1. Die christliche Gemeinschaft verdoppelte sich im Nachkriegsjahrzehnt. Warum breitete sich die Kirche wie ein Waldbrand aus? Der methodistische Seminarleiter Harold Hong führt aus, von welchem Eifer die christlichen Laien beseelt waren. Sie alle hatten den Enthusiasmus und die Hingabe von Wiedergeborenen. Die meisten Konversionen fanden bei Erneuerungstreffen statt. Sie folgten einem Muster, das aus der großen Erneuerung in Pyungyang aus dem Jahre 1907 stammte und das Wachstum der Kirche im Norden genährt hatte. Gleichzeitiges persönliches Gebet war eines des kraftvollen Merkmale dieser Erneuerung. Gebetsgottesdienste vor der Morgendämmerung und intensives Bibelstudium kennzeichneten ganz allgemein das christliche Leben. Wie Dr. Hong ausführt, hatten viele bekannte Prediger als Ergebnis mystischer Erfahrungen auch charismatische Gaben empfangen. und einige wurden berühmte Geistheiler.

2. Die rasche Verbreitung des Christentums im Süden ging weithin auf den Zufluß von Flüchtlingen aus dem Norden zurück. Von daher waren die Kirchen entschieden antikommunistisch und entschlossen, die Nation wieder zu vereinen,

3. Doch nach einem Jahrzehnt der raschen Ausbreitung kam das Wachstum der großen Konfessionen fast zum Stillstand. Wie mehrere Soziologen ausgeführt haben, erreichten der Methodismus, der Presbyteriansimus und der Katholizismus einen Stand, bei dem es dann mehr oder weniger blieb. Das ging teilweise auf die schwerwiegenden Spaltungen innerhalb der Kirchen zurück. Die Presbyterianer spalteten sich in vier Gruppen. 1959 gründete eine gegen den Weltkirchenrat gerichtete Gruppe von Presbyterianern eine Nationale Vereinigung von Evangelikalen. Diese Vorgänge zwangen die presbyterianische Hauptkirche, die Zusammenarbeit mit dem Weltkirchenrat aufzugeben, um die Einheit wiederherzustellen.

4. Von frühester Zeit an litt die koreanische Christenheit Unterdrückung und Verfolgung. Wegen ihrer bedrängten Lage waren die evangelischen Christen besonders durch die biblische Geschichte vom Auszug aus Ägypten inspiriert. Die Schriften lehrten klar eine Theologie der Befreiung. Wenn Gott die Juden aus den ägyptischen Sklaverei befreit hatte, sollte er nicht auch sie befreien? Folglich beteten die Christen um jemand wie Moses, der sie vor ihren Unterdrückern erretten sollte. Es war für die Koreaner ganz normal, ihr Land mit der alttestamentarischen Geschichte Israels zu identifizieren, dessen Leidensweg seine einzigartige Rolle in Gottes Erlösungsabsicht bewies. Korea war, ganz wie Israel, ein unterdrücktes Volk des Glaubens. Möglicherweise wurden die Koreaner, gleich den Juden, für eine besondere Aufgabe in Gottes Vorsehung vorbereitet. Koreanischer Patriotismus und christlicher Glaube hingen daher eng zusammen. Diese idealistische Verbindung von Nationalgefühl und Religion verstärkte sich noch erheblich, als Nordkorea dem harten totalitären Regime von Kim Il Sung unterworfen wurde.

5. Während der japanischen Besatzung haften viele evangelische Christen auch die apokalyptischen Aspekte des Neuen Testamentes wiederentdeckt. Das Christentum wurde als ein Glaube auf dem Fundament eschatologischer Erwartung betrachtet. Das Buch der Geheimen Offenbarung wurde der am meisten gelesene Teil der Schrift. Christen begannen die Wiederkunft Christi sowie den Anbruch des messianischen Zeitalters zu erwarten. Gewiss sei diese Zeit nahe.

6. Während und nach dem Koreakrieg kam eine Reihe neuer religiöser Bewegungen auf. Einige davon waren christlichen Ursprungs und Charakters, andere nicht. Es war eine Zeit sozialer Umwälzung und innerhalb der etablierten Kirchen die Zeit einer intensiven spirituellen Begeisterung.
Was war nun das Besondere an diesen neuen Gruppen? Über die Teilnahme an der Erneuerungsstimmung, über das intensive Gebetsleben und Bibelstudium vieler Presbyterianer und Methodisten hinaus waren diese neuen Bewegungen imstande, erstaunliche Glaubensheilungen durchzuführen, sie waren im allgemeinen offen für die geistige Welt. Infolgedessen empfingen sie inspirierende Botschaften von einem kommenden neuen Zeitalter in der Heilsgeschichte. Ihre geistig erlangten Zukunftsvisionen bezogen sich darauf, daß Gott das koreanische Volk mit einzigartigen Segnungen überschütten werde, wodurch alte Prophezeiungen bestärkt und die biblischen endzeitlichen Verheißungen erfüllt würden.

Die Vereinigungskirche wurde in einer solch bemerkenswert charismatischen Umgebung geboren. Für diejenigen von uns, zu jener Zeit in Korea lebten, war es ganz natürlich, zu folgern, wie ich es tat:

,,Der lange, düstere kosmische Winter ist vorbei, und gekommen ist der kosmische Frühling, auf den die Menschheit so lange gewartet hat. Das Neue Zeitalter, die kosmische Ära, hat begonnen.“  (5)

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1.Y.O.Kim, Faiths of the Far East (1976), 173-192
2 H.S. Hong, ed., Korea Struggles for Christ (1966). 148-165.
3 A.D. Clark, History of the Church in Korea (1971). 92-95.
4 H.S. Hong u.a., Korea Struggles for Christ Seoul (1966). 16.
5 Y.O. Kim, Divine Principle and Its Application (1968). III.

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